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Z. Zeitraum, t. Periode. 4. Capitcl.
ein Augenzeuge bemerkte: „Sie wollen ein zweites Sparta erziehen." Solchewissenschaftliche und sittliche Tüchtigkeit machte es bald wünschenswertst,Jesuiten zu Bischöfen zu erhalten. Doch willigte Ignatius nicht ein, weiles der Armuth und Niedrigkeit zuwider sei, den Ehrgeiz begünstige, und auchin anderer Beziehung dem Orden schaden könne; seine Untergebenen, sagteer, sollten Soldaten im Dienste Christi sein, die überall hinzugehen bereitsein müßten (f- 31. Juli 1556).
Diese Strenge war unter Lain ez (1558—65), dem zweiten Generale,etwas gemildert, aber von Franz Borgia, Herzog von Gandia (1566—72), dem dritten Ordensgenerale, sogleich wieder zu ihrer ursprünglichenEnergie erhoben worden '). — Daß die Jesuiten wegen ihrer geistigenKraft und Gewandtheit auch an die Höfe gerufen wurden, konnte nicht anf-fallen, selbst das nicht, daß sie oft an dieselben zu gelangen suchten. DieErfahrung hatte nur zu deutlich gezeigt, welch' wohlthätigen oder verderb-lichen Einfluß gerade damals die Fürsten für die kathol. Kirche ausübenkonnten. Nur war es beklagcnswerth, wenn einzelne Mitglieder sich in dieweltliche Politik mischten. Der Ordcnsgeneral Borgia hat in seinem Um-laufsschreiben dieses Einmischen, so wie die vorherrschend wissenschaftlichenBestrebungen der Mitglieder ohne gleiche Pflege eines heiligen und religiö-sen Sinnes getadelt. „Wie Lämmer sind wir eingezogen; wie Wölfe regie-ren wir; wie Hunde wird man uns vertreiben ; aber wie Adler werden wiruns verjüngen." In demselben Geiste leitete Everard Mercurian, einBelgier, den Orden (1573—80). Durch den 5ten General ClaudiusAquaviva (1581—1615), dem Schöpfer des Studienplanes (rstio st»-cliorum) und der Pädagogik der Jesuiten , erhielt der Orden bezüglich desSchulwesens seine entschiedene Richtung und Vollendung * *).
§.348. Di e üb r ig cn Ord cn.
Kolstenlus - Rroeä:re, codex rsZular. monasticar. Die Bearbeitungen v.
Helyot, Bicdcnfcld, Henrion-Fehr. s. oben S- 3>9.
Es war einsichtsvollen und wohlwollenden Männern nicht entgangen,daß durch die Entartung des Klerus und die damit zusammenhängendevielfache Vernachlässigung des religiösen Volksunterrichtesdem Protestantismus vorgearbeitet worden war, und daß das Volk sich ebenso oft in der größten körperlichen Noth befände. Zur Abwehrung die-ser Leiden vereinigten sich jetzt mehrere Congregationen im Wetteifer christ-licher Liebe. Hinsichtlich des religiösen Volksunterrichts mußte man zunächstzu einer Reformation der Geistlichkeit schreiten, damit sie ihre Pflicht erfülle.In diesem Interesse bildeten sich:
1) <-j- 1611), vit-r 8t. Rrausisci dsLoiAia.; deutsch. Jngolst. 613.
*) Die folgenden Generale waren: Mutio Vitcllcschi 15. Nov. 1615-9. Febr. 1645; Vinccnz Carasfa 7. Jan. 1646 — 8. Juni 1649; Franz.Piccolomini 13. Dec. 1649 — 17. Juni 1651; Alexander Gotfrcdi 21.Jan. ,652 — 12. Mär, d. I. Goswin Nickel 17. März 1655-1664; Joh.Paul Oliva schon 3 Jahre Gcncralvicar < um sps nuecedendi 1664—81; Car!v. Noyelle (aus Brüssels 1682 — 12. Dec. 1686; Gonzales de Santal-la 6. Juli ,687 - 27. Oct. 1705; Michael Angelo Tamburin, 39.Jan.1706—1730; Franz Netz <aus Prag) 1730—50; Ignaz Visconti 1751;Alopö Ccnturionc 1755 ; Lorenz Ricci2l.Mai 1758—73. Vgl.Imsgmssllraexositornm 6sno, nimm sos. desu dslineatus, st aereis torwis oxprsssno nbArnolds v:m 5Vesterlwut, additu brevi unius cujusgus vitue descriptiono ak.biicvl. Saleottr ed. II. Rom. 751; üb. d. einzelnen Gencralatc s. Buß, S. 641 ff.