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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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3. Zeitraum. 1. Periode. 4. Capitcl.

polü. u. lirerär. Bezieh, deutsch. Wie» 845 ff. 5 Bde. Brühl, Gclckder Gesellsch. Jesu. Wiirzb. 846. B u ß, die Gcsellsch. Jesu. Main, 8512 Abthcilunge».

Die seitherigen Ordensgeistliche, dem Weltklerus un Zahl überlegenhatten sich bei den erschütternden Ereignissen theilweise unbrauchbar erwiesenoder waren bei dem in ihnen erstorbenen kleben kalte Zuschauer gebliebenviele Mitglieder aus ihnen sogar zum Lutherthume übergegangen. Die vonP. Paul III. zur Berathung dieser Angelegenheit niedergesetzte Commissionneigte sich daher zu der Ansicht, man solle alle vorhandene» Mönchsordenaufheben. Aber auch auf die Weltgeistlichen konnte sich die Kirche bei demausgebrochenen schweren Kampfe nicht verlassen. Sie ließ daher aus der ihrstets inwohncnden geistigen Kraft einen neuen Orden hervvrgehen, der unterandern Verhältnissen gebildet, auch ganz für dieselben berechnet war. Weildieser Orden es sich zur Hauptaufgabe gesetzt hatte, in der kathol. Kirche einGegengewicht gegen den Protestantismus zu bilden, so erscheint diese Gesell-schaft den Protestanten bis jetzt als ein Schreckbild, und höchst auffallendhat sich auch in der kathol. Kirche selten ein reines Urtheck über sie zu ent-wickeln vermocht.

Der Stifter dieses Ordens Ignatius war auf dem spanischen SchlöffeLoyola aus vornehmem Stamme entsprossen (1491). Bei der helden-müthigen Vertheidigung Pampelona's (1521) zeichnete er sich vortheilhaftaus und wurde verwundet. Während seiner Genesung las er statt der ebennicht vorhandenen Ritterromane die h. Schrift und das Leben der Heiligen,und wurde wie einst der h. Franziseus von der Sehnsucht ergriffen, durchder Erde Elend des Himmels Herrlichkeit zu erwerben. Eine strenge Askeseund der Entschluß zu einer Pilgerreise nach Jerusalem zur Bekehrung derUngläubigen war die nächste Folge. Als ihn der Franziscaner-Prvvincialan dem h. Grabe in diesem seinem glühenden, aber unreifen Eifer störte undzur Rückkehr nach Europa veranlaßte, behielt er sein erhabenes Ziel unver-rückt im Auge. Selbst unter Knaben erst das Lateinische zu lernen, galtdem ehemaligen Ritter nicht zu schimpflich. Die weitere Ausbildung erwarber sich auf den Universitäten Aleala, Salamanca und Paris. Anletzterem Orte begeisterte er einige Studiengenosscu für seine fromme Askese,deren umwandelnde Kraft er in der Grotte von Manröze an sich erprobthatte. Dagegen eignete er sich ihre Gelehrsamkeit an, und erhielt so nacheiner strengen Prüfung die Magisterwürdc (1534). Die vorzüglichsten die-ser Genossen waren Peter leFevreaus Savoyen, der Navarrese FranzLaver, die drei Spanier Ja ebb Lainez, Alfons Salmeron, Nie.Bobadilla und der Portugiese Rodriguez. Etwas später schloffensich noch leJay aus Savoyen, Johann Codure aus der Dauphinö undPascal Broet aus der Picardie an. Bald keimten höhere Gedanken inihnen auf: sie waren entschlossen, ihr Leben für das Heil der unsterblichenSeelen aufzuopfern. Als sie den Plan, nach dem Orient zu gehen, aufgebenmußten, begaben sich Ignatius, le Fevre und Lainez nach Rom zu PapstPaul III. (1539), verpflichteten sich zu dem Gelübde der Arniuth, Keusch-heit und des Gehorsams, und erklärten sich außerdem bereit: überall hin-zugehen, wohin der Vater der Christenheit sie senden werde.Paul III. konnte einem so entschieden und aufrichtig ausgesprochenen Wunschenicht widerstehen und bestätigte 1540 „diese Gesellschaft Jesu*);"

*) Diese Benennung erregte vielen Anstoß selbst bei P. Sixtus V., gleich-