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3. Zeitraum. 1. Periode. 4. Capitel.
Bestätigung des Papstes, oft hing selbst die Wahl von ihm ab. Bella»min, Mariana, Suarez und Santarel') waren die vorzüglichstenVertheidiger der Nachtmahlsbulle, indem sic für die mittelalterliche Papal-hvheit kämpften. Ihnen opponirte Paul Sarpi „der Theologe derRepublik" und Edmund Richer, der Verfasser der Geschichte der all-gemeinen Concilicn, in glänzender Einseitigkeit, und stritten für die Rechteder Bischöfe und National-Kirchen. Der crstcre bekämpfte noch besondersdie Jesuiten: „denn, schrieb er, sind diese erst gestürzt, so ist auch Rom ge-stürzt, und wenn Nom verloren ist, wird sich die Religion von selbst refor-miren." Der letztere hatte sogar öffentlich behauptet, daß die Stände über demKönige stünden, und daß Jac. Clement den König, welcher den Ständensein Versprechen gebrochen, mit Recht gctödtet habe, und ein Rächer desVaterlandes und der öffentlichen Freiheit sei. Er zog sich dadurch Gefäng-niß zu, bis er sein Buch (<to ooel. et polit. potostste. i'giis 611) dem Ur-theile des römischen Stuhles unterwarf,(1629).
§. 345^ Der Säcular- u. RcgularklcruS; Erneuerung d. Spnoden.
Das Card inalscollegium dieser Zeit enthielt neben manchen un-würdigen päpstlichen Nepoten viele glanbens- und gesinnungstreue, kennt-nißreiche und eifrige Mitglieder, von denen sich mehrere auch als päpstlicheLegaten in vielen Ländern entschieden und mäßig zugleich, überhaupt tactvoübewiesen. Wir erinnern nur an die Cardinäle Casetan, del Monte,Hosiuö, Carolus Borromäusu. A., und verdienen eine specielleErwähnung der B. Delphini und der päpstliche Kämmerer F ranz Com-mendone, welche als päpstliche Gesandte bei ihrer schwierigen Missionauf der Fürstenversammlung zu Naumburg (1561) durch ihr kräftiges Auf-treten und ihre gewandte Rede die unredlichen und rücksichtslosen protestan-tischen Fürsten in nicht geringe Verlegenheit brachten '). — Weniger Er-freuliches läßt sich von denBischöfen und dem untergeordneten Säcular-klerus und den Mönchen sagen. Die in Z. 276. und 277. von ihnen gege-bene Schilderung hat sich setzt durch Lauheit, sa zahlreichen Verrath ander Kirche und Abfall von derselben offen bewährt. Ueber die Bischöfe inDeutschland klagte Eck u. A., daß sie sich mehr um ihre weltlichen alsgeistlichen Angelegenheiten kümmerten, und das merkwürdige Schreiben desChurfürsten EB. Albrecht v. Mainz an Luther gibt dazu einen traurigenBeleg '), der übrigens in dieser Grellheit ganz vereinzelt dasteht; zeigten
1) äs RsZs et Rogis mstitutiono. Bolot. 598, — cko
potentste 8ummi kontik. in temporal. Ilom. 610. — -b'uareL, üetensio stsioi catü.sckv. snglic. sectae error. Onimb. 613 — ä'autaret, cle Iiasresi et sebismats.
2) Vgl. TÄttaur'ernr bist. 0ono. Bi-iel. lib. XIII. e. 7. >>b. XV. o. 2-8 u.8. Iil>. XXIV. o. 13. u. Dicringcr, der hl. Carl Borromäus S. 147—155.
3) In diesem Schreiben v. 25. Fcbr. 1520, nachdem Luther seine härct. Lehrenschon mit aller Bestimmtheit und Kühnheit ausgesprochen, antwortet der EZ.Albrecht: Er habe noch nicht Muße'gehabt, Luthers Schriften zu lesen oder sienur oben hin anzuschcn; er müsse deshalb das Erkenntniß über deren Inhalt den-jenigen, so höheren Standes und Würde sind, anhcimstellcn. Er habe cs aber mitwahrer Betrübniß und großem Mißfallen vernommen, daß selbst angesehene Lehrerüber nichtige Opinionen und Fragen, als nämlich von des Papstes Gewalt, ober aus Gottes Wort oder Mcnschcnordnung der christl. Kirche Haupt sei, vomfreien Willen u. a. dcrgl. Dingen, damit sich ein rechter Christ nicht viel beküm-mert, heftig mit einander zanken und streiten re. Walch, Luth. Werke. Bd. XV.S. 1640 ff.