§. 345. Dgsi Papstthum durch den Jesuitenorden vertheidigt.
871
(1626), vereinigte er das HprzogthumUrbino mit dem päpstlichen Lgnher-gebiete. Doch tadelte Man an Urban, daß er allzu eifrig daran dachte, seineFamilie mächtig zu machen, was auch eine Ursache zu den Störungen undVerfolgungen wurde, welche die Familie unter sesnem Nachfolger Inno-cenz A- (Pamphili Ikiff—55) erlitt. Die Verwandten Urban's hattenseine Wahl in der Hoffnung begünstigt, daß Jnnoccnz, von ihrem Oheimzur Cgrdinalswürde erhoben, sie berücksichtigen werde. Nach manchen Vor-boten unter seinem Vorgänger brach nun zwischen Jnnocenz und dem Herzogvon Pgrma und Piacenza der Streit aus. Die Ermordung des Bischofsvon Castro, der gegen den Willen des Herzogs war eingesetzt worden, ver-anlaßt den Papst, ihm den Krieg zu erklären, der mit Heftigkeit geführtwurde. Nach Zerstörung der Festung Castro wurde dqs Herzogthum gleichenMmens dem päpstlichen Gebiete einvcrleibt. Nun wurden die Barberinicrß aufgefpsdcrt, der päpstlichen Kammer über die Einkünfte, die sie seitherverwalteten, Rechenschaft zu geben, und dann ihrer seitherigen Stellen be?raubt, die aus die Verwandten des Jnnocenz übergingen, welche die ganzeBewegung vorzugsweise «»gezettelt hatten. Vor dieser Verfolgung warendie Barberini nach Frankreich geflohen ; um ähnlichen Beispielen vorzubeu-gen, erließ Jnnocenz eine Bulle, welche allen Cardinälcn verbot: ohne ferneErlaubniß sich aus dem Kirchenstaate zu entfernen. Durch die VermittelungFrankreichs durften die Barberini'ö zurückkehren, und wurden in ihreAemter und ihren Besitz wieder eingesetzt. War bereits dieser Zwist alsFolge der Jntrigucn der päpstliche» Verwandten übel empfunden worden, sowurde doch der sichtbare Einfluß der Ol y mpia M akdachina, der Wittweseines Bruders, auf Jnnocenz ungleich bitterer getadelt, so rein auch derPapst stets in seinen Sitten war. Sein Verhalten zum westphälischenFrieden wird unten in K. 356. erwähnt werden.
tz, 345. Das Papstthnm rnrch den Jesuitenorden vertheidigt.
Die äußepe Stellung des Papstes hatte sich trotz der Vernichtung, welcheihm die Protestanten geschworen hatten, in den kathol. Ländern ziemlich ausher früher» Hohe erhalten. Einige Jesuiten verthcidigten die Ideen desWA. von einer thcokratischen Politik gewandt und mit Kraft. Dabei ver-kündeten aber mehrere Mitglieder oft gefährliche Grundsätze, wie Men: „daßdie königliche Gewals vom Volke stamme," wodurch die Theorie der Volks-sonveränität vollständig ausgeprägt wurde; Andere billigten, wie dieHäupter der Protestanten gethan, unter Umständen auch den Tyrannen-mord*). Urban VIII- konnte so nochmals das von Pius V. gegebeneBeispiel aufnehmen und der N ach tm ahl sbull e ihr hetzte Gestalt geben').Zu sicherer Wahrnehmung der päpstlichen Rechte und leicht.rcr Befriedigungspeciellcr religiöser Bedürfnisse entstanden in mehreren Hauptstädten stehendeNunciaturen. Dhe Besetzung aller Prälaturen bedurfte wenigstens der
*) In der Regel will man nur wissen, daß kathol. Schriftsteller, wie 3/a-ftana u. Lorrc/iM' «ke .juotu bleuen i III. alxlicatioue, den Tprannemnord unt. Um-ständen als erlaubt dargcstellt haben; daß aber Luther u. Mclanchthon Is.§. 335.1 den Tyranncnmord empfahlen, und noch entschiedener der Calvinist I u-niuS Brutus, verschweigt inan. Wir erinnern an die Bemerkung d.cS
b-iboe llygickosisLimu« blmxcheei cle alxIwLtians iloorici NI. »än.urxii-meiU's trmtnw, «eil st veelus cleruinplin? e^t, non ex Llarkun» aut Lantarell»,soft e .luuiu bieutv. ^yyeiniix ste Jntiehe. VinM. 641. p 50.
l) Uullar. Ulun. IV IV. g. 118 og. Vgl. oben S. 830. Note 3.