Druckschrift 
Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
Seite
863
Einzelbild herunterladen
 

§. 343. DaS Concil ;u Trient.

863

die Kirchenvisitationen. In conscquenter Weise ging man in der Vil. Sitzungzur Lehre von den Sacra menten im Allgemeinen ') und der Taufe undConsirmati on insbesondere über. Das Reformativnsdccret verbietet diePluralität der Bencficien und Verleihung derselben an Unwürdige u. A. Lei-der störte jetzt eine Meinungsverschiedenheit des Kaisers und Papstes denweitern glücklichen Fortgang. Der crstere batte durch die Schlacht bei Mühl-berg den schmalkaldischen Bund vernichtet. Der Papst fürchtete, er möchtesich seines verstärkten Ansebens gegen die Kirche bedienen, und wollte daherdie Synode mehr in seine Nähe nach Bologna verlegen, um so mehr, alssich jetzt zu Trient das Gerücht von einer Pest verbreitete, und die Acrztedie Symptome wirklich als pestartig erklärten. Der größere Tbeil der Bi-schöfe stimmte in der VIII. Sitzung (11. März) für die Verlegung undbegab sich nach Bologna. Bei dem Widerstreben des Kaisers und der ihmgleichgesinnten Bischöfe konnten sie aber nichts weiter vornehmen, und gingendaher nach zwei unbedeutenden Sitzungen auseinander. Paul II I. war überdiesen Differenzen gestorben").

Julius III. (del Monte 155055) hatte im Conclave geschworen,das Concil sogleich wieder aufzunehmcn; und als auch der Kaiser den ernstenWunsch auSsprach, verlegte er es wieder nach Trient. Beklagenöwerth war,daß der Papst nun mit Heinrich II. von Frankreich wegen des HerzogthumöParma im Streit war, daher Heinrich die Bischöfe nicht nach Trient entließ.Dennoch begannen hier in der XI. und XII. Sitzung die Vorbereitungenzudem Concil (seit I.Mai 1551), und bereits in der XIII.Sitzungwardder große Gegenstand vom Abendmahle abgehandelt und erklärt: daßChristus nach der Eonsecration unter den Gestalten des Brodes und Weineswahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig sei, und nicht blosgeistig, sondern auf sacram ental e und reale Weise genossen werde ^).Die theologischen Streitfragen der Dominicaner und Minoritcn über die Artder Gegenwart Cbristi, ob diese nämlich durch Production oderAdduc-tion erfolge, blieben hier ohne besonder« Einfluß. In dem Rcformations-decrete wurde von der brüderlichen Zurechtweisung und Besserung des Klerus,den bischöflichen und päpstlichen Rechten gehandelt. Die XIV. Sitzungverbreitete sich über die Sacramcnte der Buße und der letzten Oclung,das Refvrmationsdeeret über den z»m Priesterthume nothwendigen Wandel,die Ertheilung der Weihen, bischöfliche Gerichtsbarkeit u. A. Die XV.Sitzung (25. Januar 1552) verkündete nur ein Decret zur Prolongirungder Verhandlungen, weil mehrere protestantische Fürsten und Städte ihreTheologen auf das Concil senden wollten ^). Nach vergeblichen Versuchen

1) 8i guis äixorit. saeramenta novae legis non tuisse omnia a-lesu ObristaDomino nast.ro instituta; aut osso plnra vv! paueiora gnam septsm, vnlsliestbaptisnuun, eontirmationsm ste. aut otianr alüiuoil bornnr sopdem non ssssvors et proprio sm ramentum: auatbema sit. 8i guis (lixerit, ea. ipso novaelegis snerarnenta a saeramentis antiguao legis non clitterrs, nisi guia eero-woun»> m,,t aliae, et alii ritns extern!: anatbema sit ss>>ss. Vll. <an. In. 2)

2) l<)uir/itt) Imago apt. I'ontik. exprsssa in gestis ?aui. III. Drix. 745.

3) 8sss. XIII. ean. I.: 8i guis nogavsrit, in sanetissimao suekaristiao sa-erawenlv eentineri «er«, reM'Ser et srri-skMttiokiter (!nrpus et Lsngninsm, unscnw an,n,n ot äivinitato Domini uostri äesu Obristi, ne proiuäo tatuin Lbris-tuw; sec! dixerit tantummoclo esse in eo, nt in sixna. vel Lgrira aut virtnte:»llLtbeiua sit. Weitere dogmat. Formulirungen s. unten in der proksssiv tiileirriäonl. in kürzester Form.

4) Bgl. das schon früher verfaßte Werk: DiA/in apologia inclicti a