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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 343. DaS Concil zu Tricnt.

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781 « 9 . 7 T. 4. Vollständige Acten angcknndlgt v. Aug. Theincrin Rom. Main Poii, Untersuch, nb. d. kathol. Lehre d. Tone. v. Trient,a. d. Frz. Regensb. 854. 2 Thlc. Salig, vollst. Hist. d. Trident. Coneils.Hal. 741 ff. 3 Bdc. 4. ff Gösch!, geschieht!. Darst d. Conc. zu Tricnt.Regensb. 840. -j-Rütjes, Gcsch. des hl. allgcm. Conc. v. Tricnt. Münst.846. Wessenberg, d. groß. K. Vcrsainml. des 15. u. 16. Jahrh. Bd.3 u. 4. dazuKatholik" 1841. H. Mai u. Dezember.

Oruones ot äoersta eouo. Trist. 567. 4. ost. ,7o<s. le I.ov. 779. 4.

KaUomart. in mehreren Ausg. I-p?. 842. latino vt Aernisnico est.Lislskelä. 847. *ock. L/e/rte,', T,z,8. 853 cum st solarst, eoiu. Trist, mter-nrotum et rosolution. tliesauri ?aer. eonar. Oerie. s. auch Phillips KR.Bd. IV. S. 463 ff.

Das Bcdürfniß eines Coneils hatte sich in einem langen und lebhaften Ver-langen darnach kund gegeben; aber die Päpste zögerten es zu erfüllen, fürchtend,die früheren Auftritte zu Basel erneuert zu sehen. Auch stellten sich äußere Hin-dernisse entgegen, wie unter Clemens VII. die Kriege zwischen Carl V- undFranz 1. Die Verzögerung wurde jedoch dadurch wohlthätig, daß die Leiden-schaften und Aufregungen sich abkühltcn, und so den Jrrthümern der Reforma-toren, die sich erst allmälig klar und bestimmt aussprachen, eine ruhige, ge-rechte und ebenso bestimmte Erwiderung entgegengestellt werden konnte. PaulIII. (15341540), deö Clemens Nachfolger, aus dem Gcschlechtc derFarnese, ein gewandter Humanist, traf ernstliche Veranstaltungen zu dem ver-heißenen Concil. Wie sehr ihm die Reformation in der Kirche am Herzenlag, zeigte gleich beim Antritt seines Amtes die Erhebung mehrerer frommerMänner zu Cardinälen, denen er den Entwurf einer Reformation und derCvnvocations-Bullc') zum Concil (Mai 1537) auftrng. Nur wegen seinesVerlangens, seinen Verwandten Fürstenthümcr zu erwerben, verdiente underfuhr er vielfach Tadel. Das Concil schrieb er nach Mantua aus, wo dieeingeladcnen Protestanten nicht erscheinen wollte»; die Verlegung nach Vi-cenza fand ebenso wenig Beifall. Nach längerem Zögern wurde das Con-cil z» Trient von den päpstlichen Legaten del Monte, Cervino undPolo, 4 Erzbischöfen, 20 Bischöfen, 5 Ordenögeneralen und den Gesandtendes Kaisers und des römischen Königs eröffnet (13. Dcc. 1545). Aber auchjetzt, wo das Concil dem Wunsche der Protestanten gemäß in einer deutschenStadt eröffnet worden, erschienen dieselben ebensowenig, als aufdie dreimalwiederholte Einladung während des Coneils (s. S. 787 ff.). Wegen der nochgeringen Anzahl von Vätern wurden zunächst die Vorbereitungendes h.ökumenischen und allgemeinen Coneils" gemacht, und über dieArt und Weise der Verhandlungen gesprochen. Die hier gehaltene Schluß-rede des Cardinal del Monte war würdevoll, wogegen die des sonst alsKanzelredner berühmten Cornelius Muffus , B. von Bitonto, mehrfach ge-rechtem Tadel unterlag.

Nach dem Vorgänge früherer Concilien sollten die zu behandelnden Ma-terien vorher immer von Theologen und Kanonisten in vorbereitendenCongregationen durchgearbeitet werden, diesen eine General-Con-gregation der Bischöfe folgen, in welcher das Decret als Resultat derVerhandlungen verfaßt, dabei aber nicht wie zu Constanz nach Nationen,sondern dem alten Gebrauche gemäß nach Stimmenmehrheit entschieden wer-den. Da man darüber getheiltcr Meinung war, ob zuerst Gegenständeder Dogmatik oder der Disciplin vorgenommen werden sollten, wählte man

1) äominiei Arsgis curam b. Ttar/ualÄ. a. 1536- nr. 35.