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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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3. Zeitraum. 1. Periode. 3. Capitel.

berüchtigt gewordene Synode von Dordrecht') (Nov. 1618Mai1619), auf die auch ausländische Theologen aller Staaten, Frankreich aus-genommen, kamen. Das Resultat konnte nicht zweifelhaft sein, da der Prinzvon Oranien die republikanische Partei gestürzt hatte, und die erwähltenMitglieder der Synode meistens calvinisch gesinnt waren. Die Rcmonstran-ten waren bereits vorderSynode verworfen, aber um einen Schein vonRecht zu bewahren, sprach man dies erst in der 57. Sitzung aus, und stelltein vierArtikcln die PrädcstinationSlchrc Calvin's in ihrer ganzen Schroff'heit im Namen deS hei l. Geistes als unumstößlichen Glaubenssatz auf.Höchst charakteristisch ist die Berufung der versammelten Theologen auf dieVerheißung Christi:daß er bis an's Ende der Welt bei seiner Kirche blei-ben werde," während er doch nach der Behauptung aller Protestanten die-selbe über 1000 Jahre den gröbsten Jrrthümcru preisgegeben habe! Epis-copius wurde mit 13 Predigern verbannt, die Ncmonstranten-Versammlun-gen mit Gewalt zerstreut, 200 Prediger ihrer Partei abgesetzt; 40 traten zuden Contra-Remonstranten über, Einige zu den Katholiken. Das LooS derAbsetzung traf auch die berühmten Gelehrten in Leyden: G erh. Joh. Bos-sius, Casp. Barläus und Peter BertiuS. Die Beschlüsse derSynode wurden jedoch von den englischen und churbrandenburger Gemein-den nicht angenommen.

Als Moritz von Oranien starb (1623), wurde das Loos der Remon-stranten günstiger, sie erhielten selbst öffentlichen Gottesdienst (163K);Epiöcopius vertheidigte in mehreren dogmatischen Schriften (inslitutionestkkol.) ihre Ansichten. Unter den Arminianern befanden sich aber spätersolche, welche socinianische Vorstellungen von der Trinität, Erbsünde, Gnadeund Gcnugthuung vertheidigten. Die nach ihren Versammlungen (Eollegien)benannten Collegianten^) hielten selbst nach der Synode von DortrechtPriv atgvttesdienst. Fast allem positiven Glauben feindselig, behauptete»sie: der Christ dürfe keinen Eid ablegcn, keine obrigkeitliche Stelle bekleidenoder Krieg führen; und das christliche Lehramt verwerfend, gestatteten ßeJedem, der sich ergriffen fühlte, zu predigen. In England entstandennach der Synode von Dortrccht die Latitudinarier, welche freiereGrundsätze in Ansehung der Prädestination lehrten. Zuerst vertheidigte die-selben I oh. Hales, der die Synode zu Dortrecht besucht hatte, und vorihm bereits CH illing worth, der durch sein Buchdie protestantischeReligion als sicherer Weg zur Seligkeit" (1638) die Glaubensartikel äußerstvermindert hatte. Eben so wurden in Frankreich die strengen GrundsätzeCalvin's aufgegeben. Schon Cam eron (ff 1625) hatte sich dagegen erklärt,und sein Schüler Amyr aut, Professor zu Saumür, dessen Grundsätze inder Theorie des universalismus Ii^potlieticus öffentlich vertheidigt.Dar-nach habe Gott beschlossen, alle Menschen durch Christus selig zu machen,wenn (sofern) sie Alle an ihn glaubten. Außer diesem bedingten und

1) 4.cta gMocli Nation. Oorclr. bab. ImZcl. Lat. 620 1. Ilan. 620. 4. -

4.cta et scripta sxnoäal. Ooräracena Remonslrantium. Harder. 620. 4. s. auch^luANstr, eorpus libror. sz'mbolieor. p. 198240. Lalesrr Inst. eonc. Oordracemed. üllos/rsm. Hamb. 824. Graf, Beitrag zur Gcsch. der Synode zu Dordr.Bas. 825. bxstoria szmudi nation. Oordracenae s. btterae delozator.

ad Landgrav. Nauricium. (Jllgen histor. Zcltschr. 853. S. 226 ff.)

2) Rues, gcgenw. Zust. d. Menuonit. u. Collegiant. Jen. 743. Fliedner,Collcctcnreise nach Holl. Essen 831. Bd. I. S. 186 ff.