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3. Zeitraum, t. Periode. 3. Capitcl.
der hebräischen Sprache im A. T. dem buchstäblichen Sinne nachgeforschtund nach Augustin's Grundsatz, daß das N. T. erst die vollständige Er^klärung des A. T. gebe, dogmatische Anwendungen und allegorische De«,tungen beigefügt. Matth. Flacius versuchte der Eregese eine Wissenschaft,liche Grundlage zu geben (elavis «neige «eriptlirnss, auf die er dann seinexegetisches Handbuch zum N. T. schrieb splossn compsnäiung in V.Dies Beginnen hat Wolfgang Franz traetgtiis tlrsoiopieus ste. Vit.619., d. i. Hermeneutik) und Salomon Glassius (plülolopis snernfweiter geführt. Die übrigen lutherischenEregctenWolfgang MusculuS(ff 1563), David ChyträuS, Martin Chemnitz u. A. babensichgleich den Vorgängern in ihren vorherrschend polemisch e n Auslegun-gen streng an die symbolischen Bücher gehalten srognln g. gnsiogizinloi). Vermeintliche Abweichungen von der Bibel, wie des AstronomenKeppler, wurden hart verfolgt *).
In der reformirten Kirche ist nach den Bemühungen des Lev Judä fürdie deutsche Bibelübersetzung und den Erklärungen des Zwingli, Oeko-lampadius und Bucer, Calvin^) mit religiösem Tiefsinn in dich.Schrift eingedrungen, und hat besonders bei Auslegung der paulinischeuBriefe die Gedanken scharfsinnig entwickelt, oft aber dem Apostel sein starre-dogmatisches System gewaltsam untergeschoben. Sebastian Castellisübersetzte die ganze Bibel in ächt römischem Colorit, und verwischte so ganz-lich die eigenthümlich biblischen Ideen. Daher setzte Beza „dem Satans-werke" eine andere Uebersetzung entgegen, welche die morgenländische Eigen-thümlichkeit der h. Schrift zu bewahren strebte. Für sprachliche EregeseHaben nach dem Vorgänge des Conrad Pelikan besonders die beidenBurtorf, Vater und Sohn, Lehrer der orientalischen Sprachen zu Basel,durch Benutzung der talmudisch-rabbinischen Litteratur trefflich gewirkt^,Thomas Erpenius (ff 1624) und sein noch berühmterer SchülerJakob Golius^) den verwandten arabischen Dialekt mehr zugänglichgemacht, Samuel Bochart die biblische Geographie l?lmlsp stllsnsan)und Naturgeschichte sliieroroison) erläutert. Während dieser Bemühungenbrach der Streit über den Ursprung der hebräischen Vokalpunkte (LudwigCapellus!) und das reine Griechisch des N. T. aus (Heinrich Ste-phanus!). Abweichend von den Vorgängern hat Hugo Grotius^),der größte Humanist seiner Zeit, die heil. Schrift des A. u. N. T. mit sel-tener Sprachkenntniß und unbefangenerem Sinne erklärt, ohne sich umInspiration und symbolische Bücher seiner Kirche zu bekümmern. Denäußersten Gegensatz zu ihm bildete Coccesus, von denen man damals inorthodoxer Verketzerungssucht urtbeilte, daß der letztere Christum in der heil.Schrift überall, der erstere nirgends antreffe °).
1) Vgl. Wolfg. Menzel a. a. O. Cap. 430. Frcih. v. Breitschwcrdt,Joh. Äcppler's Leben u. Wirken. ,St»ttg. 831. A. Menzel Dd. V. S. 117—<26.
21 In neuerer Zeit wieder von Thöluck in 2 Ausg. s. 1831 verbreitet u. an-gepricsen; s. dess. liter. Anzeiger 831. Num. 41 ff.; unbefangener gewürdigtv. Fritschc, üb. die Verdienste Tholuck's in d. Schriftcrklär. Hallc831. S. M.
3) Ksxieon clialäaieurn. talmuäie. st rahlnnicum vom Sohne vollendet. 610.
4) Sein Lexikon der arab. Sprache war bis auf die neueste Zeit vor Frei-tag's Bearbeitung das trefflichste Hilfsmittel zum Studium des Arabischen.
5) .4nnott. aä V. B. ?»>'. 644. sä. Hoecksrler»!. Kal. 775 sg- 3 ll. 4.; -w-uott. in K. B. lLinst. 641 sg. 2 B. sä. KV-r-Ke-'m. Kal. 769. 2 B. 4.
6) Hostbach, Spener u. seine Zeit. 2. A. von Schweden. Bcrl. 853. S. loa.