§. 337. Polemisch-dogmatische Ercgese.
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benen Sacramenten derTaufe und des Abendmahles noch der Eror-ciömus, der im Gegensatz zur ketzerischen reformirten Kirche streng aufrechterhalten wurde. Als daher Creli, Kanzler des Churfürsten Christian I.von Sachsen, Versöhnung und Milderung der beiderseitigen Meinungen er-strebte und den Erorcismns abzuschaffen versuchte, erregte die lutherischeGeistlichkeit in Zeiz und selbst in Dresden einen Volksausstand. „Crell wurdevon der alliirten Theologen- und Juristen-Cvterie mit höllischer Schaden-freude in hartem Kerker gehalten; endlich holte man ihn aus seinem engenm,d schmutzigen Loche auf dem Königsstein berunter, und schlug dem abge-magerten und schon halbtodten Manne zu Dresden den Kops ab. DerScharfrichter rief: „Das war ein ealvinischer Streich/'
Als die verkündete frohe Lehre von der christlichen Freiheit nichtdie besten Früchte trug, oder mit der momentan beliebten Hostheologiem Opposition und Widerspruch trat — mußte eine strengere Disciplin ein-treten; Geldstrafen, Ausschließung vom Abendmahle, Verweigerung eineskirchlichen Begräbnisses waren die gewöhnlichen Zuchtmittel, die besondersin der reformirten Kirche') einen ungemein düster» und abschreckenden Cha-rakter annahmen. An manchen Orten, wie zu Weimar, Jena und Braun-schwcig, erreichten sie den äußersten Grad von Grausamkeit"). Zu Braun-schweig hatte H enningBrabant^) die Aristokratie gestürzt und die Volks-herrschaft gegründet, die außer anderem die Tyrannei der Geistlichkeit nichtmehr dulden wollte. Die lutherischen Geistlichen thaten ihn feierlich in denBann, wiegelten den Pöbel gegen ihn auf, und verbreiteten das Mährchen,ein Rabe (der Teufel) habe ibn auf der Gasse verfolgt. Das abergläubischeVolk verließ ihn und warf ihn in den Kerker. Die Geistlichen und Juristenließen ihn foltern, sogar an dem zerbrochenen Beine Schrauben anlegcn,schändlich und unanständig verstümmeln; ja man gab ihm erst dann den Tod,als man ihm das Herz aus dem Leibe schnitt und um den Mund schlug. Un-gebeugt verschied er mit den Worten: „Das heißt für sein Vaterland strei-ten" (17. Sept. 1604).
<i. 338. Polemisch-dogmatische Exegese.
Bgl. die vor §. 286 angegebene Litteratur zur Geschichte der Bibelcrcgcsc.
Jemehr die Reformatoren die weltliche Wissenschaft verachteten, denPlato und Aristoteles, „diesen Henker der Seelen, in welchem fast gar nichtsvon Philosophie ist," verbrannt wissen wollten, desto inniger waren sie derh. Schrift, als alleiniger Glaubensquclle der christlichen Wahrheiten, zuge-wandt und stellten den strengsten Inspirativ nsbeg riss auf*). Mitgroßer Tiefe hatLutber einzelne Theile der Genesis, des Psaltersund des Brieses an die Galater ersaßt, oft auch in einen einfachen,volksthümlichen Ausdruck umgesetzt und sortgespouueu; doch gleich daraufdurch widerwärtige Schimpsreden verunstaltet. M elan chthon, schon früh-zeitig durch die Lectüre der Bibel angezogen, hat mit umfassender Kcnntniß
l) Zeller, das thcol. System Zwingli's. Tüb. 853. S. 16 ff. Kober,der Kirchenbann, Tüb. 857. S. 16 ff.
21 Histor. polit. Blätter Bd. III. S. 528-45.
31 Strombeck, Henning Brabant, Bürgerhauptm. der Stadt Braunschw. u.lcmc Zeitgenossen. Braunsckw. 829. s. A. Menzel a. a. O. B- V. S. 229 ff.Pistor. polit. Blätter Bd. Vll. S. 319. Mclanchthon's Ansicht!
, ) Onclieein bebraeum V. 'l. tune guouck eunsoous tune guoack vocalia.nve, ynncia ipaa mve punetoreuu «altem imtestatem et tum guoacl re« tumMach neräa e«se. (bormula. eonLousus llelvetics cgn. Il,)