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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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839
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§. 334. Ursachen der schnellen Verbreitung des Protestantismus. 836

Am».In Italien und Spanien, berichtet Guerikc, siegte im Kainpscallerdings die papistische Finsterniß über das evangelische Licht" sl), und sind des-wegen auch die Mittheilungen des Engländers M'Cric über die Anklänge, welcheder Protestantismus in beiden Ländern gefunden, wohl mehr fromme Gedichteals wahre Geschicktes). Das ital. Buchvon der Wohlthat Christi"v. I. 1542 beweist nichts dagegen '). ,

§.334. Ursachen der schnellen Verbreitung des Protestantismus.s*Marr, Ursache» der schnellen Verbreit, der Reformat. re. Main; 834.

Man hat von Seiten der Protestanten keinen Anstand genommen, dieschnelle Verbreitung des Protestantismus der ersten Verbreitung des Christen-lhums an die Seite zu setzen, obnc die gänzlich verschiedenen Verhältnisse, dieVerfolgung für das Bekeuntniß des Christenthums dort und das Lockendeund Ansprechende der neuen Irrlehre hier zu erwägen. Zu richtigererBeurtheilung diene Folgendes.

1) Luther's Unternehmen begünstigten die vor ihm auf de» allgemeinenConcilicn erhobenen ernstlichen Klagen über bestehende Mißbräuche. Daßer sich daher mit andern wohldenkenden Bischöfen gegen dieselben und na-mentlich gegen den Mißbrauch mit dem Ablässe erklärte, fand Anklang, zu-mal Luther in der ersten Zeit sich immer das Ansehen gab, als lehre erim Sinne der kathol. Kirche, und dringe nur auf Abschaffung von Mißbräu-chen und Verbesserung der Disciplin. So führte er Viele nicht allein aus demVolke, sondern selbst Gelehrte, wie Willibald Pirkheimer, Zasius, Wizeln. A. irre.

2) Um die neue Lehre anzupreisen, ließen Luther und seine Anhängerkein Mittel unversucht, die kathol. Lcbrc zu entstellen und die eigene als diereine, unverfälschte darzustellen. Man entblödete sich nicht, das bl. Meßopferals eine Abgötterei zu bezeichnen, die Katholiken wegen der Heiligenverehrungals Bilder- und Götzenanbeter zu verunglimpfen. Sogar in Glau-benösymbolen wurde von den CalviNistcn behauptet:Aus der römischenKirche ist die reine göttliche Wahrheit verbannt, die Sacramente sind in ihrverderbt, verfälscht und unecht; in ihr herrschen alle Arten desAberglaub ens und der Abg ö tte r ei")." Undbei solchem Beginnenschrieb Luther mit einer Zuversicht, die denen, welche ihm einmal ihre Nei-gung zugcwandt hatten, gar keinen Zweifel über die Wahrheit und das Rechtseiner Behauptung übrig ließ^)." Während die vermeintliche Tyrannei desPapstes mit den grellsten Farben durch Satyre und Schmähschriften geschildertwurde, hob mandie Freibcitdcs Evangeliums aufganzunzicmlicheWeisehervor.

3) Es darf auch nicht iii Abrede gestellt werden, daß die feurigen und po-pulären Schriften Luther's, Zwingli's u. A. neben vielem Verkehrten auch rechtviel Wahres, Schönes und Gründliches enthielten (s. S. 762);daß Mclanchthon, Calvin und Beza durch ihre klassische Bildung bestachen.Besonders wohlthucnd war die größere Sorgfalt Luther's und seiner An-hänger für den religiösen Unterricht der Jugend und des Volkes. Des Erstc-ren Katechismen haben bald genug auch Katholiken zur Erfüllung dieser hei-ligen Pflicht aufgefordert. Dazu kam noch die Einführung des Gottesdienstes

kl Thom. M'Cric, Gcsch. d. Fortschr. u. Unterdrückung d. Reform, in Ita-lien; a. d. E. von Friedrich. Lpz. 826. Derselbe, Gcsch. der Ausbrcit u.Unterdrück, der Reform, in Spanien, a. d. E. von Plieningcr. Stuttg. 835.

1) Deutsch Lpz. 8o5. Vgl. ^4 7'üetner, soll' MtroäuMone ilol Urotoxtn»-Mwi ln Itali«. tontnta, Kein« ot, binzioli 850.

2) So in d. Spnibolcn d. stanz. Calvinistcn. 3) C. A. Menzel Bd. I. S. 84,