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3. Zeitraum. 1. Periode. 2. Eapitcl.
de» Stoff zur Unzufriedenheit. An die Spitze der Mißvergnügten stelltensich die Untcrstattllalter Wilhelm von Oranien und die Grafen Eg.mont und Hoorne, von denen der crsterc bei seinem religiösen Indiffe-rentiümuS und in der Hoffnung, zur Leitung des Landes zu gelange», sichentschieden zum Protestantismus hinneigte. Sogar kathol. Edellcute verban-den sich durch den Com pro miß (1565), um die gedrohte Inquisition nndAnsfüllrung der Religionscdietc birtweisc von der Statthalterin suspendircnzu lassen. Bon dem zufälligen Umstande, daß die Dcputirten darum spott-weise G ncusen (Bettler) genannt wurden, erhielten die Verbündeten ihre»Namen. Zwar hatte die Deputation ausdrücklich erklärt, die kathol. Kirchesolle allein bestellen, aber schon 1561 hatten mehrere derselben das ersteGlaudensbckeuntniß ;o,mlMmv lx-lgicn entworfen und hielten auchbereits öffentlichen Gottesdienst' ». Die aus Frankreich herbeigeeilten Cal-vinisten dursten unter dem Schutze des Magistrats und der Edellcute selbstin großen Städten Bilder, Kirchen und Klöster plündern und zerstören; dieKathedrale zu Antwerpen, eine der schönsten Kirchen, wurde geschändet!Dennoch schloß die Regcntin, nachdem der verhaßte Cardinal Granvellaschon entfernt war, mit Ludwig von Oranien und 12 Edelleuten einen fürdie Reformirtcn beruhigenden Vertrag. Als aber die mißvergnügte Parteidennoch den zweifelbaftcn Krieg begann, mußte Wilhelm von Oranien nachDeutschland fliehen, Cgmvnt verließ den protestantischen Bund und begabsich zum Könige (1567): das Land ward unterworfen.
Damit hatte sich Philipp I I. begnügen sollen ; aber bei seiner mißtraui-schen Gesinnung sandte er den strengen Alba mit Heeresmacht nach den Nie-derlanden, der nach Margarethens Abdankung Gcneralstatthaltcr wurde. Ersetzte einen Rath von 12 Mitgliedern zur Untersuchung gegen die Ketzer ein,der außer vielen andern auch die Grafen Eginvnt und Hoorne zu Brüsselauf das Schaffst brachte (6. Juni 1568). Da brach in den nördlichen Pro-vinzen die Insurrection von Neuem aus; der Prinz von Oranien ward, an-geblich für den König von Spanien, zum Statthalter von Holland, Seelandund Utrecht ernannt. Alba ward abbcrufcn und durch den gemäßigterenRcqnesens ersetzt,' der für die spanische Herrschaft zu früh starb (1576);denn sein Nachfolger Juan von Austria war verhaßt, daher Wilhelmvon Oranien den Bund auf 5 Landschaften ausdehntc „zur Vcrtheidiguuggegen alle Gewalt, die ihnen' im Namen des Königs oder von seinetwegenangctban werden möchte." Und im Widerspruche mit seinen früheren Er-klärungen: „daß er sowohl wegen des Evangeliums als der römischen Kirchedie Waffen ergriffen habe, um beiden Parteien die Religionsfreiheit zu er-baltcn (1568), und daß die Katholiken in vollem Besitz ihrer Religions-übuug bleiben sollten," erließ er eine Verordnung (1582), worin er dicAus-übung des katllol. Gottesdienstes in Holland untersagte, die auch ausgeführtwurde. Durch den Waffenstillstand (1609) wurden die nördlichen reformir-teu Landschaften als Republik anerkannt; die enge Verbindung mit Frank-reich und England war die Veranlassung, daß der CalviniSmus hier herr-schend wurde, dessen Grundsätze die Synoden zu Dortrecht (1574 u.1618) annahmen, die Universität zu Leyden schützte und entwickelte. Docherhielten sich bei allem Zwange eine bedeutende Anzahl Katholiken in Holland,und die südlichen Provinzen Belgiens blieben ganz katholisch.
1> In eorpus lillror. SMbotieor. r>. 170—77.