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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 333. Der Protestantismus in den Niederlanden.

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Eigensinn, daß nicht alle Calvimsten katholisch würden, hob er endlich aufdenRath des Kanzlers le Tellier das Edict von Nantes auf (18. Octbr.1685), und setzte ein anderes in 12 Artikeln an seine Stelle^). Dieser-war nicht unbefugte, aber wenig angemessene Schritt brachte eine großeBewegung unter den Calvimsten hervor, um so mehr, da der MinisterLvuvois sogar die Gewissensfreiheit beschränkte, und gestiefelte Mis-sionäre (drugongdes, >u Mission bottöe od. Ids convsi sions pur loge-mens) in die Häuser der Calvimsten verlegte. Dies veranlaßte die Aus-wanderung von 67,000 Calvimsten nach England, Holland, Dänemarkund besonders nach Brandenburg.

§. 333. Der Protestantismus in den Niederlanden.

Kraäae Äaman/, 8. 4. bist. belz-icae duas dscades. Unm. 640647. 21'. l.u. oft. H. Leo, l2 Büch, nieder!. Geschichten. Hallc835. II. Thl. u. dcss.Lehrb. der Univcrsalgcsch. Bd. III. Iristor^ r>t tbe reixn ot

Dlubpp II., leinx ol 8j>uin, Dond. 857. deutsch von Scherer, Lpz. 857.9e,7t. L/anrK, bisturie de Uetbrmatii, eu andere Icerleel)'b8 Olsscbik!-ilenissen in en omtrsnt >ls blsderlandsn. ^mst. st Uolterd. 671704.

4 1'. 4. (bis 1623 >. Ausz. daraus: bistvirs abregce de la ret'ormat. dosDaxs-bas tra>I. du bcdlandais !>o t7errarcl Nrauckk. timst. 730. 312. Vgl. Hist, polit. Dlätt. Bd. VI S. >93 ff. 269 ff.

Die von Carl V. mit seinen Staaten vereinten Niederlande waren durchdie Handelsverbindungen und als Schauplatz der humanistischen und schola-stischen Streitigkeiten zur Aufnahme des Protestantismus vor anderen Län-dern geeignet. Dies fühlte Carl und ließ darum das zu Worms gegen Lutherund seine Anhänger erlassene Ediet in den durch so viele Privilegien ausge-zeichneten Niederlanden sogleich publiciren, bestellte Inquisitoren und befahl,um seinen Ernst zu zeigen, Heinrich Vocs und Johann Esch zu ver-brennen (1523). Dennoch wurde Holland bald der Sammelplatz der schwär-merischen, ausschweifenden Wiedertäufer. Es erschien auch eine voll-ständige nach Luther's Grundsätzen ins Holländische übersetzte Bibel vonJakob van Liesveld (1525). Carl erließ »och strengere Verordnungengegen die Ketzer (s. 1530), die aber auf Veranlassung seiner, bei treuer An-hänglichkeit an die kathol. Kirche, wohlgesinnten und männlichen SchwesterMargaretha von Parma, der damaligen Statthalterin, vielfach ge-mildert wurden. Strenger war die von Philipp >l. (s. 1555) übernom-mene Regierung, der die Reinerhaltung der kathol. Lebre durch despotischeMittel zu erreichen gedachte, und in seinem Eifer sogar garantirte Privilegiender Niederlande verletzte. Auch wurde es hart empfunden, daß die höherenAemter fast ausschließend Spanier iune hatten. Noch mehr steigerte sich dieUnzufriedenheit, als Philipp statt der seitherigen vier bischöflichen SitzeUtrecht, ArraS, Cambray und Tournay durch eine Bulle Paul's I V.(14. Mai 1559) M echeln, Cambray und Utrecht zu Erzbisthümernerheben und 14 neue Bischofssitze einrichten ließ u. A. Der Cardinal undMinister Granvella"), ein Beförderer des königl. Ansehens, vermehrte

1) Ucbcr Rechtmäßigkcit dieser Maßregel sagt Uu^o (Irotius (apol. Uivetiüiscnss. p. 22 ):Noriot Uli, qui Uvtormatorum sild imponunt vocabulum,non esse dia koodsra, ssd reZum edicta ob publicum lacta utilitatem, etrevocabilia, si aliud rsZibus publica utilitas suassritä' Man Vgl. (Lsnm's//bist, de I'edit. de Nantes. Dsltt. 69395. 5 1. 4.

2) Dokuments inedits, Dapiers d'etat du Oardiual de (Iranvelle. Dar,841-42. 3 D. 4.