§. 332. Der Protestantismus in Frankreich.
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sten Glückwünschungsschreibcn der europäischen Souveräne an einen Regen-ten wegen der Erhaltung seines irgend wie gefährdeten Lebens. Der edleB. Johann Hennuyer von Lisieur nahm sogar gegen den königlichenBefehl die Hngnenottcn seinerDiöcese in Schutz, und erntete die Freude dafür,sie fast sämmtlich zur kathol. Kirche zurückkehren zn scheu. Die tückische Ab-sicht, die Hugnenotten durch Unterdrückung ihrer Häupter zu schwächen, miß-lang. Den» da Carl kein Heer schlagfertig hatte, rüsteten sie sich mit größe-rer Wuth zum vierten Religionskriege (1573), errangen dadurchein neues Friedensedict, und gewannen auch durch Vereinigung mit den P o-litikern neue Stärke.
Carl IX. (st 30. Mai 1574) hinterließ das Reich zerrüttet, sein Bru-der, seit kurzem König von Polen, kam zurück und bestieg alsHeinrich M.den Thron Frankreichs. Ihm fehlte aber die bei so schwierigen Verhält-nissen nothwendige Entschiedenheit. Er mußte darum den überlegenen Hugue-notten einen ungleich günstigeren Frieden als alle früheren zugestehen (1576) :mit Ausnahme von Paris sollten sie überall freie Religionsübung und völligeGleichstellung erhalten; im Parlamente sollte eine gleiche Anzahl von Katho-liken und Calvinisten sein. Der Unwille der Katholiken darüber schuf nachdem Vorbilde der Calvinisten zu Perronne die Ligue gegen dieselben, undder König hielt es für das Gerathenste, sich auf dem Reichstage zuBlois(1577) an die Spitze derselben zu stellen. Als nun die Hugnenotten die Be-dingungen deS letzten Friedensedictes verletzten und ein neuer Krieg entstand,bewilligte das neue Edict von Poitiers (d. I.) nur beschränkte Reli-gionsübung. Der König von Navarra und der junge Prinz Condö standenander Spitze der Calvinisten, und schienen Ansprüche auf den Thron machenzu wollen, da Heinrich III. kinderlos und sein Bruder, der Herzog vonAleneon, gestorben war. Auch bangte den Katholiken bereits vor einem cal-vinistischen Regenten; sie wollten daher den Cardinal Bourbon, OheimHciurich's von Navarra, als nächsten kathol. Verwandten auf den Thronerheben. Dieser erließ auch in diesem Sinne das Manifest zu Perronne(1585). Man bewarb sich um die Zustimmung P. Gregor's XIII. fürdie darunter versteckt liegenden hinterlistigen Pläne. Auch zeigte sich dieserfür einen Augenblick beifällig, nach genauerer Kenntniß aber stand er sogleichdavon ab, so wie auch sein Nachfolger Sirtus V) die Ligue als eine ge-fährliche Verschwörung von sich wies, zugleich aber auch den König von Na-varra und den Prinzen Condö mit Berufung ans die Grundgesetze des Reichesdes französischen Thrones für unfähig erklärte. König Heinrich von Navarraappellirtc an das Parlament, welches ohnehin schon die Verkündigung der»äpstlichen Bulle verweigert hatte. Es entspann sich nun ein abermaligerKrieg, in dem Heinrich von Navarra den Sieg bei Coutr as erfocht (1587).AlsHeinrich III. den Herzog von Guise und dessen Bruder, den Cardinal,hatte ermorden lassen, erhob die Ligne ihre Faust und die Pariser Sorbonnedas zweischneidige Schwert des Geistes in so furchtbarer Wei se, daß ersich mit Heinrich von Navarra verbinden mußte, nun aber von dem jungenDominicaner I a ko b Clement ermordet wurde (2. Ang. 1589).
Ihm folgte ungeachtet des päpstlichen Bannes derMönig von Navarraals Heinr i ch IV., und fand unter d er Bedingung Anerkennung, daß er
W kleinere kathol. Kirchen zerstört wurde» u. A. vgl. st*W. v. Schütz, die auf-Mllte Bartholomäusnacht. Lpz. 845. Freib. Ktrchenlerikon ?. v. Bluthochzeit.
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