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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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3. Zeitraum. 1. Periode. 2. Capitel.

HofeS den Frieden von St. Germain (1570), welcher den Huguenonc»Gewissensfreiheit und viele Städte zu ihrem Gottesdienste einräumte, sie zuStaatsämtern zuließ, und ihnen zum ttnterpfande sogar die Festungen LaRochellc, Montauban, C ognae und La E harits einräumte. Merdie Erinnerung an die Greuelscenen der Huguenokte» nährte einen dumpfenGroll bei den Katholiken.

Carl IX. suchte zur Erhaltung des Friedens den feindlichen AdmiralColigny zu gewinnen und zog ihn an seinen Hof. Dieser flößte ihm einenHaß gegen seine Mutter ein, und reizte ihn zum Kriege gegen Spanien durchUnterstützung der empörten Niederländer. Bei der Vermählung Heinrichsvon Navarra (Heinrich IV.) mit Margaretha, der Schwester des Königs,als eine große Anzahl calvinistischer Edettcute nach Paris geströmt war,brach der lange verborgene Groll hervor: es leuchtete die Fackel der furcht-baren Barthol omäuSn acht (24. Aug. 1572). Sie war nicht einelange vorbc re itete Handlung, sondern vielmehr das Resultat einesraschen Entschlusses, um nämlich den befürchteten Folgen eines am 22. Augustmißlungenen Mordversuches der Königin Mutter gegen Coligny vorzubeugen.Catharina von Medicis, ihr jüngerer Sohn, der Herzog von Anjou und ihreVertrauten bestürmten den König, in die Ermordung des Admirals Colignyzu willigen, weil er durch Herbeirufung auswärtiger Hilfe einen neuen Bür-gerkrieg erregen wolle, und das Leben des Königs selbst in Gefahr bringe.Nach längerem innerem Kampfe willigte Carl ein. Der Herzog von Guisedrang, um seinen Vater zu rächen, zuerst in das Haus des Admirals Colignyund tödtete ihn ; die Glocke des Palastes gab den Parisern, die durch vorherausgestreute Gerüchte von Verschwörungen der Calvinisten waren aufgereiztworden, das Zeichen zur Ermordung der anwesenden Huguenotten. Bei derEntzügelung der Leidenschaften wurden in Paris und den Provinzen unge-fähr 4000 gemordet, worunter selbst viele Katholiken waren. Bon der unbe-stimmten und schwankenden Meldung des rathlosen Hofes an die Gouverneureder Provinzen: der Aufstand sei durch die Guisen entstanden, und gleich da-rauf, die Entdeckung einer Verschwörung gegen das Leben des Königs habedie Veranlassung zu dem Blutbade gegeben , war die letzte Form auch nachNom gelangt. Wenn darum Gregor XIII. ein IV I)e»m und Muret seineoft mißdeutete Rede hielt *), so hat dies so wenig Auffallendes als die neue-

*).Dic betreffende Stelle in Murct's Rede heißt: Vsriti non sum uclversusillius rsgis ckMit ac Litlutsin consururs, u. giw post tot utrvciu krcmora nonmoclo vsniara consscuti eruich soll stürm lisuigns st umuulsr sxcspti. tzua eo»-juratious sub iil chsum tsmpus, guod pittruuelo scvleri ilicutum ae constitutumvrut, äivinitus üstesta achus iiuletüctu, couversum sst in illorum scelsratorumas kosclikragortun cu-Mu ich guocl chsi irr regem st in totuni irrops llonrnrn aestirpsm regiuw luucliinuluuitur. <i uostsnr illunr msmoimbilsm (Mrs xaueu-rum seclitinsnrum interitu r egem u zirussenti cusilis pericnlo, regnum a gergotuacivilium Irellorum lormiäirrs libsruvit. Nursti orutio XXll g. 177. ozip.Kulrirlesnü. In Ansehung der so sehr übertriebenen Anzahl der Gctödtctc»(man variirt von 10,000 bis 100,000) ist zu bemerken, daß der gewiß unver-dächtige la kopslinisrs die zu Paris Gctödtctcn aus 1000 angibt, und daß >»andern Städten nur Wenige ermordet wurden. Bei der schmähsüchtigcn Ausbeu-tung dieses in der That vcrdammungswnrdigen Ereignisses vergißt man in derRegel aber, daß ftiihcr von den Huguenotten eine ungleich größere Anzahl er-mordet wurde. So hatte der Marschall Montgommerp z» Orthcz allein 3000Katholiken »icdcrmepcln lassen; man weiß, daß 2300 Mönche zugleich ermordetoder in einen Brunnen gestürzt, andere lebendig vergraben, 50 Kathedralen und