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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 332. Der Protestantismus in Frankreich.

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pencens und dem Jesuiten L a i n e z einerseits, und B eza und PetrnSMartyr Vermili andererseits, wobei besonders die Disputation über dasAbendmahl heftig wurde, ohne ein Resultat herbeizuführen Z. Als sich dieGuisen mit dem Könige Anton von Navarra und dem Connetable vonMontmorency verbanden, fand esdie rank ev olle Regentin angemessen,sich a» de» Prinzen Condö anzuschließen. Dadurch erlangten die Hugue-notten ein Edict zu freier Religionsübung und Versammlung außerhalb derStädte (1562), wofern sie sich aller Gewaltthätigkeit gegen die Katholikenenthielten. Als die elfteren aber diese Bedingung nicht erfüllten, vielmehrdurch die erlangte Begünstigung dreister gemacht, Priester und Mönche töd-teten, prächtige Kirchen zerstörten; das resormirtc Eonsistorium zu Castressogar beschloß, die Leute mit Gewalt von der Straße in ihre Predigten zuführen; die von Vir et berufene Synode zu Nimes (Febr. 1562), aus70 Predigern bestehend, befahl, alle Kirchen der Diöcese niederzureißen; dieHuguenotten endlich die Katholiken vertrieben oder in ihren religiösen Hebun-gen störten, wurden die letzteren aufs Tiefste verletzt und erbittert. Es ent-zündete sich ein gegenseitiger Haß, der sich bis zu verheerenden Reli-gionskriegen gesteigert hat ').

Die Veranlassung dazu gab das Gefolge des Herzogs von Guise zuBassy in der Champagne, das mit den in einer Scheune versammeltenHuguenotten in Streit gerietst. Der zur Vermittelung herbeigeeilte Herzogwurde mit einem Steine verwundet, daher seine erbitterten Begleiter gegengg Huguenotten tödteten. Die Calvinisten erhoben darüber laute Klage, alsüber Verletzung ihres erhaltenen Edictes, und als der englische GesandteThrockmorton den Prinzen Condö aufreizte, begann ein blutiger Krieg.Da in der unentschiedenen Schlacht bei Dreur (Decbr. 1562) mehrereParteihäuptcr gefangen, der Herzog von Guise bei der Belagerung von Or-leans (1563) von dem protestantischen Edclmanne Poltrot meuchelmör-dcrisch erschossen wurden, auch der König von Navarra an einer tödtlichenWunde starb, erschien die Verordnung von Amboise (März 1563) alsein Schritt zur Aussöhnung: den Huguenotten ward Freiheit des Cultus inihren Städten zugesichert. Dcßungeachtct zeigte sich gleich darauf neue Un-zufriedenheit: es begann ein zweiter Bürgerkrieg (1567) in Folgedes Versuches, sich des Königs im Schlosse Monceaur zu bemächtigen;auch war zu derselben Zeit die blutige Scene der s. g. Michel ade zu Nis-mes von den Huguenotten verübt worden. Durch Hilfe des Chursürsten vonder Pfalz errangen sie den Frieden von Lo nsümeau (1568), der das Edictvon 1562 ohne die spätere Clausel in Kraft setzte. Der Frieden aber warvon den Huguenotten nur in der Hoffnung ans Verstärkung eingegangen wor-den; als sie daher durch Elisabeth von England und von den Niederlandensolche erhielten, begann der dritte Krieg (1568), der die vorhergehendenan gegenseitiger Erbitterung und Grausamkeit bei weitem übertraf: Brique-niaut/der Hauptanführer der Huguenotten, trug ein Halsband von Ohrenermordeter Priester! Als das Haupt der reformirten Partei, der Prinz Condö,in dem Treffen bei Jarnac gefangen und erschossen wurde (1569), tratCaspar Coligny an dessen Stelle unlk erzwang bei der Kraftlosigkeit des

1) Die Carl IX. i. I. 1561 überreichte eontessiv LluIIieanu inevMs libror. szunbolicvr. p. 110125. 2> Taeretekke, bist, de kdraneoMuUm Iss Zuerrss >Is rsl. Our. 815 8g. 4 ll. übers, v. Kiescwettcr. LpZ.815 ff. 2 Bde. Herrmann, Frankr. Rcl. u. Bürgcrkr. im 16. Iahrh. Lpz. 828.

«lzog'S Klrchcngcschichte. 7. Auflage 53