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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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3. Zeitraum. 1. Periode. 2. Capitel.

Schmähschrift gegen die Transsubstantiation an die Thüre des Königs anzu-schlagen Z, traf Franz I. ernste Anstalten, die Verbreitung des Protestan-tismus in Frankreich zu hemmen, weil er hier dasselbe Unheil wie in Deutsch-land fürchtete. Viele Protestanten wurden hingerichtet, andere zur Fluchtgenöthigt; unter den letzteren war auch Calvin, dessen Reform zu Genfeine Pflanzschulc für Frankreich wurde.

In Deutschland aber unterstützte Franz l- mit schlauer Politik die Prote-staute», und erwarb stch dadurch das Ländergebiet von Metz, ToulundVerdun ff. S. 795.). Der weitern Verbreitung des Protestantismus inFrankreich wurde die Schwäche seiner Nachfolger (st 1547) günstig. Zwarerließ Heinrich II. (154759) noch strengere Verordnungen gegen dieCalvinistcn, besonders durch das Edict von Cbateaubriand (1551),welches die Untersuchung gegen die Ketzer von den kirchlichen Gerichtshöfen,die keine Todesstrafen erlassen konnten, an die weltlichen Gerichte zurück-wies. Da stch jedoch bald ein Schwanken in den Regierungsgrundsätzenkundgab, bildeten sich zu Paris, Orleans, Rouen, Lyon, Angersprotestantische Gemeinden. Auf der Generalsynode zu P aris (1559) ver-einigten sie stch zu einem calvinischen Glaubensbekenntnisse mitP'resbyterialverfassung. Selbst die strengeren DisciplinargesetzeCalvin's wurden darin angenommen, und die Hinrichtung der Ketzerzur Pflicht gemacht, als ob sie ihren Gegnern die Behandlung gegen stchselbst hätten vorschreiben wollen. Mächtiger erhoben sich die Huguenot-t cn*) unter der kurzen Regierung Franz II. 155960 und des unmün-digen Carl IX. 156074, für welchen seine Mutter Katharina vonMedicis die Regentschaft führte, und während welcher die Fraktion derHerzöge von Guise und des Prinzen von Bourbon um die Oberherr-schaftrang. Katharina, von wahrer Religiosität entblößt, abergläubischund intriguant, nahm keinen Anstand, das Interesse ihrer Kinder ihrertrügerischen Politik zu opfern. Je nach den Umständen begünstigte sie jetztund später unter Carl IX. bald die katholische, bald die protestantische Par-tei. Zunächst verband sie sich mit den Guisen, den Hauptfeinden der Hugue-notten, und durch Verheiratung Franz II. mit Maria Stuart verstärkte sichnoch die Partei gegen die Bourbonen. Dies gab die Veranlassung zu derVerschwörung der Calvinisten gegen Franz II. und die Guisen zu Amboisc(1560). Die calvinischen Theologen, worunter Beza, hatten darüber einbelobendes Gutachten ausgestellt. Man erhielt jedoch vorher Kunde davon;die Anstifter wurden hingerichtet. Das Edict von Rom orantin (15KV)verhinderte noch, wiewohl sich Symptome aufrührerischer Bewegungen unterden Protestanten zeigten, die Einführung der Inquisition. Auf BittendesAdmirals Coligny verordnete die Versammlung von Fontainebleau(d. I.) sogar, das gerichtliche Verfahren gegen die Huguenotten in reli-giöser Beziehung ganz einzustellen ; zur Abschaffung der kirchlichen Miß-bräuche wurde ein Nationalconcilinm verheißen. Die Folge dieser Nachsichtwar eine neue Verschwörung des Prinzen Conds. Doch unter Carl IX.begnadigte Katharina den Prinzen und veranstaltete aus besonderer Rücksichtgegön den Admiral Coligny das Religionsgespräch zuPoissv (1561) zwi-schen dem Cardinal von Lothringen, dem Theologen Claudius ES-

Bei Iiistoria. evrmSsIn reuovati VI p. 50.

Anfangs ein Spottname für die Protestanten Nachtgespenster; dieverschiedenen Erklärungen s. bei bist, äs Kranes. 10, 54.