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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
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816
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»I«

3. Zeitraum. 1. Periode. 2. Capitel.

Rönnow von Roskild nichts wissen und starb als Märtyrer im Kerker (1544).Man rief fetzt Bugenhagcn von Wittenberg herbei (1537), um dieReform zu vollenden. Er krönte den König und brachte die Kirchenordinmgin eine knechtische Abhängigkeit von demselben; statt der Bischöfe wurden 7Superintendenten eingesetzt , die aber bald wieder den nun bedeutungslosenTitelB isch ö fe" annahmen. Der Reichstag zu Od en fee (153g) be-stätigte diese Kirchenordnung, und der zu Kopcnbagen (Octbr. 154ß)vernichtete die politischen Rechte der kathol. Kirche gänzlich; der König undAdel Heilten sich in ihre Güter. Die Katholiken wurden aller Aemtcr unddes Erbrechts für verlustig erklärt; oft wurde ihnen nur die Wahl zwischenAbschwörcn und Auswandern gelassen; katbol. Geistlichen wurde unter Todes-strafe der Aufentbalt verboten, deren Beherbergung mit gleicher Strafe bedroht.

Nach Norwegen H wurde das Lutherthum durch den EB. von Dront-hcim verbreitet. Er war ein treuer Anhänger des Königs Christiern II.geblieben; als dieser aber erlag, mußte er nach den Niederlanden fliehen(1537); ein anderer Bischof resignirte, und ein dritter wurde gefangen ge-nommen, so daß der Protestantismus keinen Widerstand mebr fand. Wolltendie niederen Geistlichen ihre Stelle behalten, so mußten sic lutherisch wer-den; viele Ordensgeistliche zogen die Verbannung vor. In Islandsempörte man sich anfangs gegen die Znmuthung lutherisch zu werden; alsaber einer der Bischöfe, Jon Aresen, enthauptet ward, leisteten die Be-wohner nicht mehr so hartnäckigen Widerstand und ließen sich (s. 1551) N-mälig die Neuerung gefallen.

Z. .'->29. Der Protestantismus in England.

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Die alle wichtigeren Verhältnisse erschütternde Bewegung stellte auch dieHeiligkeit der Ehe in Fpage (s. S. 764); und dies ward auch der Ausgangs-punkt der kirchlichen und politischen Umwälzung in England. Heinrich VIII.hatte bei dem frühzeitig erfolgten Tode seines Bruders Arthur mit Dispen-sation P. Julius II. dessen Wittwe Katharina v on Aragonien gech-licht (1509). Jene Ehe mit Arthur war, wie Katharina später betheuerte,gar nicht vollzogen worden. Heinrich hatte 17 Jahre glücklich mit ihr ge-lebt, 3 Söhne und 2 Töchter mit ihr gezeugt, von denen nur Maria, diespäter Königin wurde, noch lebte. Plötzlich regten sich bei Heinrich Zweifel

1) Gebhardt, Gesch. v. Dänem. (allgcm. Welthist. Th. 23- Halle 770. S. löö.l

2) Harboc, Reform, in Island. (Hist. Abhandl. Altona 796. Bd. 6 u. 7)