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3. Zeitraum. 1. Periode. 2. Capitcl.
erhöbt (4 6. März 1594). Zum Danke dafür wurde die vom Könige amgrünen Donnerstage vorgcuommene evangelische Fnßwaschung der Armenvon der luth. Geistlichkeit als abgöttischer, papistischer Gebrauch verpönt'die Armen, an denen der Ritus war vollzogen worden, wurden mit demBanne belegt und weiterer Almosen für unfähig erklärt.
Nach der Abreise Sigismund's beging Herzog Carl offenbare Frevel undGewaltthätigkeit, stellte König Sigismund als Verräther an der Verfassungund Religion des Landes dar. Auf dem Reichstage zu Süderköping(1595) wurde dem Könige sogar daraus ein Verbrechen gemacht, daß erKatholiken Aemter und freie Religionsübung gegeben habe, und beschlossen:alle nicht zur lutherischen Lehre gehörende Scktirer innerhalb 6 Wochen ausSchweden zu entfernen, im Falle der Weigerung aber durch die Gewaltdes Magistrats zu vertreiben; Niemand dürfe an den König appelliren,wenn er sich außer Landes befinde; alle Beamten sollten durch Herzog Carlbestallt werden. Das Kloster zu Wadstena wurde gewaltsam aufgeho-ben ; der Herzog riss alle Besitzungen, die Geistlichkeit die kostbaren Kirchen-geräthe und Kirchengewänder an sich. Je mehr das Volk der Annahme sol-cher Decrete widerstrebte, desto gewaltthätiger waren die Mittel des Herzogs,das Lntherthum zu befestigen. Solchem Greuel hoffte der König durch seineGegenwart zu steuern (1598). Es lag nur an ihm, den überwundene»Herzog zu vernichten, aber er wollte kein schwedisches Blut vergießen.
Diese Großmuth wußte jedoch Carl nicht zu würdigen. Durch die Un-entschlossenheit und voreiligeAbreise Sigismund's ermuthigt, versammelte Carldie Stände zuIonköp i ng (Januar 1599) und ließ Sigismund beschuldigen,er wolle die Schweden in die Jrrthümer des Antichrist zurückführen. Aufder fol-genden Zusammenkunft zu Stockholm (Mai d. I.) kündigten die ausgewie-gelten Stände dem Könige schon den Eid der Treue auf, wenn er nicht in alleihre Forderungen eingehe, namentlich seinen Sohn Wladislaw dem Herzog Carlin Schweden zur Erziehung anvertraue; denn durch sein Beharren bei derkathol. Religion beraube er sich und seinen Sohn alles Rechtes auf dieschwedische Krone! Wer sich für den König Sigismund erklärte, wurde ent-hauptet '). Aus dem Reichstage zu Linköping (1600) nöthigte Carl dieStände, Sigismund und seine Nachkommen der Krone Schwedens für ver-lustig zu erklären , weil er gegen das Testament von der wahren Lehre desEvangeliums abgefallen sei. Viele bereits eingekerkerte Individuen, worun-ter auch 9 Reichsräthe, büßten die Treue gegen Sigismund durch Enthaup-tung ; die Meisten aus ihnen starben im Gefühle ihres Rechtes mit Helden-muthe. Aufder Ständeversammlnng zu Nordköping (22. März 1604)wurde Sigismund nochmals unter Beschimpfungen ^ des Tbrones verlustigerklärt, der Herzog Carl zum Könige ausgerufen. Die Gewaltthätigkeit,mit der Gustav Wasa und Carl IX. als ein Schrecken der kathol. Kirchedurch den Protestantismus sich auf den Thron erhoben und befestigten, hatfrühzeitig das Weltgericht der Geschichte erfahren.
K. 328 In Dänemark, Norwegen und Island.
Die Macht im Staate war auch in Dänemark') zwischen dem Adel
1) Die „Sion" (Septcmbcrhcft Nr. 106 ff. 1841) gibt in Briefen aus demNorden Mitthcilungen aus dem merkwürdigen Buche „Herzog Carl'sSchlachtbank."
2) Kurzgcfaßtc Rcformationshistorie der dän. Kirche von Lrieo kantoxpiäMo.Imb. 734. Desselben ^.im. s. oben S. 428. Note 2. Munter, Danske Rcf.