§. 327. Der Protestantismus in Schweden.
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Religion erzogen, war er ihr auch treu ergeben. Als ihn daher die Sena-toren in Schweden nach dem Tode seiner Mutter auffordertcn, zur Sicherungder Krone die Augsburger Confession anzunehmen, erwicderte er: „nichtachte er die weltliche Macht für so groß, um solche gegen das Himmlische zuvertauschen." In Polen hatten sich ihm bald alle Herzen zugewandt, undStanislaus Karnkowski schrieb über ihn: „Wer wollte nicht ausAllem, was der Herr in diesem außerordentlichen Jünglinge, dem Könige,gewirkt hat, Gottes besondere Vorsehung und Güte anerkennen und bewun-dern?" Bis zu seiner Ankunft in Schweden war der Herzog Carl zumReichsvcrweser ernannt worden. Diesen Zeitpunkt benutzte dieser, um sichvermittelst des Protestantismus den Weg zum Throne Schwedens zu bahnen.Ohne Zögerung schrieb er ein Nationalconcil aus Geistlichen , den Neichs-und den übrigen Ständen bestehend nach Upsala aus (25. Febr. 1593), weildie Schweden nicht mehr, wie die Papisten, allein durch gesalbte und ge-schorene Creaturen Concilien halten sollten. Die knechtischen Bischöfe leg-ten wahrhaft lächerliche Sündenbekenutnisse wegen der Annahme der Litur-gie Königs Johann ab. Die vermeintlichen Auswüchse des Katholicismuswurden verworfen, die Augsburger Confession angenommen; wer sie nichteidlich bekenne, solle weder zum Amte eines Predigers noch Schullehrers be-fördert werden. Unter dem Ausrufe: „Nun ist Schweden wie Ein Manngeworden und Alle haben einen Gott," endete das Concil, und Herzog Carlfügte im gebieterischen Tone bei: „Wenn Sigismund die Beschlüsse nichtunterschreibt, so soll er auch nicht König werden."
Als dieser bald daraus nach Schweden kam, um von seinem väterlichenThrone Besitz zu nehmen, gab seine kathol. Gesinnung der lutherischen Geist-lichkeit und dem Herzog Carl sogleich Veranlassung, das Volk gegen denedlen Monarchen zu verstimmen. Schon die Gegenwart des ihn begleitendenpäpstlichen Nuntius MaleSpina war hinreichend, um sich Ausfälle gegendie Katholiken zu erlauben. In intolerantem Eifer wurde dem Könige sogarder öffentl ich e kathol. Gottesdienst verweigert. Der lutherische Prediger-Erich Sch epp er zu Stockholm tobte von der Kanzel, als man einenkathol. Polen feierlich begraben hatte, über diesen gotteslästerlichen Frevel,und verhängte über ganz Stockholm das Interdikt. Bei deni Plane Carl's,die Herrschaft des Landes zu erlangen, konnte Sigismund selbst bei den red-lichsten Gesinnungen und den größten Zugeständnissen in politischer undreligiöser Beziehung die verdiente Anerkennung nicht erhalten ; offene Em-pörung wurde gegen ihn angezcttelt. Gleichwohl traf er noch vor seiner Ab-reise treffliche Anordnungen zum Wohle des Reiches; Herzog Carl und dieReichsrichtcr sollten während seiner Abwesenheit gemeinschaftlich die Regie-rung führen; die Privilegien und Freiheiten zu Gunsten der Landesreligionwurden feierlich bestätigt, die Einkünfte der höhern und niedern Geistlichkeitvermehrt und das Ansehen und Gewicht der Bischöfe^) und Prälaten
*l Wie in Dänemark, so besteht auch in Schweden die bischöfliche Würde»ur dem Namen nach; die Superintendenten standen daher, auch als sic nochnicht ordinirt wurden, den Bischöfen ganz gleich. Daher sagt Munter a. a. O.Bd. 1. S. 334.: „Die schwed. Kirche ist mit der dän. völlig darin einverstanden,baß die bischöfl. Ordination blos als ein ehrw. Gebrauch der ältesten Kirche bei-'behalten zu werden verdiene; daß aber aus ihr keincsweges dicjcn. Rechte u.Vorzüge hcrgcleitct werden können, welche die Anhänger des Episkopalspstcms dembuchest. Amte als eine Folge dcrConsecration beilegen."