§. 327. Der Protestantismus in Schweden.
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Evangeliums." Solche Klagen mußte Gustav bei seinem Tode (30. Sept.15K0) als die Frucht seiner Bestrebungen vernehmen. Unter seinem ältestenSohne Erich Xl V. blieb die Lage der kathol. Kirche dieselbe; aber inner-halb der neuen entspann sich, nachdem der Franzose Dionys Beurreus,Freund Ealvin's und Veza's, auf deS Königs Gesinnung Einfluß gewonnenhatte, ein heftiger Streit der Reformirten und Lutheraner. An der Spitzeder letzteren stand Johann Oseg , B. von Westeräs. Daö Luther-thum siegte über den Calvinismus, und der Versuch, den letzteren einzu-führcn, führte Erich's Sturz (14. Sept. 1568) und schmachvollen Tod her-bei (25. Febr. 1577).
Ihm folgte sein nächster Bruder als Johann UI. (1568—92), derunbefriedigt durch die Polemik der Protestanten sich an den Werken der Kir-chenväter erfreute, und Zuneigung für den Katholiciömus empfand. Hierinwurde er durch seine Gemahlin Katharina, eine polnische Prinzessin, undderen Beichtvater, den Jesuiten Herbst, bestärkt. Mit Ueberzeugung be-trieb er das h. Geschäft seiner Vereinigung mit der Kirche und der Wieder-herstellung deS alten Glaubens im Staate, aber mit Vorsicht. Spuren die-ses Sirebens waren die zur Erweckung der Sittlichkeit des Klerus erlassenen13 Artikel; noch bestimmter zeugten davon die Zusätze der Agende, die ver-greise EB. Lorenz Anderson erließ (1571), worin gesagt war: „Der h.Anschar und die übrigen Heiligen Schwedens haben den wahren GlaubenChristi verkündet, zum Verständniß der h. Schrift sind die Werke der Kirchen-väter nothwendig" ^). Der Jesuit Herbst griff die Agende an, und verbrei-tete zur richtigen Würdigung der kathol. Lehre den Katechismus desPetrus Canisius. Auch erachtete cs Johann für nothwendig, daß dieKönigin die Communion unter zwei Gestalten empfange, was ihr aber derCardinal Stanislaus Hosius^) eindringlich widerrieth. Nach demTode des EB. von Upsala und der Bischöfe von Linköping und Westeräs,versuchte der König, die erledigten Stellen mit Männern seiner Gesinnungzu besetzen, und seit seiner Unterredung mit dem Jesuiten Warszewicki^)(1574) ging er rascheren Schrittes an die Ausführung seines Werkes. Erberief ein Concil, bei dessen Eröffnung er ein trauriges Bild von der innerenZerrissenheit der protestantischen Kirche entwarf. Als der Klerus sich ihmgeneigt zeigte, besetzte er den erzbischöflichen Stuhl mit Lorenz PetersonGothuö; für Linköping bestimmte er Martin und für Westcräs Eras-mus. Der erstere verpflichtete sich zur Unterschrift von 17 ganz kathol.Artikeln, auch wurde er nach kathol. Ritus consecrirt. Er ging sogar mitdem Könige eine Convention ein, wofür auch die andern Bischöfe allmäliggewonnen wurden. Bald erschien eine vom Könige, wahrscheinlich unterdem Beistände seines Kanzlers Peter Fecht^) verfaßte Liturgie (1576).Steward fast allgemein angenommen, nur der Herzog Carl von Süder-mannland, der wie sein Vater vom Protestantismus Vorthcil erwartete,widersetzte sich, angeblich „weil es ihm weder erlaubt sei, in der ReligionNeuerungen vvrzunehmen wegen des Testamentes des Vaters, noch cs inseiner Gewalt liege, die Gewissen seiner Priester zu zwingen, daß sie dieLehre des Evangeliums, die bereits seit 50 Jahren im Vaterlande üblich
l) Theener Thl. 1. S. 348-353. - 2) Ebendas. Thl. I. S. 363 ff.
Ebendas. Thl. I S. 390 ff. - 4> Bei Meint er (Magazin für KG.u-«N. des Nordens. Bd. II. S. 4l—48.), fälschlich den Jesuiten zugcschricbenbTh einer Th. I. S. 421 ff.