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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
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810
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3. Zeitraum. 1. Periode. 2. Capitcl.

lich Lutheraner waren, vertheidigen. Das Volk zog bewaffnet nach Upsalaum den protestirendcn Erzbischof gegen die Gewaltthätigkeit der königlichenCvmmissarien zu vertheidigen. Der König lockte den EB. an den Hof, undließ ihn nun die Anhänglichkeit des Volkes durch die schwersten Leiden büßen.Während die Stimme anderer Hirten und der niederen Geistlichkeit vor demReize der Verheißungen verstummte, zeigten sich besonders dieKloster-sungf rauen zu Wadstcna heldenmüthig; dafür mußten sie die rohesteGewaltthätigkeit erleiden! Vergebens erscholl hierüber der SchmerzensrufClemens VIl. ! Der früher erwählte EB. Magnus Knut von Upsalaund P et c r I a k o b s o n, B. von Westeräs, wurden unter dem Vorwände,daß sie Urheber der ungünstigen Stimmung der Thalbewohner gegen denKönig seien, zum Tode verurtheilt, schmachvoll verhöhnt und hingerichtet;ihre Leichname auf das Rad geflochten, den Raubvögeln zur Speise überge-ben (Febr. 1527). Ein wunderbares Phänomen am Himmel hatte den sterben-den Märtyrer Jakobson verherrlicht! Nun erklärte der König auf dem Reichs-tag zu Westcräs (1527), wo beide Religionsparteie» sich heftig bekämpften,mit heuchlerischerTückc: er könne unter solchen Verhältnissen nichtlänger regierenund wolle abdanken. Aus Furcht vor Anarchie wurden ihm die Besitzungen derBisthümcr, Domcapitel und Klöster überwiesen, dem Adel bewilligt, die Ver-mächtnisse seiner Vorfahren (s. 1453) zurückzufordern, der Klerus sollte aufdieäußerste Nothdurft beschränkt werden. Die warnende Stimme des freimüthigenBraske, B. von Linköping, wirkte nur momentan. Die Bischöfe wurdenhier so gcdemüthigt, daß sie durch Unterschrift bekennen mußten^ ihre Vor-fahren hätten ihre hohe Würde und Macht schlecht angewendet, Revolutiongegen Staat und König angczettelt. Nun trat Gustav mit der Hauptsachehervor : daß man auf das reine Wort Gottes, wie es die neuen Lehrer ver-kündigten, achten solle. Sogleich begann die Reform der Kirchen durch eineLiturgie in der Landessprache und Abschaffung des Cöttbats. Daraufwurde auf der Versammlung zu Oerebro (1529) die Reform vollendet.Lorenz Peterson erhielt den erzbischöflichen Stuhl von Upsala (1531), undnach wohlberechneter Taktik auch eine vornehme Frau. Bald aber fühlte erund alle Diener der neuen Lehre den Despotismus Gustav's, der ganz ostenaussprach:Priester sollen keine Herren sein, und ich werde es nie so weitkommen lassen, daß di»Prälaten das Schwert erhalten." Darum griffendie Koryphäen der Reform, Olof Peterson und Lorenz Anderson, den Königin ihren Predigten an, und schmiedeten eine Verschw ö rung gegensein Leben. Die Stände von Ocrebro (1540) verurtheilten sie zum Tode;für Geld, aber erhielten sie Verzeihung. Nur Anderson verlor auf immerseine Stelle, und starb verlassen und verachtet zu Strengnäs (1552), wo erden Krieg gegen die kathol. Kirche begonnen hatte! Auf dem Reichstagezu Wester äs (1544) vollcneete Gustav den Sturz der kathol. Kirche, underreichte zugleich die Erblichkeit des Thrones in seiner männlichen Nachkom-menschaft.

Die neue Lehre hatte nicht Veredlung, sondern Vcrderbniß der Sittenbewirkt. In einem über Schweden hercingebrochenen Sturmwetter glaubteGustav ein göttliches Strafgericht zu erkennen, und erließ als Oberherrder Kirche eine kirchliche Verordnung (8. Juni 1544) zu eiiem UägigeuFasten. Dasselbe erneuerte der EB. von Upsala (1558):denn, sagte er,Viele nehmen sich unter der Freiheit des Evangeliums die Erlaubniß Heraus,geflissentlicher zu sündigen, als sei dies gleichsam der Zweck des gepredigten