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3. Zeitraum, t. Periode. 2. Capitcl.
die in Leipzig gewesen waren, die neue Lehre (1521); bald verkündeten die-selbe hier 2 lutherische Prediger aus Schlesien. Die alsbald erlassenenVerordnungen, die neuen Religionsgrundsätze durch Feuer und Schwert zuvertilgen (1523) , blieben ohne Wirkung; denn bald entstand zu Herniann-stadt eine lutherische Schule (1524), und der Adel bemächtigte sich der Gü-ter der Geistlichkeit. Nach der Schlacht bei Mohacz, die über Siebenbürgendasselbe Schicksal wie über Ungarn brachte, wurde man dreister und versagtezu Hermannstadt Mönche und Papisten (1529). Der lutherische PredigerJohann Honter zu Kronstadt wirkte besonders durch Verbreitung vonSchriften für das Lntberthum. Bald wurde in einem Theile Siebenbürgensdie Messe abgeschafft, oas Abcnvinakl unter beiden Gestalten ausgetheilt(1542). Die sächsische Nation, im 12ten Zahrh. von König Gcpsa hcr-beigczogcn worden, ging sämmtlich aus der Synode zu Medwisch zurAugsburger Confession über. Die Magyaren hatten sich meist für die refor-mirte Kirche erklärt, wogegen die Wallachen dem griechischen CultuS ergebenblieben. Während der Thronstrcitigkciten in Ungarn bewilligte der Land-tag zu Klausenburg (1556) vollkommene Religionsfreiheit. Bald entspannsich auch hier zwischen Lutheranern und Rcformirten ein Kampf; die herbei-gecilten Unitarier vergrößerten den Lärm. Der Landtag zu Ma r os-B asar-hely (1571) gestattete auch den letzteren gleiche Rechte mit den andern Reli-gionsparteien. Der lutherische Prediger zu Klausenburg Caspar Heltaihatte die erste vollständige Bibelübersetzung nach der Vulgata und der luthe-rischen besorgt (1562) ; aus dem Urtexte übersetzte der Prediger CasparKaroly zu Gönz (1589), und der reformirte Prediger Abraham Mol-nar verbesserte die Uebcrsetzung.
Z. 327. Der Protestantismus in Schweden.invoMarium ercl. 8na> o-tst»Oinr. Dinen,,. 642. 4. LksE,»».>?, Scamliaillnstrata. 8tnetr>i. 700. Vlll. T. k. Fr. Riihs, Gesch. von Schwcd. Halle805—14. 5 Bde. bcsond. Bd. I. und II. Gei,er, Gesch. von Schweden.Hamb. 3 Bde. st*A u g. Th ein er, Schweden u. seine Stellung zum hl.Stuhle unter Joh. III., Siglsm. III. u. Carl IX. »ach geheimen Staats-papiercn. 2 Thle. AngSb. 838—39. (Thl. II. enthält Urkunden.)
Durch die Union von Kalmar (1397) waren die NachbarstaatenSchweden, Norwegen und Dänemark unter der Oberherrschaft deö Königsvon Dänemark vereint worden, an dessen Wahl jeder der drei Staaten glei-chen Antheil haben sollte. Der Bund nährte aber nur die gegenseitige Eifer-sucht und erzeugte den alten Nationalhaß und hartnäckige Kämpfe, wobei derThron am meisten litt: Adel und Geistlichkeit aber an Einfluß wie an Reich-thum gewannen. Doch war der letzteren Herrschaft mild, und die Religionblühte unter dem Volke wie unter dem Klerus und Adel. Gegen das Ober-haupt der Kirche war Schweden mit Liebe und Anhänglichkeit erfüllt. Fröh-liche Nationalfeste wurden zu Abo (1513) und Linköping (1520) gefeiert,als die Canonisationen von Hemming und Nikolaus verkündet waren.Das drückende politische Joch Dänemark'S suchte Schweden endlich unterdem kühnen und großen Reichsverweser S te n Sture dem süngern abzu-werfen. Aber Sture, bereits im Kampfe mit dem verräterischen EB.Trolle von Upsala, unterlag der Heeresmacht Chri stier n's II. vonDänemark (1519). Darauf richtete dieser gleich nach seiner Krönung durchTrolle das furchtbare Blutbad von Stockholm an (8—10. Novbr. 1520),und setzte den EB. Trolle während seiner Abwesenheit zum Regenten von