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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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806
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3. Zeitraum. 1. Periode. 2. Capttel.

Uebersetzung bis heute noch die einzige authentische in der kathol. KirchePolens geblieben ist (st 27. Juni 1597). Sein großer OrdensacnossePetrus Skargast) hielt mit klarem Geiste, kräftigen Gedanken, nichtunbedeutender Kenntnis; der Kirchenväter und gediegener Beredsamkeit strengdogmatisch-polemische Predigten gegen die neue Häresie, und ist als Kanzel-redncr in Polen bis jetzt nicht übertrvffen (st 1012). Auch der gelehrte Do-minieaner F abian B i rko w s k i st), der Nachfolger Skarga'S als Hofpre-digcr zu Krakau, gehört zu diese» vorzüglichen Bcrtheidigern des katbol,Glaubens. Seine zahlreichen Fest- und Sonntagspredigten galten stets alsMuster (st 1636). Martin BialobrzeSki^), Abt des Klosters vonMogilno und Suffragau-Bischof von Krakau , wurde durch seine dem h,Ehrpsostomus nachgcahmte homiletische und populäre Behandlung der b.Schrift der eigentliche Volksredncr Polens, und ermunterte durch seinenausführlich en Katechismus den Klerus zu dem am meisten frucht-bringenden Jugendunterrichte (st 1585).

Die strengen Maßregeln unter Sigismund 1l>. und das bisweilen allzu-schroffe Benehmen der Jesuiten wurde von den Protestanten, die hier mit sel-tener Liberalität ausgenommen worden waren, als unerhörte Grausamkeitdargestellt. Durch auswärtige Theologen und Fürsten gehoben, hatten siesich oft als die dominirendc Partei benommen. Daher steigerte sich dieSpannung zwischen den Katholiken und Dissidenten aufs höchste. Wladis-law kV (163248), einer der besten Fürsten des Jahrhunderts, klagteschon darüber; sein ergreifender Aufruf zur Wiedervereinigung durch dasReligionsgespräch zu Thorn( 1644) hat das nur zu klar geahnteUnglück Polens nicht abzuwendeu vermocht.

tz. 326. In Lievland, Kurland, Ungarn und Sieden bürge».

Licvland war unter dem Heermeistcr Walter v. Plettenberg vondem deutschen Orden unabhängig geworden (1521). Um sich auch dem EB.von Riga, der die hergebrachten Rechte wie den kathol. Glauben verthcidigte,zu entziehen , ergriff Walter den Protestantismus als das geeignetste Mitteldazu. So entstanden zu Riga (1523), Dorpat und Reval prote-stantische Gemeinden, die dem schmalkaldischen Bunde beitraten. Als sogarder Markgraf Wilhelm von Brandenburg, Bruder des Herzogs von Preu-ßen, Erzbischof von Riga wurde, fiel ganz Lievland dem Protestantismus z>?).In Kurland wurde der Heermeistcr G o t thard Kettler der Begrün-der der neuen Lehre, als er sich zum Herzog von Kurland und Scmgallen er-klärte (1561), und den Theil von Lievland jenseits der Düna unter derBedingung an Polen abtrat, daß die Ausübung der Augsburger Confessio»nicht beeinträchtigt würde. Die Ausführung war durch den kurländischenBischof Johann von Mönnig Hausen erleichtert, der sein Bis-thum an den König von Dänemark um 30,000 Thaler verkauft (1559)

1 , Predigten, neue Ausg. Lpz. 843. Auszug aus Barvnius livezne-ärieseleoseieine etc. Krale. 603 k. fortgesetzt v. 1981645 v. H/aÄ7e?eie?. liabsr695 k. Leben der Heiligen. Ücbcr die Vereinigung der lat. u. gricch. Kircheppolnisch!; lilib. 3 äissertatiou. äs euebarlstirr.

2) Zwei Serien v. I. 1620 u. 1628.

3) Knstilln. orllioävxrt. 58l. 2 1'. wurde kurz nachher ins Deutsche übers,t'aleclrisnms Lrae 666. 4. <387 Seiten); beide polnisch.

4) Tctsch, kurländ. KG. Riga 767-70. 3 Th. ein Ausz. in d. Xov. net. i>.k. 2. V1H. 649 s^.; X. 865. 721. und 4ecta ir. 6. uostr. teuer,. II. 456 sg. 711