§. 325. Der Protestantismus in Polen.
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neugewählte König Heinrich von Valo iö mußte denselben beschwören.Als er bald als König Frankreichs zurückgerufen wurde, erwählte man denFürsten von Siebenbürgen, Stephan Bathory (1575—86). Dieserbewies zwar in Folge des anregenden Umganges mit kathol. TheologenInteresse für seinen Glauben; doch trat er nicht kräftig und entschieden genugauf, und bestätigte die von Sigismund August den protestantisch gesinntenStädten Danzig, Thorn und Elbing (1557) insgeheim ertheilte Freiheit derReligionsübung. Die Gefahr wuchs, als selbst Jacob Uchanski, EB.von Gnesen und Primas von Polen, eine Zeitlang dem Protestantismushuldigte und dann bei feblgeschlagenen Hoffnungen eine Trennung von Rombegünstigte. Die Stellung der für die kathol. Kirche thätigen päpstlichenGesandten Lipomanni (s. 1556) und des noch bedeutenden, Commen-donewurde sehr schwierig. Aber schon Sigismund III. (1587—1632),zugleich Kronerbe von Schweden, wußte die kathol. Partei im Adel zu ver-stärken, und unternahm so gegen die über daS gemeinsame Glaubensbekennt-niß zerspaltenen Protestanten eine kräftige Neaction, Auch hatte der Herrrer Kirche glaubensfeste Männer erweckt, die durch theologische Wissenschaftausgezeichnet, den kathol. Glauben schützten.
Dazu gehörte besonders Stanislaus Hosius'), B. von Ermland(s 1579). In seinem Kampfe gegen das Lutherthum wandte er die Katho-liken von Neuem der Religion ihrer Väter zu, und erlangte ein solches An-sehen, daß er auf dem Concil zu Trient in der Würde eines Cardinals eineZeitlang den Vorsitz führte. Seine polemischen Schriften gehören zu denbesten seiner Zeit, und das Lyceum Hosianumzu Braunsberg erinnertnoch heute an seine Tugenden wie an seinen Glaubenseifer. StanislausKarnkowski (-s- 1603), zuletzt EB. von Gnesen und Primas von Po-len^), in gleicher Weise durch Gelebrsamkcit, Beredsamkeit und GlaubcnS-eifer ausgezeichnet, schrieb an Sigismund August: „Bemühe Dich vielmehrnach dem großen Beispiele Deines Vaters und Deiner frommen Vorfahren,die alte Religion und den kathol. Glauben sowohl in Deinem Reiche, als inDeinem Herzen vollkommen zu bewahren." Dieses Beginnen ergriffauch in Polen in vielen Collegien kräftig aufstrebende Jesuitenordenmit großem Eifer. Jacob Wusek (VunurovisLSimisj, der auf der Uni-versität Krakau und Wien ausgebreitete Sprach- und allgemeine wissenschaft-liche Kenntnisse sich erworben, zu Rom Mathematik gelehrt hatte und in denOrden der Gesellschaft Jesu eingetretcn war (1565), bekundete nach derRückkehr in sein Vaterland in den Collegien zu Posen, Clausburg undKrakau einen seltenen Eifer für die kathol. Religion durch Predigten^) undpolemische Schriften. Unter dem Einflüsse des EB. Stanislaus Karnkowskiübersetzte er die Bibel ins Polnische mit solcher Anerkennung, daß seine
1) Kan. Lo«?r, Ourclin. blujor. koenit. st spissnpi Vurrn.. vita aust. 8tuu.
kom. 687. Sein Hauptw.: 6»nt'es8iu üilsi — vsrus c br, catlrolieuvguscloetrinue voliclu piopnAurrtin str. örsnrinm (1557). — Vgl. (Eichhorn, derermländ. Bischof und Cardinal Hosius, Mainz 854. 2 Bde. 6vii8titutt. 8)-nc>-ü-ües. stisse. Vurm. Rruiisb. 612. 4.
2) Außer seinen Diöcesanstatntcn u. de» Bemühungen für die poln. Uebcrs.des euteeluüumü Hawaii, „och seine poln. Predigten (Abhandl.) über die Eucha-ristie. Krak. 602 u. über den Messias oder von der Erlösung. 597.
3) kostillu mujor.u. miuor (poln.) — Os inisuu st vsituts Vsrln >I:vmictr. eonssns. 8sncion,. — Vita st (lostrinu 8ulvut«r. sx 4 syrmgsl. - Duoecles. cutlr. — Uvmni.