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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 325. Der Protestantismus in Polen.

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§. 325. In Polen. Vgl. §. 182.

K Tubismoe/e/, Inst. rstormationis Oolouioas. I^rsisk. 685. Friese, Beiträgez. d. Rcformat.-Kcsch. in Polen und kitth. II. Th. Bd. I. u. 2. Brsl. 786.Die Schicksale der poln. Dissidenten. Hamb. 76870. 3 Th.

I. e. «s. S. 4341 III. Doc/tirei', täcta. st rutionss sur. tämiliar. skr.in 1'olon., gnae uk ssel. cutkol. ulienav Inorunt nsgus a«I sons. Lsnckom.tömgora. (^.sta 8oc. novo. I,ps. 832. '7. IV- lass. 2.) 6.

Instorisal skstdi ok tks riss, ziroZrsss unst ilselins ol tksrokormatwn i» I'olancl. Vol. I. I,nu>I. 838. deutsch von Lindau. Lpz. 841.Lnbase-smie^, Nachr. über die Dissidenten in der Stadt Posen u. dieReform, in Großpolcn im 16. u. 17. Jahrh., deutsch, von Balitzki,Darmst. 843. .Iura st libortt. llissitlsiitinm in re^no Ovl. Ilsiol. 707 I.

Hier stieß man anfangs bei Verbreitung der neuen Religionsgrundsätzeauf große Schwierigkeiten, wiewohl dieselben durch eingewandcrte Hu-fiten und mährischeB rüder vorbereitet waren. Denn König Sigis-mund >- (150148) war der katholischen Kirche ergeben, und suchte demProtestantismus iu seinem Lande zu steuern; auch war die kathol. Kirche inPolen sich jetzt wie stets des innersten Wesens des Christenthums bewußt*).AIS daher durch junge Polen, die in Wittenberg studiri hatten, einige Trac-tate Luther's verbreitet wurden, traf man ernste Vorkehrungen. Auf demReichstage zu Thorn (1520) wurde festgesetzt: Niemand dürfe Luther'sSchriften besitzen. Als besondere Verfechter des kathol. Glaubens thaten sichhervor Johann Laski, EB. von Gnescn (P 1531), und der Kanzlerder Königin Bona, And r e as Krzycki, später B. von Przemysl (1524),welche Sigismund kräftig unterstützte'). Es wurde sogar eine Commissionzur Aufsuchung ketzerischer Bücher bestimmt. Dennoch verbreitete sich derProtestantismus in Polen, zunächst auf der Universität Krakau durchMart. Glossa, inPosen durch den früher hier funktionirenden JohannSecluciauns'), der die erste vollständige polnische Uebersetzung desN.T. znmDrucke beförderte (155152). JnDanzig hatte der MönchJacob Knade frühzeitig Luther's Grundsätze gepredigt (s. 1518), woraufviele Bürger um die förmliche Erlaubniß nachsuchten, daß nach den neuenGrundsätzen gelehrt werde (1525). Obschon Knade fliehen mußte, so warder doch bald durch Gleichgesinnte ersetzt. Der König ließ mehrere der eif-rigsten Lutheraner hinrichten, den übrigen den Befehl crtheilen: in 14Tagen,den verheiratheten Mönchen und Nonnen aber schon in 24 Stunden die Stadtzu räumen. Gleichwohl gab sich eine förmliche Wuth nach der neuen Lehrekund, so daß der König aus Bcsorgniß, die Stadt zu verlieren, genöthigtwurde, Nachsicht zu üben. Von Danzig aus verbreitete sich das Lutherthumnach Thorn und Elbing. Um der weitern Verbreitung zu steuern, be-stimmte die Synode zu Petr ikau, daß man die Anhänger Luther's inquiri-ren und die neue verderbliche Lehre ans allen Kräften unterdrücken solle. Esfolgte darauf die Verordnung (1534), daß kein Pole, der in Wittenberg

*) Vgl. die lange vor Luther gebrauchte ^.gsncka seennclnm Uukricain sscl.dlelropvl. Onesnen. lück. 1508 Orasovias.

1) Vgl. bcsond. die Divccsan-Statutcn: die älteste Sammlung von ckoairlEr, die 2tc von StairrÄ!. Lai'-iLoroski, beide zusammen hcrausgcgeben undm 5 Büchern geordnet von ^en^z lc. Orac. 630.

2> Zm Drucke beförderte, denn schon im 14. Jahrh. werden poln. Ucbcr-Hungcn des Psalters u. der meisten alt- u. ncutcstamentl. Schriften erwähnt.Vgl. Is I-onA, kikliotkssa saera in Kinos svllakos äistinets. sto. karis. 723 k.deetio III. kiklia Dolonieu p. 439 sg.

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