§. 322. DaS System Calvin'S
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Wie Calvin im Aeußerlichen sein gewaltiges Uebergewicht geltend ge-macht hatte, wußte er auch bald seinem Systeme besonders durch die vonihm zu Genf gegründete (1558) Akademie die Herrschaft über das zwing-lische in den rcformirten helvetischen Cantoncn zu verschaffen. Seine Kirchen-ordnung wurde das Vorbild der reformirten Gemeinden in Frankreich, denNiederlanden, England, Schottland, Deutschland und Polen. Nach einerrastlosen Thätigkeit starb Calvin (27. Mai 1564); inTheodor Beza cr-iiclt er einen bedeutenden Schüler und Biographen. Derselbe war in Frank-reich unter günstigen Verhältnissen erzogen und mit Erfolg in die humanisti-schen Studien Angeführt worden. Nachdem er in der Wissenschaft, wie imLeben geschwelgt hatte, wurde er Calvin's Schüler und sogleich von dessenLebensernste durchdrungen. Aus der Vermischung beider Elemente entwickeltestch in Beza ein wohl strenger, doch milderer Charakter, der ihmin den reformirten Gemeinden, deren eigentlicher Begründer er wurde, nochgrößeren Anhang erwarb. Durch seine ausgebreitete Gelehrsamkeit verthei-digte er ihren Lehrbegriff, und wiewohl in diesem dogmatischen Systemebefangen, hat er doch das eigcnthümlich orientalische Gewand der h. Schriftin seinen Commentaren zu den paulinischen Briefen gegen die Verflachungder Humanisten, namentlich gegen des Castellio schöne, klassische Umschrei-bungen, offen und mit Nachdruck in Schutz genommen Htz. 322. Das System Calvins.
Möhler's Symbolik 5. Aust. S. 21. u. a. O.; Hilgers, symbol. Theo-logie; Staudcnmaicr, Philos des Christenthmns. Bd. I. S. 698—709.Wie schon bemerkt ist, suhl Calvin's System auf dem Luther» und Zwingli's;loch ist Alles bicr in strengere Ordnung gebracht. Abweichend von Luther gestandCalvin dem Menschen eine Art Willensfreiheit zu, die er aber noch ent-schiedener als Luther und Zwingli unter die ewige Vorherbcstimmnng Gottesbeugte. Ist doch am cigenkhünilichsten und hervorragendsten bei Calvin die mit dergrößten Cvnsequcnz durchgcfiihrtc absolute Prä destin ation s lehr e(I, dieer mit dem Sündcnfallc des Menschen in die engste Beziehung gesetzt hat. InFolge desselben hat der Mensch einen überwiegenden Hang zum Bösen, und kannselbst bei einiger Freiheit nichts Gutes, sondern nur das Böse durch sich wollenund vollbringen. Nach Calvin hat Gott, der Urheber des Guten und Bösen,von Ewigkeit einen Theil seiner Geschöpfe verworfen und zur ewigen Strafebestimmt, um an ihnen seine Gerechtigkeit zu offenbaren. Damit er Anlaßhabe, sic zu hassen und zu strafen, habe er den erste» Menschen zumSün d e n fa l l e gcnöthigt, und seine Nachkommenschaft in seinen Unge-horsam verwickelt. Er nörhigtc die Verworfenen, zu der Erbsünde noch eigeneSünden hinzuzufügcn, nahm ihnen die Fähigkeit, das Gute zu erkennen und zuthun, reizte sic zum Ungehorsam u. s. w.°). Selbst wenn diese die Sacramcnte
N l'astid'. cko vita st obüu 9'Ir. Ks^as. 6sn. 606. Schlosser, Lebe» desTbcod. de Beza und Peter Martyr Hdlb. 809. B a u m, Theod. Beza nachHandschrift!. Quellen dargcstcllt. Lpz. 843 ff. 2 Bde.
2) Calvin berief sich dabei auf den h. Augustinus. Wie sehr aber sein Lehr-
begriff von ihm abweiche, zeigt /'etan?'«.-,, tlrsolog. clognr. '! . 1. UI,. X. c. 6—15;und 7/ugo bemerkte darüber: Xulluin peNni! in ssliristianisannrn inckuci
ckoginL psiniliosius, gnain Uoc: bominsnz. gni erseliclü, aut. «irr! regsnitun sst,susin base nrultis iclew valent), pcises prolaln in seslsra st stagitia, ssel as-cisere non posss, ut prozitersa clivino sirvors exsielat aut elainostionsin in-enrrat. Ilaee nemo vstsiunr äoeuit, nomo cloesntenr inlinnst, nse aliuäeriaeutius visti argumentum ckstortas ael jirivatos st uralus sensus seripturas,stuuw in boe negotio.
3) Zu Rom. 9, 18. commcntirt Calvin »nt. a. folgendes: lstsui res extern as.