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3. Zeitraum. I. Periode. 1. Capitcl.
Kaiser zu Innsbruck (22. Mai 1552), wo derselbe krank lag, währendHeinrich U. zugleich Lothringen angrcifen ließ. Der Kaiser floh in größterEile nach Villach in Kärnten.
Zwar fehlte cs ihm nicht an materiellen Mitteln, den Kampf fortzufiih-ren; aber eS schien ihm alle Hoffnung verschwunden zu sein, durch seine Per-son den Streit beizulcgen; er übertrug daher seinem Bruder Ferdinand denVertrag zu Passan') abzuschließen (30. Juli 1552). Darnachwurde der Landgraf Philipp von Hessen in Freiheit gesetzt und verheißen,ans einem in kurzem zu haltenden Reichstage die Religionü- und sonstigenAngelegenheiten zu berathen. Bei dem fortdauernden Kriege mit Frankreichverzögerte sich der Reichstag zu Augsburg bis zum 5. Febr. 1555. Manwar nun in Folge gegenseitiger Erörterungen zur Uebcrzengnng gekommen:daß der Religionsstreit jetzt wenigstens weder durch ein Religionsge-spräch, noch durch ein allgemeines Concil bcigelegt werden könne, daherman nur darauf denken müsse, wie bei fortdauernder Religionsverschieden-heit Ruhe und Ordnung im Reiche erhalten werden könne. Nach langenVerhandlungen kam ein ReligionSfried e zu Stande"), der auch imFall einer späteren kirchlichen Ausgleichung in Kraft bleiben sollte. DieKatholiken und die Bekenner der Augsburger Consessivn sollten freie Reli-gionSübung haben; da aber der Fürst jedes Landes hierüber meistens alleinentschied, so wurde den Unterthanen zugestanden, im Falle der Beengungihres Gewissens ohne Hemmung auswandern zu können. Die größte Schwie-rigkeit erregte der s. g. g ei stl i che Vorb ehalt irosoiealum ocelosissti-c»m), wonach die geistlichen Reichsstände, wenn sie zum Protestantismusübergingen, ihre bisherige Würde verlieren und auf Grund einer neuen Wahldurch katholische ersetzt werden sollten. Man dachte dabei an das Beispieldes Albrecht von Brandenburg, Hermann von Cöln u. a. Bischöfe. Beiallem Widerspruch setzte Ferdinand im Aufträge seines Bruders diese Clauscldurch, mußte aber zugleich die Protcstation der Gegenpartei i» den Friedeneinrücken lassen. Dadurch wurde der Keim zu den folgenden blutigen Reli-gionskriegen gelegt. Carl V. waren über diesen Verbandlungen alle Illusio-nen für die so oft und so redlich angestrebte Wiedervereinigung beider Rcli-gionsparteicn geschwunden. Als er jetzt noch von einem alten KricgsbefehlS-baber das ernste Wort vernahm: „der Mensch müsse zwischen der Welt unddem Tode auch einige Zeit auf sich selbst verwenden," glaubte er dieses auchauf sich anwenden zu müssen. Er entsagte der Regierung (1550), und zogsich zu einem Stillleben ins Kloster St. Just in Estramadura zurück, wo er1558 starbt).
ir Weitere Entwickelung des Protestantismus in der Schweiz.
§.321. C a l v l n'S R e so r m i n G e n f. Beza.
Ichip. et ,-ospcmkm. 6e».. 576 k. nperu stton. 617. >2 1'. t.) rVnust. 671. 9 7.
<> Tcm. Reichs-Archiv. Iwru Aener. >>. I ig ra Hortlcder Th. 2. Buch 7.Cap. 14. - äe paee rolichonft aetu puIOOu et orÄmOia d. i. Reichs-
bandll. und Protok des Neligiousfr. Franks. 1631. 4.) 707. 8u,g>Iem. 709.
2> Tcnt. Reichs-Archiv. xeueral >>. 131 rm O-uw' eomnosni» mmr1'riii, jpel- ot OrlliiikL Um». Oiisierii Ouliolii'iM <n I'i'»lo.Uainos :n eomitm^.uguslan. a. 1555 eäita et iHuüIinta a siiieeonelillo Onlbolico lOlling. 629.Diese Schrift deutsch mit vielen Abhandlungen. Franks. 629. 4. Bg>.s. die vorhergehende Note I. Riffel Bd. ll. S. 751 -60.
3. Das Klostcrlcben Kaiser Carl's V. a. d. Engl, deö Liirliug v. Lindau.Dresden 853. von Kaiser. Lpz. 853.