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3. Zeitraum. 1. Periode, i. Capitel.
kennung der Autorität des bereits eröffnten Coneils noch einen Versuch zurBeilegung der Neligionsstreitigkeit durch ein Rcligionsgespräch zuReqens-burg (27. Jan. 1546), das bei solcher Stimmung der Protestanten ohneErfolg blieb '). Der Kaiser war daher genöthigt, eine drohende Stellunganzunehmen, und er konnte dies jetzt, nachdem er auch mit den Türken einenWaffenstillstand geschlossen hatte. Er rüstete sich und erklärte den protestan-tischen Fürsten ohne Rückhalt: den ihm gehorsamen Ständen werde er seinekaiserliche Gnade beweisen, gegen die ungehorsamen aber sein kaiserlichesAnsehen gebrauchen. Doch eröffnete er den Reichsständen, daß der Krieg nichtwegen der Religion, sondern nur gegen jene Friedensstörer, unternommenwerde, die unter dem Scheine der Religion so viele Gewaltthätigkciten be-gingen. Gegen den Landgrafen von Hessen und den Chursürsten von Sachsen,die mit bedeutender HeereSmacht an die Donau zogen, verhängte er dieReichsacht.
§. 31 !1. Luthers Tod; sein Charakter.
Döllinger, die Reformat. Bd. I. S. 278 ff. v Görrcs, Luth. Werk u.
Luth. Werke! Katholik v. I. 827 >. t Doller ) Luth. kathol. Monument, Frkf. 817.
Schon seit längerer Zeit war Luther zufolge des vielfachen Widerspruchs,den er fand, mürrisch und schwcrmütbig gewesen. Nach eigenem Geständnisseselbst nicht von seinem Religionssysteme befriedigt"), nahm er eine noch ge-ringere Wirkung desselben auf seine Anhänger wahr. Selbst Wittenberg,
plexi sint et retiusnelsm eluonnt «laetrinuiu — — eou1ö88ivuid Xugust.-
st gusre inlguis suelieibim eollvetm in Lzuuelv llriclent., ut voeaut. non ntaelssntisustum. Vit. 546. 4. (vz>,i. ml. Vit. 7'. IV. zi. 772). Als die Hauptsachewird Folgendes hcrvorgchobcn: l» man müsse Gott mehr, als den Menschengehorchen; 2> der Papst könne kein Concil zusanimcnbcrufcn; 3) nur die Bibelkönne als Grundlage bei Feststellung der christl. Lehre gebraucht werden; 4) ihre(der Protestanten» Lehre sei durch das Unheil vieler Tausende gerechtfertigt; 5)cs sei zu Trient kein allgemeines Concil, weil die Laien davon ausgeschlossenseien; 6> der Ort sei verdächtig; 7) cs lasse sich von den dortigen Bischöfennichts Gutes erwarten, denn sic verstünden von der Lehre Christi so wenig albdie Esel, auf denen sic ritten! — Wie contrastire» hiermit die von Päp-sten und vom Concil zu Trient wiederholt an die Protestantenergangenen liebreichen Einladungen zu gemeinsamer Bcrathung8SS8. XIII. cls rskormat. e. 8.; ssss. XV. u. sess. XVIII.
1) ^.etor. colloguH Ilatisbvueu. Ultimi verissima relativ. Ingolst. 546. 4.(auf kaiscrl. Befehl gedruckt.) Bericht von G. Major. Wittenb. 546. 4. lHon-leder Th. I. Buch I. Cap. 40.) von Bueer cbcnd. Cap. 41. und bei WalchBd. XVII. S. 1520. s. Riffel, Bd. II.
2i „Ach, sagte er, ich habe dem Bapst u. München Alles geglaubet, was siemir sagten; was aber jetzt Christus sagt, der doch nicht lcugct, das kann meineVernunft nicht glauben." Ein andermal, als über Tische gesungen wurde, be-kannte er: „So wenig ihr glaubet, daß dieser Gesang gut sei, so wenig glaubeich fest genug, daß rlisvlugiu wahr sei." — „Als M. Antonius M»sa, damalsPfarrhcrr zu Rochlitz, I)r. Martins herßlich gelinget, er könne selber nicht glau-ben, was er Andern predige, antwortete Luther: Gott sei Lob und Dank, daßandern Leuten auch so gehet; ich meinte,, mir wcre allein also. Dieses Trosteshat Musa sein Leben lang nicht vergessen können." Schon erwähnt ist, daß Luthersolche Kämpfe mit seinem Gewissen von sich wies und die Stimme des h.Geistes, der durch sein Gewissen zu ihm sprach, als Lug und Trug desS a tans bekämpft: „Der Teufel hat mir oft fürgeworfcu und argumentirtwider die ganze Sache so ich führe und wider Christum; aber es ist besser, daßder Tempel zerreiße, denn daß Christus soll versteckt und verborgen bleiben."Vgl. A. Menzel Bd. II. S. 427-29.