Z. 3! 4. Zwingli's System.
775
Me die neuen Religionsgrundsätze anzunehmcn; doch durch den LeutpriesterBcrchtold Haller, einen Schwaden (f- 1536) und Schüler Melanch-thon'ö, wurden die Bewohner endlich der Neuerung zugewendet (1528). Daauch Glarus, Solothurn und Frei bürg zu wanken begannen, sowar auf Seiten der protestantischen Cantone das Uebergewicht, so daß be-sonders Zürich gebieterisch den Nebcrtritt der übrigen verlangte.
Aber Luzern, die 3 Waldstädte Schwyz, Uri, Unterwaldenund Zug verharrten standhaft bei dem altväterlichen Glauben, der noch vorkurzem so herrlich in dem gottseligen und patriotischen Nico laus vonder Flüc geleuchtet hatte. Und dies waren gerade die in ihren Sitten ein-fachsten und unverdorbensten Cantone! Die kathol. Cantone hatten wieder-holt erklärt, sie wollten sich in Religionsangelegenheiten keine Entscheidungamnaßen. In Baden war zwischen Eck und Oekolampadius, demMclanchthon Zwingli's, und andern Gelehrten über die Messe, Fegfeuer,Verehrung der Heiligen u. A. heftig disputirt worden (21. Mai 1526).Wiewohl der Sieg offenbar auf Eck's Seite war, so schrieb ihn die Gegen-partei doch dem Ockolampadius zu'); die Folge war eine nur noch größereErbitterung zwischen den reformirten und kathol. Cantonen, welchen nurFreiburg und Solothurn entschieden beitraten. Die letzter» hatten mitFerdinand ein Bündniß geschlossen (1529) , und verfuhren, von den Refor-mirtcn äußerst gereizt, hart, ja grausam gegen dieselben. Durch die Ver-mittelung von Straßburg und Constanz wurde der drohende Kampf noch ein-mal unterdrückt; die kathol. Cantone gaben den Bund mit Ferdinand auf;aber die gegenseitige Spannung war nicht beseitigt. Als daher die Zürichernoch zur E hrc Go ttes und i m Jntcrc sse d cs chri stl i ch en Glau-bens die Zufuhr an Lebensmitteln in die kathol. Cantone versperrten, brachder Krieg wirklich auS. Die Züricher wurden geschlagen; Zwingli, der involler Rüstung mit in den Kampf ausgezogeu war, siel in der Schlacht beiCappel (11. Octbr. 1531) ; und bald darauf (23. Novbr. d. I.) starb auchOckolampadius an einem Pestanfalle. Die gegen ihn erbitterten Lutheranersagten: der Teufel habe ihn ins andere Leben befördert. Zwingli's Nach-folger wurde Heinrich Bullinger, an Ockolampadius Stelle trat Os-wald Myconius s), die in Verbindung mit LcoJudä, CasparGroß-mann und Wilhelm F arel die neuen Grundsätze weiter verbreiteten.
§. 314. Zwingli's System.
„Ilslcgcn u. gründ der schlußreden od. Artikel" voluti täeraßu «Minium opini»-muii, «guro Iroiliv oontruvoi'tuutur opp. o«l«I. Lobnlor ot 8elniltbo88.V. VI l. p. 275 »«,.) Ouminont. «I« vorn et t'nlsn rulißiono. DiZ. 525; Vi«leirntii, ml sliU'M. In,gerat. ll'iß. 530; rbr. 6«Ioi broviü et «lara sxpositi««ml ließen, ebristlau. b'raniive. I (oll. ll'iß. 536. in 2rv. o>,p.
I. IV. g. 42-78); «lo prnviäentia i» ogg. 3'. I Zx^jar, das thcol.System Zw. Tüb. 853. Schweizer, die Protestant. Ccntraldogmc». Zur.
Darnach zwo, dann drei — und wenn er anfängt i» sich zu fressen, so wirf ihmmehr und mehr für, fließe und surc durcheinander. Zuletzt schütt den Sack ganpns, mild, hart, fließ, für und ruh, so frißt er alle us, und vermeint sich nit mehrdarab jagen und vertreiben zu lassen. Gegeben Zürich Montag nach Georgi>527. Uer Diener in Christo. Huldrich Zwingli."
. ,'i Bgl. Riffel Bd. III. S. 547-556.
>2) Oswald MyconiuS, Antistcs der Basler Kirche, von Mclch. Kirck-Zürich 813. Lebcnsgesch. M. Hein. Bullinger's, Antistcs der Kirchesen Zürich, von Sal. Heß. Zür, 828 ff. 2 Bde. ^unvollendet).