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3. Zeitraum, 1. Periode, l, Eapitcl.
ihm die Ausübung der Episkopalrechtc förmlich übertragen hatte, wogegender Rath Zwingli gegen seine Widersacher in Schutz nahm. Denn auch inder Schweiz hatten sich Wiedertäufer erhoben, die mit gleichem Rechtedie Freiheit der Schrifterklärung für sich in Anspruch nahmen. Sie erklär-ten die Kindertaufe als in der Schrift nicht begründet, sondern durch päpst.liche Erfindung hcrvorgebracht. Nach wiederholten Disputationen mit Zwinglierklärte der Magistrat, daß sie des Irrthums überwiesen seien, und untersagtebei Todesstrafe die Wiederholung der Taufe. Als Felix Mauz dennochnicht davon abstand, ließ ihn der Magistrat ersäufen, seinen Gefährte»Bl au rock mit Ruthen streichen.
In Basel wirkte OekolampadiuS für die neuen Rcligionsgrnndsäkc.Er war zu WeinSberg geboren (1482), hatte zu Bologna die Rechte, zuHeidelberg Theologie studirt. Seine wissenschaftliche Bildung brachte ihnmit dem gelehrten Erasmus in Basel in freundschaftliche Verbindung. Baldwurde er Pfarrer zu Basel (1515). Lutber's Schriften wurden hier früh-zeitig durch den Buchhändler Fr oben verbreitet; auch hatte im Geistedesselben Wolfgang Eapito, Zwingli's Freund und Hauptfarrer, undder Pfarrer Reublin gegen Messe, Fcgfcuer und Anrufung der Heiligengepredigt. OekolampadiuS war als Dompredigcr nach Augsburg berufenworden; als er wegen körperlicher Schwäche dieser Stelle nicht genügenkonnte, zog er sich auf einige Zeit in das nahe Kloster Altmünster zurück.Hier bemerkte man an ihm die neuen ReligionSgruudsätze, und nöthigte ihn zumAbgänge. Er wurde zunächst beiFranz von Sickingc n Schloßprediger,wo er bereits vielerlei Aendeeungen beim Gottesdienste machte (1522). AlsProfessor nach Basel zurückbcrufen, wo er auch eine Pfarrei (1524) erhielt,erklärte er sich sogleich gegen die Lehre und Gebräuche der kathol. Kirche,und bekräftigte seinen Bruch durch Bcrheirathung mit einer jungen, schönenWittwe, die in der Folge noch C ap ito' s und Buccr'S Frau wurde.Der Magistrat war anfangs der Religionsveränderung abgeneigt und ver-wies die Neuerer auf das künftige Concil; aber die Anhänger des Oeko-lampadius ertrotzten durch Zusammenrottung (1527) freie Religionsübung.Nach Erlangung derselben suchten sie selbst die Katholiken derselben zu be-rauben, und verlangten wirklich die völlige Unterdrückung der kathol. Reli-gion (Fcbr. 1529). Sie hatten sich des Arsenals bemächtigt und die Haupt-plätze mit Kanonen besetzt. Mit Wuth erfüllt drang man in die Kirche, zer-trümmerte Altäre und Bilder und verbrannte die Trümmer in 12 großenHaufen. Erasmus wurde von diesem wilden Rcformationswescn so sehrabgcstoßen, daß er Basel verließ und nach Freiburg i. B. zog. DasselbeVerfahren wiederholte sich bei der Einführung dieser Glaubensneuerungenin jeder Stadt, besonders in M ühlhausen (1524), zu Schaffh ausen(1525) und Appenzell (1524)'). In dem größten und mächtigstenCantoue Bern") hatte man anfangs große Mißbräuche abzustelle» gesucht,
1) Herzog, Leben des Job Oekolamp. u. die Reform, der Kirche zu Basel.2 Thlc. Basel. 843. (*Die Zustände in Basel unmittelbar vor der Reform n.Joh. Oekolamp. lHistor. polit. Blätter Bd. XIII. S. 705—4«l. 8l0—83l>.;Bd. XIV. S. 129-147. 273—91. 377-92».
2) (*C. L. v. Haller, Gcsch. der kirchl. Revolution od. Protestant. Reformdes KantonS Bern, Lnz 83li. Dem Geistlichen Kolb zu Bern hatte Zwinglifolgende Anleitung gegeben: „Lieber Frantz! Ganz allgemach im Handel, nit z»streng, u. wirs den Bären zuerst nur eine surc unter etliche fliese Birren für.