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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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3. Zeitraum, t. Periode, 1. Capitel.

Dieser öffentliche Act hatte trotz der momentanen Besiegung Luther'sseiner. Sache nur eine größere Verbreitung verschafft. Hatte sa auch Lutherin Folge dieser Disputation seinen bedeutendsten Anhänger, Philipp Mx.lanchthon (Schwarzerde), erhalten '). Dieser war ein Neffe des bekam,,ten Reuchlin, zu Breiten in der Rhcinpfalz geboren (16. Februar 1187)hatte zu Pforzheim und Heidelberg ausgezeichnete Studien gemacht, sich durcheine griechische Grammatik (1513) und seine Vorträge über Classiker unddie Philosophie des Aristoteles den Ruhm eines classisch-gebildeten Ge-lehrten erworben. Dabei war er ruhiger und umsichtiger als Luther, ohneaber dessen Kraft der Rede und einen geraden offenen Sinn zu besitzen.Durch Empfehlung des EraSmuö ward er für die griechische Literatur nachWittenberg berufen, und verfaßte jetzt eine Vertheid igungsschriftLuther's^). Auch noch von anderen Seiten angeregt, wahrscheinlich auchvon den böhmischen Husiten, mit denen er bald nachher in Briefwechseltrat ^), vergaß Lutber sehr bald den Eindruck der Leipziger Disputation. Dieinzwischen (Äug. u. Nov. 1519) erschienenen Censnren der theologischen Fa-cultäten zu Löwen und Cöln über Luther's Lehre übergoß Luther mit einerFluth gemeiner Schimpfreden ^). Ja bei der langsamen, unklugen Hand-lungsweise des Miltitz erdreiftete er sich jetzt schon, ihm neben der Schriftvon der Freiheit eines CH risten-Mensch en" ein Schreiben anden Papst (11. Octob. 1520) voll grober Schmähungen einzuhändigen.Wollte Gott, daß Du (Leo X.), entledigt der päpstlichen Ehre, etwa voneiner Pfründe oder deinem väterlichen Erbe Dich nähren möchtest: Fürwahr,mit solcher Ehre sollte billig Niemand als Judas Jskariot und seines glei-chen, die Gott verstoßen hat, geehrt sein u. s. w." ^). Ein so plump ver-letzendes Schreiben hätte, wenn das Urtheil nicht bereits auf Eck's Betriebgegen Luther gesprochen gewesen, dasselbe beschleunigen und verschärfen miistsen. Luther, seinerseits darauf gefaßt, hatte denSermon vom Bann"verbreitet, um die Wirkung der bevorstehenden pästlichen Verdammung zuschwächen.

§. 30l. Luther's religiöses System mit den Raubrittern»,dem Hcidcnthuinc im Bunde.

Möhler's Symbolik. <832) 6. Aust. Mainz 843. s-Hilgers, symbol. Theol.Bonn 84l. Riffel Bd. I. S. 9-28. u. 4757. Vgl. auchLuther, einVersuch zur Losung ein. Psycholog. Problems" (histor. polst. Blatt. M.II. u.III.) u. Stastdenmaicr, Philos. des Christcnth. Bd I. S.684ff.

Bisher hatte sich Luther noch nicht mit vollem Bewußtsein gegen die Kirchegerichtet; nun aber erklärte er sich mit Absicht gegen dieselbe und ihre Auto-rität. Nichts galt ihm mehr heilig, was nicht mit seinen subjectivcn Ansichtenübcreinstimmtc. In den Jahren 1520 und 1521 eröffuetc er eine schriftstellerischeThätigkeit, die mit der eines Wcltstnrmcrs verglichen werden kan». Wer ihm

1) Nslanclitlivn. opp. Das. 541 8g. 5 k. rsc. Deueer Vit. 562 sg.4 V. s. und begonnen im Oorzms Reformator,. Lretno/tnm'Äer. 3'. IX.Vlolanclulion. oxz,. Ilul. 83442. 4. (.'«»-erarnes. äs I'b. Viel, ort», totiusviias currio. sr. mono iwrrutio. Rps. 566. August/. Vrut. 817. Matthes,Phil. Mclanchthon, sein Leben u. Wirken. Altcnb. 841. Galle, CharakteristikMclanchth. als Theologen u. Entw. sei». Lchrbegr. Hal. 840.

2) Zunächst in dem kurzen Berichte über die Lechz. Disputation.

3) Löscher Bd. IN. S. 699 ff dazu Riffel Bd.I. S.88ff. 2 A. S. 151 ff.

4) Luth. Werke von Walch'S A. Bd. XV. S. 1598 ff.

5) Luth. Werke, Walch'S A. Bd. XV. S. 934 ff. de Wette Bd. I. S.497 ff. vgl. Riffel Bd. I. S. 151 ff. 2. A. 221 ff.