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3. Zeitraum. 1. Periode, t. Capitel.
Narrentheiding gesetzt sehen ')." Luther suchte sich in einem demüthigenSchreiben nebst beigelegtcn resolxtioiies zu rechtfertigen, mit der Bitte umUntersuchung. „Deine Stimme, betheucrte er, werde ich als die StimmeChristi erkennen '()." Leo setzte dafür ein Glaubensgericht in Rom niederund gebot Luther in der Frist von 00 Tagen in Rom zu erscheinen. Doch standder Papst auf die Lcrwcnduug des Churfürstcn davon ab , und veranlaßteine Unterredung Luther'S mit dem gelehrten Scholastiker und wohlmeinendenLegaten Cardinal Casetan auf dem Reichstage zu Augsburg (Oct. 1518).Luther wollte nicht unbedingt widerrufen, weil er nichts gesagt, was der hl.Schrift, den Decreten der Päpste oder der gesunden Vernunft zuwider sei'J.Doch verstand er sich dann dazu durch die Erklärung: „Ich Martin Luther,Augustiner Ordens bezeuge, daß ich verebre und folge der römischen Kirchein allen meinen Reden und Thaten, gegenwärtigen, vergangenen und zukiinf.tigcn. Falls ich aber zuwider und anders geredet, so will ich, daß solchesnicht geredet soll erachtet werden" ^). Aber nach seiner plötzlichen Abreisenahm er Alles zurück, und indem er sich hier schon mit Jeremias und Paulusverglich, appellirte er von dem übelunterrichtetenanden besser zuunterrichtend en Papst. Jetzt legte Leo meiner Bulle (9. Nov. 1518) dieLehre vom Ablaß dar: „damit Niemand Unkenntniß der Lehre der römi-schen Kirche über den Ablaß vorwendcn könne" * * und bedrohte die Gegnerdieser Lehre mit Ercommunication latae ssntentiss. Darauf sandte er seinenKammerherrn, Carl von Miltitz, einen gebornen Sachsen, nach Deutsch-land, um zunächst den Churfürsten Friedrich durch die Decoration mit der gol-denen Rose für das päpstliche Interesse zu gewinnen, und Luther auf einefreundschaftliche Art zu beschwichtigen, bis deutsche Bischöfe die streitige An-gelegenheit erledigt hätten. Höchst auffallender Weise behandelte Miltitz denTetzel sehr hart, so daß dieser sich in ein Kloster zurückzog und bald daraufstarb, während er Luther mit desto größerer Freundlichkeit begegnete. In derConferenz zu Altenburg (Jan. 1519) erklärte sich Luther bereit, still zu schwei-gen, wenn auch seine Gegner schweigen würden; er ließ sich sogar herbei,das Volk in einer Abhandlung über die Verehrung der Heiligen, den Ablaß,über die Kirchengebote und die Autorität des Papstes in befriedigender Weisezu belehren. Ja er schrieb nochmals an den Papst (3. März 1519), undgestand: „Ich habe der römischen Kirche zuviel gethan, indem ich die un-
1) Nai/natckus ad a. 1518 nr. 90. — 2) Bei Löscher Th. II. S. 178.
3) Luth. dcut. W. Jen. A. Th. I. toi. 107—138.
4) Luth. Werke, Altenb. A. Thl. I. S. 132.
*l Bei Löscher Bd. II. S. 493 ff. Walch's Ausg. Luth. Werke Thl. 15.S. 756 ff. Zn dieser Bulle heißt cs: Homauum koutitlesm — potestate cla-vium, quarum sst aperire tollsudo illius in Obristi tldslibus impsdimouta,culpam seil, st posuam pro actualibus psceatis dsbitam, culpam quläowwediauts sacrameuto posuiteutiae, posuam vsro temporalem pro actualibusxeecatis sscuudum diviuam justitiam dsbitam wediauts scclesiastlca iuduIZou-tia, posss pro ratiouabilibus eansis coucsdere sisdsm Lbrlsti üdslibus, —Live in bac vita siut, sivs in purgatorio, iudulAsutias ex superabimdautiameritorum dssu Obristi st Lauctorum, ao tam pro vivis quam pro dekuuctis— tbssaurum meritorum desu Obristi et Lauctorum dlspsusars, per moäumabsolutiouis iuduIZeutlam ipsam coukerrs, vel per mndum sullrazii illamtransksrrs oousuevi88ö. -Vc propterea omue8 tam vivv8 quam dekuuotos, quiverucitsr omuss iudulxsutias busnswodi eou8ecuti kueriut, a tauta temporal!poeua 86cuudum diviuam sustitiam pro psccati8 suis actualibus debita lido-rari, quauta eoucessae st acquisitas iudulgsutias asquivalet.