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3. Zeitraum. 1. Periode. 1. Capitel.
fürsten Fricdrich den Weisen: er möge Luther gegen seine Widersacherin Schutz nehmen. Doch mußte schon auffallen, daß Luther die Antwort deSEB. von Mainz auf seine briefliche Bitte, der unwürdigen Verkündigung desAblasses durch Vorschreibung einer anderen Predigtweise zu steuern, gar nichtabwartete.
Wie allgemein die Opposition gegen den Mißbrauch der Ablässe damalswar, zeigt der allgemeine Anklang, den diese Thesen fanden; denn in zweiMonaten waren sie fast in ganz Europa bekannt. Es erschienen alsbald Ge-genschriften: zuerst von dem römischen Dominicaner Sylvester Prierio>mn,umtsr sacri pulutü) in barbarischem Latein und mit extremen Aussprüchenüber die Gewalt des Papstes. Daraus folgte von Tetzel eine Widerlegungdes deutschen Sermon's vom „Ablaß und Gnade", welchen Luther gleichzei-tig mit den lateinischen Thesen veröffentl icht hatte. In gelehrter Form ver-theidigtc Tetzel dann unter dcmVorsitz des Professors Conrad Wimpinaan der Universität zu Frankfurt a. a. O. zur Erlangung der theologischenLi-centiatenwürde') 106 Thesen, die von einem klaren Vcrständniß der kirchlichenAblaßlehre wie von formeller Gewandtheit in der Darstellung zeugen. DerInhalt derselben ist: Zur vollständigen Tilgung der Sünden im Bußsacra-mente gehören contritlo, evnl'essio und §i7/rs/ackio. Auf letztere bezieht sichder Ablaß, durch welchen die rächenden Kirchenstrasen erlassen werden,während die heilenden ertragen werden müssen ^). Schon am 20. Januar1518 vertheidigte Tetzel ebendaselbst 50 Thesen über die päpstliche Gewaltbehufs der Erlangung des theologischen Doktorgrades ^). Diesen Geg-nern schloß sich der Prokanzler 10. Johannes E ck an, der an den Univer-sitäten zu Heidelberg, Tübingen, Cöln und Freiburg sich eine umfassende phi-losophische und theologische Gelehrsamkeit erworben, die er, eine kernige Na-tur, mit großer Gewandtheit geltend zu machen wußtet. Aus Verlangen deSB. von Eichstädt, wo Eck eine Domhcrrn-Pfründe besaß, sandte er diesemein Exemplar der lutherischen Thesen, in welchem die anstößigen Stellen mitObelisken bezeichnet und durch Randglossen widerlegt waren. Die Privat-mittheilung ward unter dem Namen „Obelisei" ^) ohne Eck's Vorwissen undwider seinen Willen veröffentlicht (Anfang der Fasten 1518). Viel späterl 1522) trat auch Hogstraten von Cöln gegen Luther auf, der schon auSdem Streit gegen Reuchlin bekannt geworden °). In seinem Eifer griff er
est Uutberus etiniu züerisgrur Hirts Zravili. st sruclitis non psssüno eolomoveri planeguv niln! speetai-e aüwl. lgruun scclesiae ret'ormativneiu." ck.ezip. üb. XVIII. >>. 736.
13 Otalo.uus in praekiuuUiosas Imtberi conclusivnss cts potestste kapae(1517,. bei Löscher. Th. II. S. 12 ff.
2) Vgl. T/e/Ebiuau», lustit. tlrvolog. sei. V. 3'. V. p. 195.: „Icl etiaw ot>-eervamluin est, gu<»t i>oen>tvntias insunAautur non tantum in nrncksctam<atr> ssll etisw tau^num rsmeckra uä eiiöreeuüas cuxicUtatss st curanitawuninii inürmiratem ex iieciatis contractam. 8ecl »5 üae »isckieinair ^loeni-tsntrcr «oirseaiiMnut rnckckr/enckae.
3>;Beidc Reihen von These» bei Löscher I. e. Th. I. S. 464 ff.; 564 ff.vgl. Rifscl, Kd. I S. 36 ff. 2. A. S. 71 ff.
4) Luther gab ihm früher das Zcugniß, er sei ein iusiKiits veregus inZe-niosae eruclitinnis st eruibti iuZenü bomo l de Wette, Luthers Briefe. Bd. I. S.59.) ff'-M e u scr, Job. Eck in seinem Leben, seiner littcr. u. kirchl. Wirksamk. skathol.Zcitschr. für Wissenschaft"». Stunst. III. Jahrg. Cöln 1846).
5) Bei Löscher Th. II. S. 64 ff.
6) Luw clivo ^.uZustino colloguia contra enormes atgns yerversos Aartüu