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rätherei bei den Regenten erweckt. So verließen 160,000 jüdische Familienin jenem Jahre Spanien, fanden aber in Portugal Aufnahme. Aber schon1496 wurde ihnen auch hier dieselbe Bedingung gestellt. Eine gleiche Maß-regel wurde jetzt gegen die Mauren genommen. Die 800jährige muselmän-nische Herrschaft war endlich durch die Einnahme von Granada, der letztenmaurischen Stadt, gebrochen worden (1492). Bei der Ucbergabe warbenMauren die Beibehaltung ihrer vaterländischen Religion bewilligt worden;als man aber einer Verschwörung aus die Spur kam, mußten auch sie 1498zwischen Annahme der Taufe oder Auswanderung wählen, was auch 1561rücksichtslos vollzogen wurde.
Bei der Entdeckung von Amerika und der Umschiffung von Afrika wurdeauch sogleich der Gedanke rege, das Evangelium allen Völkern bis ans Endeder Welt zu verkünden. Alexander VI. hatte dem König Ferdinand demKatholischen dieselben Bestimmungen für Amerika, wie seine VorgängerEugen IV., Nicolauö V. und Calixt III. für die Entdeckungen in Afrika ge-geben: das Christenthum einzuführen und den Papst als Oberhaupt anzuer-kenncn'). Alexander VI. sandte selbst den Vicarius der Franziscaner inSpanien mit 12 Ordensbrüdern zur Verkündigung des Evangeliums nachAmerika, denen sich bald mehrere Dominieaner anschlossen. Die oft indcclamatorisch übertriebener Weise gerügte Härte der Spanier* *) hatdie freudige Annahme des Christcnthums erschwert. Doch boten besondersdie Domi n i c an er die ganze Macht der Kirche für die Menschenrechte dervon ihnen Getauften aus, so daß die dem Christenthume inhärirende Kraftauch hier nicht unbezeugt geblieben ist. Dem rastlosen Eifer des heldcnmü-thigen dclas Casas^), später« Bischofs von Chiapa, gelang es nachden vorhergegangenen kräftigen Anordnungen und Maßregeln des CardiualSLimenes, von Carl V. ein Gesetz für die persönliche Freiheit der Landes-eingeborncn zu erwirken. Möchte dieses nur nicht eine entfernte Veranlassung zndem das Christenthum so entehrenden Sklavenhandel der Neger vonder afrikanischen Küste geworden sein! Daß de las Casaö unmittelbar dazugerathen, ist eine Verleumdung gegen den edelmüthigen Mann, der sichzwölsmal der gefahrvollen Ucberschiffung nach Amerika aussetzte, und 92Jahre alt zu Madrid starb (1566). Timeneö hatte die Negereinfuhr gerade-zu verboten.
1> Lar/nellÄ. ml a. 1443. »r. 10, n. 1454. nr. 8 sg., u. 1455. nr. 7 sq.,n. 1493. nr. 18. 19. 24 sg. Vgl. Nobertson, bist, nt rVmor. bomb 772 undoster, übers, von Schiller. Lpz. 781. Th. 1. S. 46 ff.
*) Selbst die franz. Encyklopädisten nehmen die Spanier hier in Schutz.— Der kundige Reisende Chevalier sagt: „In Europa war die Meinung, dierothe Racc sei durch die Grausamkeit der span. Eroberer ausgcrottet worden. DiePhilosophen des 18. Jahrh., von Haß entbrannt gegen den Katholicismus, mach-ten sich's zur Ausgabe, die vorzugsweise kathol. Nation hcrabzusctzcn und dieConquistadorcs und die spanische Geistlichkeit als blut- und gelddürstigc Tigerdarzustcllc». — Ich nehme übrigens keinen Anstand, zu behaupten, daß dieSpanier keine dummen Vertilger, sondern vielmehr thätigc Werkzeuge der Gesit-tung unter dem rothen Stamme waren; daß ihre Politik, im Ganzen genommen,eine demokratische volksthümlichc Tendenz hatte." (Briefe über Nordamerika,a. d. Franz. Lpz. 837. 4 Bde.); über d. Einfluß des Limencs s. dessen Biogr.von Hcfele. S. 504 ff.
2) Zart/r. Äs /a« (lasax, bravissimo ral-iewn cle In ileslruieion <Is laslnclins. 552. 4. (lat. 614. dcut. 665.) Weise, über Las Casas. tJllgensZtschr. für hist. Thcol. 834. Bd. IV. St. 1.) Frcib. Kirchenlcx. s. v. CasaS.