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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 4. Capitcl.

nnd der fromme Dominicanermönch Angel ico vonFiesole (13871455), der nicht anders als unter Gebet und Thränen uraltes. M asaccio(141743) bediente sich in seinen Darstellungen des Helldunkels. Leo-nardo da Vinci (14521519) stellte besonders in seinem AbcndinahledaS Wesen und Ziel der Kunst, die Verklärung der Natur durch den Geistdar. Nach diesem Gesetze arbeitete Fra Bartolomeo (14691517)und Michel Angclo (14741564). In Umbrien, wo der Geist desh. Franziöcus von Assisi fortlebte, hatte sich seine Portiunculakirche als einHeiligthum wie des feurig-unwiderstehlichen Glaubens so auch der Künsteerhalten. Viele Franziscaner zeichneten sich in der Malerei aus: aber auchalle berühmten Maler der folgenden Jahrhunderte zahlten dem Seraph ihrenTribut, indem sie die Kirche von Assisi mit ihren Malereien schmückten. Indieser mystischen Schule Umbriens zeichneten sich besonders P crugino(14471524), Francesco Francia (14501518), und vorzüglichRaphael von Urbino (14831520) vor seinem Falle aus'). Da-gegen ward in der p adua nischen Schule durch Jacob Sguarzioue (13941474) und Andreas Mantegna (14301506) die Antike mit Äor-liebe gepflegt. Dadurch litt der religiöse Ernst der altern Malerei vielfach,was sich in Verfolgung dieser Richtung schon bei Raphael, noch mehr beiCorreggio (14941534) und Titian (14741576) zeigte. NurBellini (14261516) blieb den himmlischen und heiligen Gestalten zu-gewandt und wahrte den kirchlichen Ernst. In Deutschland hatte sich zu-nächst am Niedcrrhein neben der Innung der Steinmetzen die Cölner-schule für Malerei gebildet, dann die fränkische zu Nürnberg, unddarauf die schwäbische. Die erste, die Cölnerschule, beginnt durchMeister Wilhelm (c. 1380) und Meister Stephan (e. 1440) mitdem berühmten Dombilde, einer Schöpfung des letztem: die heil. Drcikönige,den hl. Gereon und die hl. Ursula mit ihren Gefährtinnen darstellend. NebenMeister Christoph (14711501) erhielt die Schule von Flandern auseinen noch höhern Schwung durch die Brüder Hubert und Johann vanEyk (13661470), welch letzterer die Oelmalerei erfand, und da-mit eine größere Farbenpracht in die Kunst einführte ^). Der größte Spröß-ling dieser Schule war Hanns Hcmmling. Die fränkische Schule er-hielt nach Michael Wohlgemuth ihren vorzüglichstes Repräsentanten inAlbrecht Dürer (14711528), der durch seine lebendige Theilnahmean der Reformation bald mit der altkirchlichen Kunstrichtung brach. Dieschwäbisch eSchulebegannmitMartin Schön von Augsburg (s 1498)und entwickelte ihren kirchlichen Charakter in Bartholomäus Zeit-blom zu Ulm (st 1517), Friedrich Herlen (st 149l) und MartinSchaffner (150839), besonders in den beiden Holbein zu Augsburg,später zu Basel (14501554).

Mit der Plastik, Malerei und Poesie verband sich auch bald ihre Schwester,die Kunst der Töne und der harmonischen Gedankensprache, die MusikH.

1) Vgl. das Leben des Malers Fra Giovanni aus Ficsole, vom Ordender Prädicanten-Mönchc nach Giorgio Vasari, a. d. Jtal. v. Ludw. Schorn, 849.

2) I. D. Passavant, Rafael von Urbino u. sn. Vat. Giovanni Sanzio.Lpz. 839. 2 Th. mit 14 Abbild.

3) Wagen, Hub. u. Zoh. van Epk. Brcsl. 822. Schopenhauer, Zoh-van Epk und seine Nachfolger.

4) Raumer a. a. O. Bd. VI. S. 51923. Hurter a. a. O. Bd. IV.