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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 293. Die Blüthc der Kunst in dcr Kirche.

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bürg und Freiburg die majestätisch -gothische Trilogie des Rhcinstroms.stn Frankr eich: die Kirchen zu Chartres, zu Rheims (1232), die Haupt-kirche der Monarchie, Amiens (1228), Bcauvais (1250), die heil. Kapellevon St. Dcnys, die Thurmseite von Nvtre-Dame (1223). In Belgien:die Gudulakirche zu Brüssel (1120) und die Kirchc in den Dünen, welcheM Mönche in 50 Jahren erbauten (121462). In England: Salis-bury, die schönste von allen (1220); eine Halste von Jork (122760),dcr Chor von Ely (1235), das Schiff von Durham (1212) und dieNativnalabtci von Wcstminster (1247). In Spanien: Bnrgos undToledo, vom h. Ferdinand gegründet 1228.

Um die christliche Baukunst, gleichsam als die Herrin, schaarten sich balddie andern Künste, die einen als ebenbürtige Gespielinnen, die andern alsDienerinnen, zunächst die Bildhauerkunst, welche nach früher» schwachenAnfängen bereits im 13. Jahrhunderte treffliche Erzeugnisse hcrvorgcbrachthat. Die schönen Statuen von Heilige» und Engeln, welche die Vordersei-ten dcr Hauptkirchcn bevölkerten, wurden damals aus Steinen gebildet. Esentstand dcr Gebrauch der Grabsteine mit den sinnigen Gebilden. Beson-ders z» Florenz entwickelte sich die Plastik an den Kirchen und Gcräthenderselben. Nicolaus von Pisa und seine berühmte Familie gründeteeine lebensvolle reine Sculptur, die dem Steine Gcinüth einhauchtc.Andreas von Pisa bildete die drei ersten Pforten (133940);Ghibcrti von Florenz schuf die beiden bronzenen Thore an dcrSt. Joh. Taufkapelle zu Florenz, von denen Michel Angclo sagte, daß sieden Eingang des Paradieses zu schmücken wcrth seien, Lneaö dcllaNobbia, ein Schüler Ghibcrti's, formte Reliefs ans Erde, wußte sic zufärben und durch Feuer zu verglasen. Sein Hauptwerk, die singenden Chor-knaben im Dom zu Florenz, ziert eine überraschende Natürlichkeit. Dona-tello zu Florenz gilt als Wiedcrherstellcr dcr Bildhauerkunst in Italien;er suchte den Mangel an Tiefe durch leidenschaftliche Bewegungen derFiguren zn ersetzen. Das Grabmal des h. Scbaldns von Bischer(s- 1530) ist dcr größte Schatz in dcr Kirchc dieses Heiligen zu Nürnberg.

Auch die Maler ei vereinigte sich zur Feier des Heiligen, und spannte inschnellem, kühnem Laufe die herrlichsten bis jetzt noch nicht wieder erreichtenBilder unter dem schönen Himmel Italiens aus'). Pisa und Sienawaren die Wiege dieser Kunst, und bahnten Florenz, welches ihre Haupt-stadt werden sollte, den Weg. Unter dem Schutzpatron, dem h. Evangeli-sten Lukas, bildete sich ein Verein, und durch Guido von Siena (1221)und Ginnta von Pisa (1210) die erste, ernste und begeisterte Schule,die schon durch Cimabuc (12401303) eine seltene Vollendung erhielt.Seinen Kopf dcr hl. Jungfrau bei der Verkündigung nahm Florenz trium-phircnd auf. Noch mehr hob sich die Schule durch Giotto (12761336),der die Natur in ihrer lebendigen Bewegung nachahmtc. Mit ihm beginntdie Florentinischc Schule, die sich auch in dcr Darstellung der heil. Geschichteauszeichnet. Besonders hoch steht Domin ico Ghirlandajo (145193)

Entwürfe des Erwin v Stei»bach. Vgl. (^Friede. Beck, Gcsch. einesdeutsch.Steinmetzen. Münch.834. Theodor Mclas, Erwin v. Steinbach. Hamb.834. 3 Th. Boisscröe, Gesch. u. Beschreib, des Doms von Eöln. Sinttg. 828.I. Görrcs, der Dom von Cöln u. dcr Münster von Straßb. Regenöb. 842.

l) Vgl. Raumer, Gcsch. dcr Hohcnstauf. Bd. VI. S. 53946. Hnrter,Jmwccnz III. Bd. IV. S. 674-79.