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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
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719
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tz. 292. Der CultuS während der ganzen Periode (10731517). 719

Sprachen des Kreuztitels wiederherzustellen." Me tiefen Denker beschäftig-ten sich mit diesem Geheimnisse: Erweckung würdiger Stimmung bei seinemEmpfang war das Bestreben der frömmsten Lehrer. Der apostolische LegatCardinal Guido setzte es zunächst in Cöln durch (1203), daß bei Aufhebungder consecrirten Hostie und des consccrirten Kelches ein Zeichen mit einemGlöckchen gegeben wurde, und daß dieses auch ans den Straßen geschähe, wenndie heil. Communion den Kranken gebracht würde'). Zur Aufbewahrungund Erpositiou dieses gcheimnißvvllstcn Sacramentö entstanden setzt Taber-nakel am Mare und Monstranzen (tmtsimvria), auch eigene Sacra-mentshäusch en. Alle Künste wetteiferten dafür, in den vollendetsten Gebil-den, und Hymnen, welche der gottbcgcisterten Brust frommer Söhne der Kircheentquollen, verherrlichten das allerheiligstc Sacrament. Durch Gregor'sVII. Bemühen wurde die mozarabischc Liturgie in Spanien und dieslavische in Böhmen und Polen aufgehoben, und dafür die römischeeingeführt ^), damit auch äußerlich an allen Orten sogleich bekundet werde:daß alle Kirchen mit der römischen verbunden seien.

Die schon früher (s. S. 486) bei der religiösen Scheu sich kund gebendeFurcht vor Vergießung beim Genüsse des Kelches ward jetzt noch allgemeiner.Als nun die ausgezeichnetste» Scholastiker die Lehre von der s. g. sonoomi-tnntm corporis ot snnnuiins entwickelten und vcrtheidigten, wornach unterjeder Specics des Abendmahls der vollständige Leib Christi enthaltensei* *), und darum mit dem wahren Leibe zugleich das Blut genossen werde,so ward der Genuß des Kelches bei der Laiencommunion immer seltener.

1) (.'nenu'r'n« (,,t >225> berichtet hierüber cks mir-i.eulis st

risümib. sui teinp. üialnA. 1it>. IX e. 51: Bempors sebisinatis intsi I'lnlippnmet Otlwn. dominus Wido Ourdiualis , um missus luisest (!>d<,n!am su. 1203):ul eantirumnduin clsetmuein Otlronis. bonum illis consustudinemr instituit:prnoeopit snim, nt ud olsvationom llostiao oninis popnlus ln occlssiu allsonituni nalas voniam pstoret, sicgus usgue ad calie.is bonsdictiouvm pro-str-rtus saesrst. 1'raecspit stinm idem Oardinalis. nt gnotios delsrsndum sssstad iuüimnim, sidiolaris sivs canipanurius saierdotem prascsdsns psr nolamülucl proderst, siegus omuis pupulus tarn in stratis guam in domibusGiristum adoearet. Daher machte dies P. Ilonorl»»- III. 1217. zum Gesetz,ldecretal. 6rsZ. lili. III. tit. XI,I. c. IN).

2) VII. ep. Iib. VII. sp. 11. V. VI. I'. I. p. 1434)

Bgl.: über die Vorwürfe, welche de» Päpsten in Beziehung auf ihre Bestre-bungen in dem Cultus gemacht werden. iTüb. Q.-Schr. >844. H. 4.).

* ^1/ea:a,ra!. in 8snt. Iib. IV. iinaest. 53. msmln'. 1. antwortet aus

die Frage: Otium licsat sumsrs corpns Clrristi suü spoeis zurnis tantum etc.:Licenduni, rzund >,ma 6bri8tu8 intsgrs suwitur 8»I> ntraizus spocie, bens liesteuwers eorpus Oliristi sub specis zianis tantum. sicnt lsro ubiguo lit a laieis inecelesiu. Der Hauptschwicrigkeit bezüglich der Kelchentziehung, daß Christi Kör-per doch nicht saci-amentalitvr, sondern nur ox unions naturali snb specis vini,und darum der Genuß sub una specis nnvollkommen u. von geringerer Wirkungsei, begegnen Thomas von Aquin, der an die Stelle des von Xlbsrtus 21.hmührendcn Ausdrucks uniu naturalis setzte con.comr7»»tra »-eal/s s. »atrtralr«,»och mehr Bon »Ventura. Der erstcrc sagt in der Lumina k. III. gu. 76. art.l.: Owniuo necssss SSt cvuütsri sscundum üdem catliol., guod totus Olrristusst. e. divinitas, anima st corpus) sit in sacramsuto. Lcisnduw tawsn, guod»liguiä Obristi est in boc saccamsuto duplicitsr: uno mocko griasi sx vi sacra-wenti, alio modo sx naturali coneomitantia. blx vi guidsm sacramsnti sst subspociebus busus sacramsnti ick, in guod dirsets c.onvsrtitur substantia panis strmi prassxistens. prnut signiücatur per vsrba formras, guas sunt sstleativn indoc sacr-nnsnto: ex naturuli antsin concomitantis. out in boe unorrunsnto