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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 4. Capitel.

er jedoch das seither geführte weltliche Lehen und wandte sich der Askese undrein praktischen Wirksamkeit zu. Als Bußprcdiger lernte er die Noth desgemeinen Lebens und die Armseligkeit der Kleriker kennen. Solchem Elendezu steuern, opferte er sein bedeutendes Vermögen und stiftete obigen Verein,dessen Glieder sich nach dem Beispiele der Apostel von ihrer Hände Arbeitnähren, und durch Lehre und Beispiel wahrhaft christliche Frömmigkeit för-dern sollten. Das von ihnen gestiftete Kloster der regulirten Chor-Herrn zu Windesheim (1386) sollte den Mittelpunkt aller solcher Ver-eine bilden, an die sich auch Laien, Männer und Frauen nach Art der Bcg-Harden und Bcghinen anschlosscn. Besonders in den Niederlanden und dembenachbarten Westphalen verbreiteten sich solche Anstalten, in denen nachweiser Anordnung auch wissenschaftliche, besonders philologische Be-strebungen gepflegt wurden. Aus einem solchen Vereine ging der allbekannteThomas von Kempen hervor; auch der Sentcntiarier GabrielBielgehörte im vorgerückten Alter demselben an. Eugen IV. und Paul II. habendiesen geistlichen Brüderschaften, in welche der bessere Thcil des Klerus vonder überhandnehmenden Entartung flüchtete und seine Salbung behielt, infreudiger Anerkennung viele Privilegien ertbcilt.

§. 292. Der Cultus während der ganzen Periode 11073-1517).

Io» O'aonot. s. vor tz. 201. 7',t,'t,'cd'. (Io (liviuis otlieiis libb. XII.

6-ult. I-uoanet/. opiso. Xlimatsii?. seigentl. Duoantl ) 12961, rnlümaleäiviiior. ollicior. libb. VIII oft cd. auch Von. 609. 4. Die allgcm. Werkvon Dek/ton/a, Maotene, <l« antaqui». seol. ritüiW

u. Binterim, Dcnkw. Dd. V. Thl. I.

Der Umschwung und die Erhebung, welche die kathvl. Kirche durch Gre-gor VII. in den äußeren Verhältnissen erfuhr, wirkte auch bald nach innen,namentlich auf den Cultus zurück. Derselbe wurde in dieser Periode glän-zender, aber auch sinniger und geheimnißvoller. Seitdem man in den Krcnz-zügen die morgenländischen Tempel geschaut, ahmte man dieselben mit Be-geisterung im Abendlande nach. Groß war das Verlangen des christlichenVolkes nach kirchlichen Andachten; die Synode von Toulouse (1229) gibtesp. 26 eine große Reihe von kirchlichen Festen au; eine noch größere An-zahl erwähnt die Synode von O.rford (1222) c->p. 8 '), wornach der vierteTheil des Jahres dem Dienste des Herrn geweihet war, ohne daß man imengherzigen Sinne der neueren Zeit befürchtet hätte, zu verhungern oder zuverarmen.

Der höchste Grad religiöser Begeisterung wandte sich setzt dem heil. Al-tarssacra m ente, dem Mittelpunkte des ganzen Cultus, zu.Alles,"sagt Jnnocenz I II. H,ist hier geheimnißvoll, und aus dem Einzelnen quillthimmlische Süßigkeit. Drei Sprachen kommen in der Messe vor (lateinischdurchgängig; griechisch: xl-p-o eXc,-cr<>,-; hebräisch: Alleluja und Amen),damit in jeder bekannt werde Christus zur Ehre des Vaters, und um die drei

p. 765) lllironicon oollogii XVindesbemeirsis (Gttcksnl k^IIvzo prima vurior.dipbmmtnriai'um ote. I'rol. 728. p. 400). Dchioat, »vor äs Rrnedersebaiivan 6. llrosl. Illrvebt 830. übers, von I>r. Gottl. Mohnikc. Lpz. 840. VglUllmann, Joh. Wessel. Hamb. 1834.1 842. Beilage I.

1) Vgl. Ilaicku,,,. r. VII. p. 180. und 117. 47a,-«1. V. XXIII. vgl. auch'I. XXVI. p. 417. endlich Httnanckr ralioirals lib. VII. o. 7.

21 Innocent,ne III. verfaßte das für die Ausprägung der Messe in damal.Zeit beachtenswerthc Werk über das Llz'stsriorum Nissus libb. VI.; deutschvon Hurtcr. Schaffh. 845.

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