§, 291. Freie geistliche Bercine.
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Npothekerkunst auch mit Dcstillirung von Liqueurcn beschäftigten. In Spanienund Italien vereinigten sich mehrere Eremiten zu Congregationen und nann-ten sich Hieronymiten '), entweder weil sie neben der Regel des h. Augu-stin den h- Hieronymus als Schutzpatron verehrten, oder nach einer Regelaus den Schriften des h. Hieronymus lebten. In Spanien hatte sie P et erFerdinand Pecha, Kammerherr Peter's des Grausamen von Castilien,versammelt (1370) und Gregor XI. bestätigt; in Italien waren sie durchPeter Gambac o rti (oder Petrus de P i s i s) entstanden. Dich.Brigitta^) (ch 1373), aus der königlichen Familie Schwedens, hatteschon, während sie noch die Pflichten der Gattin und Mutter erfüllte, demdritten Orden des h. Franziscus angehört. Nach dem Tode ihres Gemahlswurde sie in der jenseitigen Welt durch Offenbarungen einheimisch,welche die Päpste Gregor XI., Urban VI., die Coneilien von Constanz undBasel anerkannt baben. In einer solchen Vision wurde ihr der AuftragChristi, einen neuen Orden zu stiften, den sie in dem Kloster Wad stena errichtete(1363), den Urban V. bestätigte (1370, orclo 8t. Ilrixittso s. Kulvntoris),und der für die nordischen Reiche höchst segensreich wurde. Alle Klösterdesselben sollten unter der Aufsicht der Aebtissin von Wadstena stehen, in je-dem einzelnen 60 Nonnen ausgenommen und zu deren geistlichem Dienste 13Priester, 4 Diakone, 8 Laienbrüder eingesetzt werden. Die ganze Anzahl solltean die 13 Apostel (mit Paulus) und 72 Jünger erinnern. Endlich stiftete auchFranziscu s v v n P au l a'), einem Städtchen in Calabrien, einen neuenOrden. In kühnem, beglücktem Streben wollte er das Leben Christi in einemnoch höheren Grade als die Franziskaner nachahmen. Zuerst lebte er alsEinsiedler in der Nähe seiner Vaterstadt; seit 1457 gelang cs ihm, eine An-zahl Gleichgesinnter um sich zu versammeln, welche die Minoritcn übcrbie-tend sich Minim i nannten. Durch den sittlichen Ernst seiner Mitgliederund die Wunder seines Stifters verbreitete sich der Orden schnell über Ita-lien, in Frankreich und Spanien, nachdem ihn Sirtus I V. bestätigt hatteft474, orclo mimmormn lratriim Vroiintarom, lrstrum Vruncisoi cloI'auls). Leo X. erfreute die Mitglieder durch Kanonisation ihres 1507 ge-storbenen Stifters (1513).
H. 291. Fr c i c g e i stl i ch e B er ei n c.
Die in dem vorigen Zeitabschnitte entstandenen Beghinen und Beghardenwurden jetzt wegen ketzerischer Behauptungen und ungesetzlicher Lebensweisebestig verfolgt. Dennoch konnte die Vorliebe für solche freie Vereine inDeutschland und den Niederlanden nicht unterdrückt werden; auch wurden siein der bessern Form wegen ihrer wohlthätigen Einwirkung von der Kirchebald anerkannt. Nach diesen Vorgängen bildete in Holland, dem Landedes vorherrschend praktischen Sinnes, Gerhard Groot von Deventerich 1384) einen freien Verein von Klerikern (clcrici et lrutrcs vitac com-munis. Fraterherr n j. Er hatte zu Paris stndirt, zu Cöln mit BeifallTheologie gelehrt und ein bedeutendes Bencsicium erhalten^). Bald bereute
>) Roidten.-Lroc/e/e, V. III. x. 43. V. VI. p. I. sg.
2) rsvolationos ecl. Vurrsereinmn. Inib. 492. Rom. 628. DaS
leben der hl. Brig. (VcusionO' vitis ^.gnilonia s. Vitno 88. in 8cA.ncIinavia.cvl. 623 1. e. not. TÄ'ioi-LenL'e/. I)is. 708. Claruö, Leben der hl. Brigitta,licgensb. 856. Die Regel bei Lokl. V. III. x. 100 sg. Hcfcle, Bd. IV. Cap.
S. 29 ff. — lii acta 88. m. clpr. 3'. I. i>. 103 sg.
4) Sein Leben von 'Ilinmas a Ivoin^is sopp. scl. 8omumliu8. ^ntv. 607. 4.