tz. 288. Geschichte der älteren Orden.
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tuaendhaft, religiös und kcnntnißreich, wie in bessern Zeiten: Inkan»von Dalberg in Worms, Job. Rhode in Bremen, LorenzvonBibrain Würzburg, Conrad vonThungcn und sein NachfolgerCbristoph von Stadion in Augsburg, Matthias LanginSalz-s,vrg, von G rei f en k l a u in Trier werden uns als vortreffliche Hirtengeschildert.
§. 288. Geschichte der älteren Orden.
//ülstem'rtü. ooäo.x roZnIar. mi>nantil.nrruin «Io. Die Werke von H e l p o t,Bicdenseld, Hcnrion-Fehr re., vgl. Littcratnr vor §. 142.
Die auf den Concilien gepflogenen Unterhandlungen zeigten nur zn deut-lich , daß sich in den Klöstern die ihnen von den Ordcnsstiftern verliehenereligiöse Begeisterung immer mehr verlor. Der wachsende Reichthum unter-drückte, besonders in Folge der zerstörenden Einflüsse des Schisma'ö, diefrüher mit so großer Liebe, Sorgfalt und ausdauerndem Flciße gepflegtenStudien. Wohlleben und Ausschweifungen traten an die Stelle; selbst dieFrauenklöster theilten diese Schmach. Der freilich oft dcclamatorisch über-treibende Nicolaus deCleinange entwirft darüber ein trauriges Bild:„Biel wäre zu sagen von Mönchen und Nonnen, wenn einen nicht die Auf-zählung so großer Gräuel schon aneckclte. Was können wir wohl zu ihrerEmpfehlung sagen, die ihrem Gelübde nach unter den Söhnen der Kirchedie vollkommensten sein müßten, fe mehr sie von der Sorge des Weltlichenentfernt, der Betrachtung der himmlischen Dinge sich hingeben könnten, dieaber offenbar ganz das Gegenthcil davon sind ; denn gerade sie sind die gei-zigsten, habsüchtigsten unter Allen, fröhncn der Welt, statt ihr zu entfliehen.Nichts ist ihnen so verhaßt, als ihre Zelle und ihr Kloster, Lesen und Gebet,die Regel und die Religion
Dagegen erwiesen sich die Bettelordcn wie früher, so auch jetzt inihrer aufopfernden, vielseitigen Thätigkeit, und durch Pflege der zu Anfa ngdieser Periode noch mit Vorliebe erfaßten Scholastik blieben sie in Achtungund Verehrung. Die gegenseitige Reibung der Dominicaner und Franzis-eaner verlor sich allmälig , als beide sich ein verschiedenes Feld ihrer Thätig-keit erwählt hatten: die Dominicaner vorzugsweise für die Reinerhaltungdes kathol. Glaubens gegen die Häretiker stritten, die FranziScancr sich fastausschließlich dem Herzen und Bedürfnisse des nicdcrn Volkes zuwandten.Nur die strengere Partei unter den letzter», die Spiritualen, erregtewiederholte tumultuarischc Bewegungen, so daß sie seit P. Johannes XXII.(1318) strenge Verfolgungen trafen. Ein Theil derselben, Wilh. Occaman der Spitze, verbündete sich daher unter dem Ordcnsgencral Michaelvon Ccsen a mit dem Kaiser Ludwig dem Bayer, und erst nach dessenTode wurden sie aus der Synode zn Constanz") wieder mit der Kirche ver-söhnt und als Brüder der strengeren Observanz anerkannt (kistres is^uliiriuvbservniitise). Sie erhielten sogar vor den übrigen, den Conventualenfsiati '08 eonventiiulss), Begünstigungen. Durch ihr starres Festhalten ander thcilwcise ausgearteten scholastischen Form und die oft übertriebene Ver-ketzerung der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit besondererLiebe aufgenommenen classisch-humanistischcn Studien zogen sie oft die Geißelder Satyre auf sich.
1> klbävk. cte O/emanAr« ä« rmiui «ool. e. 41. fr. ck. 31 1. 11III. i». 33.)2) Lose. XIX. bei n. ct. Äa/'itt, Ooue. LonLt. 3'. IV. x. 515.