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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 287. Das religiöse sittliche Leben.

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die Sorbonne in 28 Artikeln den mannigfaltigen Aberglauben der Zeit (1348).Sirius IV- bedrohte diese Verwegenheit, Innocenz VIII. gab strengeGesetze gegen die Zauberei, und stellte gegen diesen besonders in Deutschlandgrassircnden Wahn die Herenrichtcr Sprenger und Hcinrich Institorauf. Als Gesetzbuch für diese Hcrenproccsse ward der s. g. Hexcnham-nier (msllaim molelienium) gebraucht. Und diese Proteste haben Tau-sende dem Scheiterhaufen überliefert'). Ebenso dauerten ungeachtet der frühcrnpäpstlichen Verbote die Iudenversolgungen fort (s. unten §. 295).

Aber selbst mitten in diesem Verfalle erhielt sich besonders durch die Be-mühungen der neuen, sogleich vorzuführendcn Orden und Brüderschaften inziemlich weiten Kreisen die frühere Innigkeit und Kraft des religiösen Ge-fühls. Während die Geistlichen vielfach ihre Pflichten vernachläßigtcn, be-lebte man den religiösen Sinn durch Lectürc der h. Schrift in der Mutter-sprache. In Deutschland haben auch mehrere Mystiker: wie Taulcr,Suso, Ruysbrock, Thomas von Kempen, der Verein der Gottes-freunde u. A., durch ihr Leben wie durch ihre Schriften in der Vulgär-sprache gewaltig und erquickend zu vielen Herzen gesprochen. Der spanischeDominicaner Vincenz Ferrer, daö Wunder jener Zeit, hat sogar inverschiedenen Ländern den Bußeifer so sehr geweckt, daß er Geißlerzüge an-führen konnte. In ähnlicher wunderbarer Weise wirkte der FranziscanerJohannes Capistra in Italien, Deutschland und Ungarn'). So bliebdie Anzahl der Heiligen, welche die Kirche auch in dieser Zeit verherrlichten,immer noch bedeutend *).

Höchst wunderbar und eigcnthümlich erschien der Bruder Nicol ausvonder Flüe auf den Alpen ^). Nachdem er als Familienvater, Kriegerund Richter dem irdischen Vaterlande treu und mit Anerkennung gedient, er-griff ihn die Sehnsucht nach dem Himmlischen. Um nur in der Gemeinschaftmit Gott zu leben, suchte er die Einsamkeit, und hat ohne andere Speise alsdas Abendmahl 20 Jahre mit und von Gott gelebt. Sein einfaches Gebetwar:O Gott, nimm mich mir; gib mich ganz zu eigen Dir; o Gott,gib Alles mir, was fördert zu Dir; o mein Gott und Herr, nimm Allesvon mir, was mich wendet von Dir" (das alte eleseiera creatm g8, quakreröcrestorem). Den Hirten der Gebirge wie den fernern Bewohnern eineheil. Erscheinung, blieb er bei dem lebendigsten Gefühle der Mißbräuche

1) Vgl. Freib. Klrchcnlcr. Bd. V. S. 155 ff.

2) Littcratur über beide s. unten tz. 292.

Im 14. Jahrh.: rluureun Larsiuns, b'lvreutiuus, exiscop. b'aenulanub;äali. diegvimieourm, caueui, U8 l'raAenms; Usregrinus 6 l?or» Uivn, ciräiii. ser-ror. L. Mariae; Oouraclus Ula< eiitiuus. ereiuita aus dem dritten Orden des h.Franziscus; Uuelms uatioue OailriL, mrcris xeregriuatieiübus clovotus; Latlur-rnia, lilia 8t. Lrigittae, ablmtissa; Oatllariua Leueusis; llulia Hat« oueria b'I,i-reutiua; Ulisabstlia, Uortugalliav rschna; llllLeariu^ eviues et Detplüua uxorqjus. Aus dem 15. Jahrh.: 3c,I>. OantniL, xresb. saeeularis Lraceviav; lloii. a8t. Uaeuudv ^.ugustiuiauus Lalmatieums; Uiclacus Idrauciseauus, Laienbruder;blieolaus sv. d. Flüe); <7a.E?E, aus der königl. Fam. Polens; llerclinauclus,aus der königl. Fam. Portugals; (llttlxirma Lvneuieusin Llarissa; V eie, ui ca,Laienschwester in Italien; Ooletta, virgo ir> Oallia; Ueelevioa, virgo in Ilollau.-<lia; braueisea, luatruna Uuniana, ssueta. viclua.

3) Joh. v. Müller, Gcsch. der schweizer. Eidgen. B. VI. ffWidmer,das Göttliche in d., ird. Entw.. nachgcwicsen im Leben Nicol, v. d. Flüe. Luzern818. Businger, Bruder Klaus u. sein Zcitalt. Lpz. 827. )G. Görrcs,Gott in der Gesch. Münch. 831. 1. H.