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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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711
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§. 286. Das Studium der h. Schrift.

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iederreit geschätzt hat. Diesen Erfolg mißdeutend, verbreiteten mehrere Hu-manisten hämische Schriften über ihre Gegner topistolna ol,.-mijro,,m> >!>«>-r»m), wobei Ulrich von Hutten sich zugleich gegen das Papftthum erhob.

Sehr fördernd für das Bibclstndium waren endlich die Bemühungen desErasmus durch seine Ausgaben des griechischen Tcrtes des N. T. mitUebersetzung, Paraphrase und kurzen rechtfertigenden Noten, wobei erbesonders die griechischen Exegcten benutzte. In Frankreich bereitete JacobFaber (I-o IUvre «l'If8t»i>>e8 -s 1537) durch kühne Kritik fdaher anfangscensurirt) , ansprechende Commentarc und seine französische Uebersetzung eingründliches Studium der h. Schrift vor

Nachdem schon seit dem 12. u. 13. Jahrh. das Lesen einzelner Bücherder h. Schrift in a P probirten U e b cr s c tz u n g c u , welches die Kircheniemals verboten hat '), unter dem Volke war einheimisch geworden, zeigtesich in dieser Periode ein ungleich regeres Interesse dasür, so daß in Frank-reich, England, Italien und Deutschland durch Hilfe der Bnchvruckerkunstganze Bibeln in der Landessprache schnell auf einander folgen mußten '), umdem Verlangen des Volkes zu genügen. In Deutschland erschienen bereitsvor Luther seit 1460 wenigstens 16 vollständige Bibeln u> hochdeutscherund 5 in plattdeutscher Mundart ^). Darnach ist unwahr, daß Luther erst

t> I'sulrei'mm qumtuxlex. bar 5VS. ec in, iu 1'nul. Um-. 512 ?» IV.evsnx. Lelil. 522. stanz. Bibel seit 1523 vollstand. -Iniv. 530 I.

2< Daher erklärte der gesammte kathol. Episkopal in England gegen dieseVerunglimpfung der kath. Kläcke im 3- 1826 öffentlich ts. unten 404):Dielath. Kirche hat das Lesen und die Verbreitung der hl. Schriften in aulhent.Ercmplarcn und in der Ursprache nie verboten, nie erschwert. Es hat nieein allgem. Gesetz in der kathol. Kirche gegeben, wodurch das Lesen apprv-birier Hebers, der hl. Schrift verboten worden wäre." Nur ist zu gewissen Zeilenund Orten die Freiheit, die Bibel zu lesen, mehr oder minder beschränkt worden,jc nachdem der gesetzmäßige oder gesetzwidrige Geist solcher Zeiten dieses forderte.Solche Umstände waren vorhanden, als die Waldenser und Albigenser sich gegen Kircheund Staat auflchntcn und ihr Verfahren durch die hl. Schrift rechtfertigenwollten. Die gewöhnlich beigebrachte Bestimmung Innoe. III. (66. II. m>. I4l)verbietet nicht das Lesen der Bibel in der Uebersetzung, sondern fordert nur de»B. v. Metz auf, die Uebers. zu prüfen und zu corrigiren. Unter den erwähntenUmständen untersagte die Synode zu Toulouse 1229 und zu Tarragon 1234de» Gebrauch der Uebers. in die stanz. Sprache, und aus ahnt. Rucks, wurde-st» 16. Jahrh. kein Verbot, die Bibel in der Landessprache zu lesen, sondern»ur eine heilsame Beschränkung gegeben, cl. ra^uiu IV. iiulieis liiu-or. pia la-I'iwr. s. Mita«, !u lm-turu <><- In i-uinlo biblo on InnKU«? vulxniro. I,<>nv. 846.dcntsch. Iicgensburg 848. 2 Bde. Der Protestant Daniel sagt in den thcvl.Controvcrseu. Halle 843. S. 73:Wir können es Nachweisen, daß auch im MA.die Kirche selbst nie von dein ihr anvcrtrauten Kleinode der Schrift gelassen,nie dasselbe, wie so Manche sich cinbildcn, mit Füßen getreten hat."

3) Die Aufzählung dieser Uebers. in den verschied. Land, bei /e Dum/, biblio-llieea imci-a tu Ninas sHlnbos ckistiuctu: sub.iwiunttlr grumiuatil ua et laxi,-npk»esn-t.im Orstmtnliui» ?nr. 723. 2 V. 1. vgl. Frei b. Kirchenlcr. Bd.AI. S. 1210-14.

4> Die erste ohne Druckort mit dem Wappen Kais. Friede. 111. i 1460 od. 62wahrsch. zu Mainz!, dann zu Mainz 1467. Nürnb. 1477, 1483, 1490, 1518;in Augsburg 1477, 1480, 1483, 1487, >490, 1494, 1507, 1518, 1524; zuSstaßb. 1485. Diese iu hochdeut. Mundart erschien. Ausg. sind keinesw. iiurlnwcränd. Abdrücke ein. u. derselb. Uebers. Im nicdersächs. Dialekt zu Lüb.>494 u. zu Halbcrsiadt 1522. Im Plattdcnkscheii zu Köln zw. 1470 ». 80, zuDclst l477, zu Gouda 1479, zu Löwen 15l8. s. Panzer, litter. Nachr. v. d.