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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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710
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2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 3. Capitel.

Tiraboschi zählt in Italien neben dem Mönche Jacob PhilippvonBergamo, Johannes Picus von Mir andola, P almieri,Giavozzo, Manctti noch m. a. bedeutende Orientalisten im 15. Jahrh.auf. Bald bereitete Agvstino Giustiniano seine Polyglotte über diePsalmen vor, und Tesio Ambrogio wurde von Leo X. als Professor derorientalischen Litteratur in Bologna angestellt. In Spanien ward nach demgroßartigen Plane des Cardinal Ximcnes^) die Complutenser Polyglotten-bibcl unternommen, in der von vielen spanischen Gelehrten die hebräischen,chaldäischcn, griechischen u. a. Texte mit entsprechenden Wörterbüchern undGrammatiken geliefert wurden. Fast alle diese Bestrebungen gingen Rcuch-l in vorher, so daß unrichtig behauptet wird:er habe bei seinem Eintrittein die Welt die Kcnntniß der hebräischen Sprache unter den Christen ganzerloschen, ja verachtet gefunden." Auch beschäftigten sich ja gleichzeitig mitReuchlin in Tübingen der Franziscancr Summen Hardt, Paul Scrip-toris, Conrad Pelikan mit dem Hebräischen, und schon 1505 warJohannes Löschen st ein vom O>. Eck als Professor der hebräischenSprache nach Ingolstadt berufen, der unabhängig von Pelikan und Rcuch-linsich seine orientalischen Kenntnisse erworben hatte. Damitsollcn dem classischgebildeten Johannes Reuchlin'), der das Hebräische von JohannesWessel erlernte, die Verdienste um die Förderung des Studiums des alttesi.Grundiertes nicht abgcsprochcn werden; doch galt ihm rabbinischc Weisheitsicher mehr als christliche Wahrheit. Der Streit, den gegen ihn P feffer-korn^) und dieCölner Dominicaner, besonders Hvgstraten er-hoben und bis zur Forderung steigerten:alle rabb,'nischen Bücher zu ver-brennen," galt zunächst derUeberschätzung rabbinischer Weisheit, und stammtekeineswegs aus bloßer Habsucht und Verfinstcrungssucht. Lebten ja doch zuCöln, dem vermeintlichen Verfinsterungsorte, Johann Potken, Propstzu St. Georg, einer der tüchtigsten Orientalisten jener Zeit, und OrtwinGratiu s, einer der vortrefflichsten Humanisten, Freund und Vertheidigerder Dominicaner in dem /bessern Theile ihrer Opposition"). Die letzter»wurden wegen des uncrlcuchteten, übertriebenen Eifers gegen das orientalischeSprachstudium von dem B. von Speyer, dem Commisiarius P. Lco's X.,zurückgewicsen (1514), weil die Kirche den wahren Gebrauch dieses Studiums

11 Liblia sacra; vetus testain. niultiplici liugua nun,' priruo iniprsssum.'1/ I-V.; X. 1. 1. Vl. (Ivuiplnti 151417. l. Bgl. f-L biswire

du Larcl. Ximsnes. kur. 643. 2 3'. deutsch von P. Fritz. Würzb. 828. 2 Th.,7. cle bist, ttu ministöre (ln Larst. Xnn. 3'vnl. 694. * *Hefclc, der

Cardin, ffimcncs u. die kirchl. Zustände Span, am Ende des 15. und zu Anfangdes 16. Jahrh. Tnb. 844. S. 120-158.

21 Oe verbo mirikco libb. III. 'bub. 514 I. Os arte eabbaüst. libb. III.Ilag. 517. Os rinliniont. bobr. Obnrcas 506 t. 11a s. 573 t. Os accoutib. etvrtbograpliia ling. bebr. OaZae 518 ll. lUpp. Ilag. 514 ff. Freib. Kirchcnlkl.Vd. IX. S. 233 ff.

3) ilo finlaica cvnlessions. t'olan. 508; äs abolenäis seriptis

,Iu«iaeorwn; narrativ cls rations colebruncli Oascba apiul lustaevs. Vgl. ÄoA-strateü, ttestrmtio cabalas seu calialisticae psrüdias aclv. keucblinum. 4ntv.518. kontra clialvguin <ls causa Ileucblini, st Xpolngiao contra Rsucblinnw.Bgl. «>. ck. Lar-ckt, bist, litter. Lei. kars II.

*1 Gegen die epp. vbscnror. virvr. lib. I. Hass». 516. bb- O. b'is. 517.ilsnnn. Rvternnnnl. Hann. 827. 2 3/ verfaßte er eine etwas matte Erwiede-rung in den Oanientationes obscur. virvr. oft cdirt. Wcislingcr, Iluttenins(lelarvatns, d. i. wahrhafte Nachricht von der Ausg. der epist. virvr. obscuv,worin gehandelt wird vom Streite zw. Reuchlin u. Pfefferkorn rc. Constanz 73v.