§. 285. Die s. g. Wiederherstellung der Wissenschaften. 707
flache Anmerkungen zum Grundierte des N. T. und eine Art Moral mitsklavischer Nachahmung des Alterthums in h cid nischein Geiste schrieb;einflußreicher waren seine historischen Forschungen. Besser gelang der Ver-such des apostolischen Protonotar Paulus Cortesius'), welcher dieDogmatik in ein antik-römisches Gewand kleidete, und dieses Werk dem P.Julius U- dedicirte. Er blieb dem widerwärtigen Treiben fern, christlicheDogmen und Institute in das Gewand mythologischer Vorstellungen zu klei-den oder durch heidnische Ausdrucks- und Anschauungsweise zu verunglim-pfen *). Bald erstand auch ein ganzes Heer neuer late i nis ch er Ucber-setzungen der hl. Schrift, die Ciceronianischer sein sollten als die Vul-gata. Die neuen Platoniker an der durch Gemistius PlcthozuFlorenz gegründeten Akademie^) (1440) vertheidigten zwar einige religiöseIdeen des Christenthums, und die hervorragenderen, wie MarsiliusFicinus und Picus v on Mirand ola, suchten zu beweisen , daß allereligiösen Wahrheiten, die bei den verschiedenen Völkern gefunden werden,einer Uroffenbarung zu verdanken seien. Vielen unter ihnen stand aber dieplatonische Philosophie höher, als das Christenthum. Marsilius vergöttertePlato der Art, daß er vor dessen Bilde eine Lampe brennen ließ, und sogarvorschlug, daß seine Werke gleich denen der hl. Schrift in der Kirche vorgc-lcsen werden möchten; und Pletho scheute sich nicht, die Hoffnung auözuspre-chen, daß das Christenthum sich bald zu einer dem Heidenthume nicht allzu-fern stehenden Universalreligion ausbildcn werde. Als auch das aristo-telische System in dieser neuen Phase Vertreter (Neoperipatetiker) fand,bildete sich ein gefährlicher Skepticiömuö aus. Der Repräsentant dieserSchule, Petrus Pomponatius'), Lehrer in Padua und Bologna(s- 1526), erklärte ganz offen: vom philosophischen Standpunkte sei die Un-sterblichkeit der Seele und die Vorsehung mehr als zweifelhaft, doch mögeste als theologische Wahrheit beibehalten werden, was das fünfte allge-meine Laterauconcil durch eine scharfe Censur rügte, und gegen solchenMißbrauch des Studiums der heidnischen Classtker und Philosophen Vor-kehrungen traf. Der berühmte und berüchtigte Historiker Macchiavelli(s- 1530) lehrte in seinem Buche „vom Fürsten" eine dein Christen-tbume ganz entfremdete Politik*) der egoistischen Klugheit, die bei den cor-
1> Dank. in Lentsntlas. I)ni in bno opsre ologuentiam ouin
llisologia onnjunxit. Uom. 512 ll vgl. Jagemann. Gcsch. der freien Künste.Bd. III. Th. 3. S. 219 ff.
So nannte Bcmbv, P. Leo's X. Geheimsecrctär Christum: Ninorvam,e .luvis caMo ortnni; den heiligen Geist aursin 28plr,vri eoelsstis; dieSündenvergebung Dens Lupsrosgue nmnesgus plaenns. In ähnl. Weisebczeichnctcn Andere die Cardinäle als v-rtrss onn^oiipti u. ihr Collegium alseollogium XuZurnm; die Nonnen als Vöstales; die seligste Jungfrau als Viva.Vom hl. Franziscus wird gesagt: er sei in nnrnoruin Dleorai-r neosptus; u. in»och cckclhastercr Weise tröstet Bessarion seinen über einen Todesfall trauerndenFreund damit: der Verstorbene habe sich ja in reinere, himmlische Sphären erhoben,und im mystischen Bacchustanze an die olympischen Götter angcschlossen.
21 Sieveking, Gcsch. der Platon. Akademie zu Florenz. Gott. 812. Ros-coe, Lorenz von Medici, a. d. Engl. Wien 817.
31 Doti-r DomMnatit Iil>. clo. iininortal, aniinav. vnu. 516. oll I2i-nsmi lib.XXVI. op. 34. //a,^rtrrr. ooil. Concilior. I'. IX. p. 1719 8g.
41 viseorsi In piriinn voe. ili vivio: TVi-re/M; nwnia viooontina.
Vgl. Dossoviitt juäioium äo Nnoolriavollo. LröaÄeneO'a, clo prinoixs Obristianoaav. blaocli. castorasgus buj. saoc. politioos. 4.utv. 603 und öfter. Dosrre«
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