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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
Seite
706
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^06 2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 3. Capitcl.

den heil. Thomas gleich begeistert, hat stch in seiner göttlichen Comödie alsstrenger Dogmatiker gezeigt, und zugleich in ganz Italien Gefühl und Liebefür edle Sprache, schöne geschmackvolle Darstellung und freie Thätigkcit desGeistes geweckt. Ein strenger Richter der Päpste, der Mönche und desKlerus , wurde er aus Florenz, seinem Baterlande, verbannt, aber im Kir-chenstaate ausgenommen (st 132 t). Petrarca st), mit den Griechen undRömern innigst vertraut und von ihrem Geiste angewcht und lebendig durch-drungen, erweckte durch seine süßen Lieder noch mehr den veredelten Ge-schmack und Liebe für klassische Litteratur im ganzen westlichen Europa(st 1374). Boccaccio schrieb die Hauptwerke griechischer Schriftstellermit eigener Hand ab, und nach vertranter Bekanntschaft mit denselben ver-faßte er das erste System der griechischen und römischen Mythologie ^), wodurcher das Verständnis) der Classtkcr vorbereitete (st 1375). Vilani, einälterer Zeitgenosse Petrarca's, zeigte stch in seiner Chronik fast eben so treff-lich, als Hcrodot in seinem GeschichtSbnche. Viele Andere hatten schon vorPetrarca die Werke des h. Chrysostomus, des Johannes Klimakus, desMalariuS, so wie des Demosthenes Reden ins Latein, übersetzt. Der Car-dinal N i co I a us von Cnsa, der im Aufträge des P. Eugen IV. zu Ct.war, brachte einen großen Schatz griechischer Manuskripte nach dem Abend-lande und regte Interesse dafür an, so wie er andererseits auf dem Gebieteder Mathematik und Astronomie der erste war, welcher den Satz vonder Bewegung der Erd e um d i e Sonn e bestimmt a u fgcstellthat. Die Zusammenkunft der Griechen und Abendländer aus dem Concilzu Florenz (1439) regte das Interesse für das klassische und griechischeAlterthum noch mehr an. Alles dieses war aber bereits unter dem Einflüsseder Kirche zur Wiederbelebung des klassischen Studiums geschehen, cbe diegriechischen Flüchtlinge nach dem Abcndlande kamen, welche übrigens theilSMönche, theilS Geistliche waren; Bessarion, später Cardinal, warder berühmteste unter ihnen. Die freudige Begrüßung und Unterstützung,die sie zu Rvm und Florenz am Hofe der Medici, vorzüglich aber unterdem Klerus fanden, setzt nothweudig einen Vorgeschmack an den Erzeugnissendes klassischen GriechenlandcS voraus; denn Barbaren erfreuen sich anderLcetüre des Plato, ThucydideS oder Demosthenes nimmermehr. Bald wurdeauch die Belebung des klassischen Altertbums eine Nationalsache Italiens,und auf gleiche Vertretung des römischen AlterthnmS neben dem griechischengedrungen. Zu den anfblühenden Akademien Italiens eilte die Jugendaus allen Ländern Europa's (s. 1450), um stch an den neuen Studien zuerfreuen.

Dieselben wurden zunächst unabhängig vonderTheologie be-trieben, bis Laurentius VallaJ, Lehrer in Neapel und Rom(st 1456), den scholastischen Styl verspottend , in guter Latinität kurze und

Göschl, Dantc's Unterweisung über Wcltschöpfung u. s. w. Bert. 812.stAi'kattck, lurUoiro üo Danto Xltzstuort. Dar. 842. liautv ol In philosoiüüe.oallioti^uo au troiriörue eiöolo, >,ar stDermam. Dar. 640. deutsch Mtinst. 841.Müller s. v. Dante im Frcib. Kirchcnlcricon.

1> Xtrioa, opistulao topp. Uns. 454. 58l. Dugä. 601. 2 '1. t) 8ouuvU>,Vaurniui, Vriouti; die letzteren deut. übers, von Förster. 2. A. Lp). 633.

2) Do ASuoaluK'ia. Dovr. libb. XV. Las. 532. t. Ducaiuvrauo.

3) lüiogautiai'. latiuao liu^uao libb. VI.; (liatvoUc. libb. 11l; Xunot. m

X. V. (. blrasniun. kar. 505 l. rop. lkovius Xmnt. 631); ä!e bano;

etc omouOta Ovust. N. «lonat.ioiis supp. Las. 540 u. 543 k.)