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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 283. Die Scholastik im 14. und 15. Jahrhunderte.

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einer darüber hinausgchcnden Erkenn in nicht glauben dürfe, Wahrheit zubesitzen; er war damit zur skeptischen Anschauung gelangt. Als die-ser Streit über die Realität oder bloße Idealität aller Begriffe hier noch mitderVerhältnißbestimmung zwischen Wissen und Klauben zusammcntraf, wurdeder Kampf zwischen den Nominalistcu, nun Occamistcn, und den Realistendesto heftiger. Die crsteren wurden unter I oh annesBurid an'), Rectorder Universität zu Paris (1327), unterdrückt; desto nachdrücklicher suchtensie anderwärts Terrain zu gewinnen. Wie zwischen Scholastik und Mystiküberhaupt, so vermittelte auch hier Gcrsou. Er gesteht den Nominalistenzu, daß die einzelnen Dinge nicht lormalito,-, aber auch den Realisten, daßsie nicht bloß viiUmIiter in Gott seien und behauptet gegen beide: rationssci-ealmanmi siiporomiix'ntor sunt, i» Deo Darnach habe jedes Dingein doppeltes Sein (ans duplex), ein Sein in sich (»sturs roi in seipsu),und ein Sein im Gedanken sesse obsectale ssn ropraesentivui» in orckinaa,1 inlelleclum craalum vel increatum),- und daraus folge dann, daß jedeErkenntnis; falsch sei, in welcher einseitig das eine oder das andere Sein er-griffen werde, ja daß es an Wahnsinn grenze, wenn man mit dem subjec-tivc» Sein d. h. dem im Gedanken seienden zugleich das objective d. h.das in der Sache selbst seiende erkannt zu haben meine"). ThomasVradwardinus"), Lehrer der Theologie in Oxford und EB. von Can-tcrbury (doetur ,>,n1nduü -s- 1349), trug abermals den das kirchliche Lebenso sehr hemmenden PrädestinationiömuS vor. Raimund v vn Sabunde^),erst spanischer Arzt und Rechtsgelehrtcr, später Geistlicher und Professor derTheologie zu Toulouse (um 1436), schloß sich in seinem berühmten Werke,llieolopia »aturaüs, an die Methode des Alanus an, und wollte die Leistun-gen der Scholastik popularisiren , wobei er zugleich auf die Ungläubigen inseinem Vaterlandc Rücksicht nahm. Hat er auch oft, sich selbst täuschend, diegcoffenbarte Lehre als pure Vernunfterkenntniß ausgegeben, so glaubte er dochnicht, däß die letztere die erstere ersetze, denn er erklärt nachdrücklich: Gotttröstet den Menschen durch Creaturen und seine Worte, aber die Worte Got-tes müssen uns mehr gelten. Wie sein Standpunkt der ethisch-praktischewar, so hat er auch den m or a Ii s ch en B cw ei s fürdasDaseinGot-teö reicher als der frühere Abälard und der spätere Kant ausgefuhrt. Unterdie Commentatvrcn des Petrus Lombardus gehörte in dieser Zeit auch deroft erwähnte Petrus d'Ailly") (s- 1425); Gabriel Biel"), Pre-ll Urdae«»-, Inst. Uuivoos. Uaris. 3?. IV. p. 257 8g.

2) Lublilitas metapli^sicunliuiu si guavrit in rebus ipsis secun-

cluw suum esse reale Mio ssso gualv liabent in suo osso olsteclali, sam nonest snbtilitas soll stoliditas öl vorn insania. sdö c.oncord. mslapllxs. cum log.)Vgl. Frcib. Kirchcnlcr. Bd. IX. S. 748-49.

3) IM causa adv. IMIag. lilid. III. ed. 3>oud. 618.

4) Äaz/muM de Ii!>. crealurar. s. tliool. natnr. wovon viola aninias

s. de natura Iwmiuis ein Auszug ist. Vrgeut. 496. Uatiuinrö shdo in comp,redact. a. Vinst. 659. Lolisb. 852. Hotäei-A, ds llleol. natural!

ll^munili de Labuuds eomin. 11a«. 843. Mahkc, die natiirl. Theol. desRapm. v. Sabunde. Brest. 846. (Hnttler, die Rcligionsphilos. des Rapmundv. Sab. Augsb. 851. Freiburger Kirchcnlcr. Bd. IX. S. 497 ff.

51 kommen!arii in IV. lildi. Lenlöntiar. öl 3rak latus, <rd. VrZenlinaö490 1. I':>r. 500. 4. Die vila kötri de Vlliaco bei o. <7. 7/ardt. I. c. 3. I.I'. VIII. p. 449-87.

0) kolleitoriuin ex Occamo in IV. 66. Lentsut. s3üb. 502. 2 3.) Urix. 574.4 1. 4. Lenin, de tempore, 3ul>. 500 4. Vgl. 2'rMenr. de scrixtor. eccl. c. 903.