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2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 3. Capitel.
Pflicht auf; aber die Gegenwart der Geistlichen veranlaßtc oft eine Mil-derung der Formen (Thomas de Torquemada von 1483—08 undDiego Deza v. 1499—1506 Generalinquisitoren). Wohl macht cSeinen entsetzlichen Eindruck, wenn behauptet wird, daß während der 300-jährigen Dauer der spanischen Inquisition 341,000 Opfer sielen (also jähr-lich an 1136); aber schon der englische Historiker Gibbonund besondersdeMaistre haben dargethan, daß Spanien (selbst wenn jene Angabe rich-tig wäre) in Vergleich zu den Verfolgungen der sich neu constituircnden pro-testantischen Regierungen und den Blutströmen in Folge der Religionskriegein den andern Ländern Europa'S sicher noch im Vorthcil stände.
Drittes C n p i 1 c l.
Die kirchliche Wissenschaft.
K. 283. Die S ck o l a st i k i m 14. und 15. Iahrhunderte.
Bossuct-Cramer, Tb. VII. S. 701 ff. Schröckh, christl. KG. Bd. 34.Ticdcmann, Geist der spccnlativen Pbilos. Bd. V. S. 125 ff. Mat-tes, Artikel „Scholastik" in Bd. IX des Freib. Kirchenlcr.; Ritter,Gcsch. der christl. Philos. Bd. IV. Die allgemeinen Werke über christl.Litterärgcsch. von ck« 7Vn, IvMer, 0«ck,'«»s, ('ans, Busse re.
Die kirchliche Wissenschaft ist in dieser Periode durch die Fortführungdes Strcites über die n n b c fl e ck t c E m p fä n g n i ß Mariä, be-sonders aber durch die Erneuerung des Kampfes über Realismus undNominalismus charaktcrisirt, indem sich einem extremen Realismus gegen-über ein ertremer Nominalismus geltend macht; so zwar, daß der letztere alsSensualismus oder Materialismus, der Realismus als mystischer Idealis-mus erschien, der von mehreren Mystikern deö 14. n. 15. Jahrh. vertretenward. Während dieser Kämpfe verwandte man oft fast alle Aufmerksamkeit aufphilosophische Vorbegriffc der Theologie, so daß sich die Scholastik immermehr in äußern Formalismus verlor. Gleich im Anfänge tratDuranduövon St. Pourcain auf, ein Dominicanermönch, seit 1313 Lehrer derTheologie IN Paris (eiortor ro8oluti.88im>i8), später Bischof von Meaur(f- 1333). Nach seiner nominalistischen Anschauungsweise ist ihm nurdasDeterminirteseiend,dasJndeterminirtebloß gedacht.In seinem Hauptwerke über Lombardns sprach er sich zugleich gegen das üb-lich gewordene unbedingte Eingehen in die Behauptungen des Aristotelesaus. Der Franziseancr Wilhelm Oec am, Lehrer der Theologie zuParis'), dann Provinzial in England und endlich, wie oben bemerkt, ander Seite Ludwig's des Bayern sOoetor m'nLiiIaris et inviiieilnlis, auchx-snsralülis ineeptor -s 1347), lehnte sich anderseits gegen die Lchrautori-tät des Duns Scotus auf. In dem Streite der Päpste mit Ludwig demBayer erhob er sich gegen die Kirche. Den seit Roscelin aufgegebcncn No-minalismus führte er zum äußersten Extreme. Von dem Satze ausgehend:omm8 rss pogitivn extra ammiim eo >p8n est m'ngiilaris erklärte er die all-gemeinen Begriffe für eine kieti» g»ae«Iam. und sprach ihnen alleWahrheit ab. Consequent mußte er fordern: daß sich das Erkennen aufdie sinnliche Wahrnehmung der einzelnen Dinge beschränke, und man in
1) Die wichtigste thcol. Schrift: tsiiasstioims xnpor IV. libb. 8ententisr.Imzff. 495 1) welche Ausgabe auch sein rontilagnima tbeoloe-ieum, Oieolngiamsnoenlauvmn 8»1, conttwi ronclnsionidus rnmplor.tons enthält. Die Schilstc»über Kaiser Ludwig in 6»?ckaE ülonnreli. 3'. 1. u. II.