696 2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 2. Capitel.
gehren oder li'cbhaben als Gott, und das Wollen ist nicht seinWesen: darumist cs auch nichtgut. Daher wird auch der eigenefreie Wille angefeindet, und der Anfang des christlichen Lebens in dasBegeben der Freiheit gesetzt. Gott muß a lle in thun und w irkender Mensch ihn, d. i. sein Werk und seinen Willen insich lei-den. Ja cs soll nach diesem Systeme nur Einen, den göttlichenWillen geben, der aber erst wirklich wird im m ensch lichcn, „daGott nichts liebe außer sich." Die sich nothwendig aufdringcude Frage:warum hatGottden eigenen Willen er schaffen, da er ihm sosehr entgegen ist? wird nach mehrfachen Ausweichungen endlich wieder imInteresse der zur „Vergottung" des Menschen als nothwendig hervor-gehobencn Unfreiheit dahin beantwortet: damit Gott ebenbürtige Organehabe, seine Eigenschaften auf würdige Weise auszuprägcn. Zu dieser ein-psohlcnen Passivität des Menschen passe dann auch die Aufforderung, sichvor allem Wissen und Studiren möglichst bewahrt zu halten si). Doch er-scheinen die einzelnen Ausdrücke weniger verfänglich, wenn man den erbau-lichen Charakter dieses mit der Nachfolge Christi vielfach ähnlichenBuches und insbesondere den Zusammenhang beachtet, worin sie stehen.Auch sind dieselben in der Urspra che viel weniger anstößig, als in deraus den inckex libror. proliilütor. versetzten lateinischen Uebersctzung.— Noch andere Häretiker s. unten Z. 297.
§.282. Di c In qu i siti o n vgl. §. 237.
Mo. M/mei-imt.-,' (Generalinquisitor IN Aragvuicn ck 1309), ckirsetnriuin inqui-sitianis. Darein. 503. c. eonnn. 17. Uni». 578. Vsnst. 607 t. 7,n-
Aonicr Äs 7'arm» «Io sriZins, ollnio st progressu otüoii sanetas inqui-sitionis libb. III. Nntrit. 598. Xnt.. 6l9 t. MA. a Ltmboreä, liistorininquisitiouis. Xmst. 692 t. ^l. Koreuke, ln'stnirs eritiqus ,1s I'inquisitiou(l'lüspnMS. Dar. 817 ff. 4 B. deutsch v. Hock. Gmünd. 819 ff. 4 Bde.über letzter« vgl. Tüb. Q.-Schr. 1820, 1821 u. 1822. Die Biogra-phie Llorcnte's (ff 1823) v. Pfeilschistcr (Katholik 824. Bd.XIII. S. 1-35), v. Eckstein (Katholik 827. Bd. XXIV. S. 200-210). Ae MrtÄre, Isttrss 5 un Mntillwmms Ilusss snr I'inquisitiousspnqnols. deut. Mainz 836. '"Hcsclc, Cardinal Ximcncs, 18tes Capit.(die span. Jnquis. u. Llorcnte's geringe Glaubwürdigkeit!.
Gewöhnlich wird P. I n nvcenz lll. als Gründer der gegen die Häre-tiker angewandten In quisition (Glaubensgericht) angegeben; aber waSer dafür that, indem er vorübergehende Aufsuchungen der Ketzer im südlichenFrankreich anbefahl, damit sie entweder durch Belehrung für die katholischeKirche wiedcrgewonnen oder durch beständige Haft unschädlich gemacht wür-den, bestand schon weit früher. Das dritte Lateranconcil (1179)hatte bereits erklärt: „Obschon die Kirche keine blutige Rache will (seelssinnon nitit 8nngiiink>m), wirkt es doch oft heilsam auf die Seele der Menschen,wenn sie Strafen für ihren Leib fürchten. Da die Ketzer sich nicht mehrstillund verborgen halten, sondern ihre Jrrthümcr kühn veröffentlichenund Schwache und Einfältige zu denselben verführen, gegen die Ortho-doxen grausam seien, und nicht Kirchen, nicht Wittwen und Waisen schon-ten; so werde über sie und ihre Beschützer der Bann verhängt. Niemandsolle mehr mit ihnen umgehen und Geschäfte mit ihnen machen, zweijährigerAblaß dagegen denen zu Theil werden, die sie bekriegen." Darauf wies die
ff) Staudcnmaier, Philos. des Christenth. Bd. I. S. 654—66. Dagegen*Frcib. Kirchenlex. Bd. X. S. 875—884.