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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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689
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§. 279. John Wicliff (1324-84).

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Bei Vorführung seines Systems ist man veranlaßt, besonders auf seine Jdcen-lcbw zurückzugchcn, welche der des Amalrich von Bcna am nächsten steht,und daher ganz panthcistischcr Natur ist'). Der Ausdruck des wiclissschcn Pan-theismus ist: «alle Natur ist Gott" undjedes Wesen ist Gott"'),was mit Rücksicht aus Wicliff's Vorstellung von der Idee sich zu dem Grund-qcdankc» firirt: was der Idee nach in Gott ist, ist Gott selbst,oder: die Idee ist Gott, dessen Jrrthümlichkeit er auch durch die von ihmselbst gewählten absurden Beispiele, daß dann auch der Esel Gott sei, nicht cin-sah'). Ja er hielt dafür, daß der pauthcistischc Satz: die Idee ist Gott, undGott ist die Idee, auf dem festen Grunde der h. Schrift ruhe'). Mit dieserGrundanschauung hängen dann seine übrigen Behauptungen innig zusammen,zunächst die Vorstellung von der realen Ewigkeit der Dinge, und die damitübereinstimmende Ansicht von der großen stehenden Zeit, sowie die mitAbälard gemeinschaftliche Behauptung:Gott könne nicht mehr schaffen als erwirklich geschaffen habe." Der Begriff der Schöpfung löst sich bei ihm in einebloße Emanation auf, und in weiterer Conscguenz geschieht Alles, wasgeschieht), auS Nothwcndigkcit, selbst das Böse. Ja sogar Gott ist dieserNothwcndigkcit unterworfen; seine Freiheit besteht bloß darin, das Nothwcndigezu wollen. Die Nothwcndigkcit liegt aber im Begriffe, in der Idee, an welcheGott selbst gebunden ist. In dem ewigen Begriffe liegt daher auch eine ewigePrädestination, womit die Freiheit des Schöpfers wie des Geschöpfes sichtbaraufgehoben ist. Daher erscheint auch das Werk Christi dieser unbedingtenNothwcndigkcit unterworfen, und durch die ganze Entwickelung derWeltgeschichte zieht sich nach Wicliff etwas Düsteres und eine heidnische Trost-losigkeit, da er jede religiöse Erscheinung in der Welt ohne Unterschied aus dasdiabolische Princip zurnckführt, dem auch die später» wissenschaftlichen undreligiösen Institute ihren Ursprung zu verdanken hätten').

Wiewohl Wicliff (1380) die Bibel nach der Vulgata ins Englischeübersetzt und d ieser Uebersctzung seine häretischen Ansichten cinverleibt hatte,

52132. 1. eck. ck. Ärtbens. Venet. 57l. 1. eck. -Manm'ottl. Veuet. 75759. k.Vgl. auch Lewald, d. theol. Doctri» Wiel. (Zcitschr. für histor. Thcol.846. u. 847.)

1) Die Beweisstelle» bei Stauden maier a. a. O.

2j Unter den auf den Eoncilicn verdammten Sätzen befinden sich auch: tzuao-libot creatura est Deus; guocklibet est Deus. Dbigue owno ens 68t, <um «mneeus sit Deus. b. R. VIII. p. 407. Mrn.s/. 3'. XXVII. p. 75!.; außer-

dem vgl. 7/arcktt». 3. VII. p. 1867. 1870 8g. 1890 sg. 3. VIII. p. 203. 260.263. 280. 299 8g. 909 sg. 1675. 3om. IX. x. 1929. ,945.

3) Wicliffs eigene Worte: blt si ckicatur, guock male sonnt, conceckore asr->ni»! et guocklibot aliuck 6886 Deum, eoneeckitur apuck aegro intelligentes, ickeomulti non ackmittuut talia, nisi enin ckotorminationo, ut talis creatura secun-ckum esse intelligibilo, vol ickeala guock Imbet in Ooo ack iutra, 6st Deus. Illiantow, gni kabeut ounckem sensum per subsectum per 86 positum, aeguseoueeckunt praopositionem simplieum. 3>6 ickeis o. 2.

4) Docks sie cnnverto istam propositionom: omuis croatura 68t Deus.Ileus est guaelibet ersatema in esse intelligibili. et istam eanvorsiouem vicke-tm 4postolus ckoeero nos, nb> non ckieit absolute, guock Dons est omnia, seckcum ackckitameuto: Deus ost omnia in oinnibus, ae si ckieeret: 7-eus om-«s rattones rckoates «r omnrbns creatnrr«. Do ickeis e. 2.

5) Unverblümt sagt er: Oum omnia, guae eveuiunt, cks »ecess/tats eveuiunt,absolute necvssarinm est, guock ckamnanckus ponat obiesm in poccancko. sDrialog.>. III. c. 7. 23.: IV. e. 13.) lioeolo me ckixisss in bbro I., guock omnia,guae eveuiunt, nscessario absolute eveniunt. (lib. III. e. 8.) Vgl. 77arck«rn.7. VIII. p. 407. Mmsr. 3. XXVII. p. 751.

6) Omne« i-rDv-ckrtetas «renk a ckrerbolo. Duiversita-

ws, stuckia, collegia grackuationss 6t magisteria in oisckem suut vava geutilitatsmtrockneta, et lautuni prosuut oeclosiae sieut ckiabolus. sT/aickurn. 3. VIII. P.MO. 301. Mand-r. 3. XXVII. p. 633. 634. nämlich 8ess. VIII. Dono. Oonstant.)

Alzog's Nrchengcschichtc 7. Auflage. 44