z. 275. Die jetzige Stellung des Papstthums.
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w»hle» zu lassen ^), wahrscheinlich um die päpstliche mit der kaiserlichenWürde zu vereinigen!
Doch wählte das Cvnclave den 38jäl>rigen Eardinaldiakon Giovannidci Medici, der als Leo X. den päpstlichen Stuhl bestieg (10. März 1513),nachdem er am 15. und 17. März zum Priester und Bischöfe geweiht wor-den. Er war ein entsprechendes Bild der damals eben durchgedrungeneneinseitigen humanistischcnBildnng. Bei aller Kunstliebe, classischer Bildung,Humanität und feiner Politik besaß er wenig kirchlichen Sin» und waräußerst verschwenderisch. Unter ihm wurde das bis zur fünften Sitzungunter Julius vorgeschrittene Lateranconcil fortgesetzt. Bei der Anregung derReformationsdccrete zur Hebung der christlichen Sitte und Zucht, Abstellungdes schmählichen Mißbrauches der Beneficien, gegen Coneubinat, leichtfer-tige Anwendung des Jntcrdicts u. m. a. zeigte sich aber wenig Thcilnahme;und andererseits schien der Muth zu fehlen, die Größe der Uebel mit fester,kräftiger Hand und unbesiegbarer Beharrlichkeit zu unterdrücke». Am wenigstenschien Leo dazu geneigt ^; ungleich mehr lag ihm an der Aufhebung derpragmatischen Sanction, die ihm bei einer Privatzusammenkunft mit KönigFranz von Frankreich zu Bologna (1515), der Absichten auf Neapel hatte,glückte. DaS Lateranconcil bestätigte') das zwischen beide» abgeschlosseneConeordat; aber das französische Parlament verweigerte die Aufnahmeund nannte die drohende Beharrlichkeit Franz I. einen Act der Gewaltthätig-keit^). So glaubte der Papst den Zweck des Eoneils schon erreicht zu haben,und ohne auf den Verfall aller Zweige des kirchlichen Lebens und die augen-fälligen Vorboten einer schweren, traurigen Zukunft zu achten, schloß erdasselbe mit der 12ten Sitzung am 16. März 1517 Z. Die hiervon ab-mahnende und zürnende Stimme des Donnnicanergencrals, Thomas deBio von Gaöta (Cajetauus) ward nicht gewürdigt und beachtet.
§. 275. Die jetzige Stellung des P a p st t h u m s.
Im Leben wie in der Wissenschaft zeigt sich das Bemühe», dem Papst-thume seine ursprüngliche normale Stellung anzuweisen, aber in zwei ertre-men Richtungen. Zwei Systeme stellten sich einander schroff gegenüber:
l> Die Nichtigkeit dieses Gerüchtes beweist Aschbach lDieriiiger's kathot.Zciischr. 1845.- Eine ähnliche Betrachtung der Führung des Pontisicais einzelnerIndividuen mochte auch Onignecurtius zu der Behauptung verleitet haben, daüdie Kirche den Papst ganz entbehren kenne, s. das Schreiben der Pariser »niver-sität an P. Clemens VII. v. I. 1304.
2> berichtet all u. >5l3. ur. 07 Folgendes: Als man Leo meldete,
fast die Hälfte der Prälaten wünsche eine rotorin all o nnivorsnlis in >oto utigntv rul potlö8: — Illgne -> «stricken« llixit, rollt! alnjnnnlulinn rogiUtro,
ut omnilius satisiiut, nt nie in zn-iina 808 siono t'utnrn cloliboraro. (>uo,l <nn-nnnn i'ktbrnnrtiu li:>.l, tain sui gnain rokormntornin!
3) st'oxttw inwg'or Vnnoc>r>.I.ttor. nilor Noon. X ot b'rnn>. I. s//«rck«/„. '1'.IX. >867-06). '
4) lielatinn ile eo >>tü 8u zmssn 8nr In >>ul,lirat.ion ot I'ou8oiguoino»t On
loneortlm :u> Illtilounnit <lo ?«ri8. tMünch's Samml. aller Coneordate Tb. I.«. 225. u. Nieste,'// lüutor. I>I>. IV. IV II. e. 4. nie >3.)
5) Ito.ecoe, lild antl innitill,uto ok Non X. I/rorjr 804. 4. 4. I^oinl. 8l>6.
6 7. italienisch: vita v -nnitilienlo lli I.oono X. oro. -freie Bearbeitung). Vlibniob!6. 12 deutsch von Glaser, mit Anmerk, von Henke. Lpz. 806 ff. 3 Bde.Wien 818. x. Ni«. 707. 4. Ranke, die röm. Päpste,
ihre «irche u. ihr Staat, i-n 16. u. l7. Jabrh. Brl. 834 ff. Bd. I. S. 7l ff.Z. 80- 00 der 2tcn Ausg.